Was man so macht in der Pause

In meinem Alter brauche ich jetzt öfter mal eine kleine Pause und so kommt es, daß ich nach einem halben Arbeitstag in der Bibliothek der HU-Afrikanistik mal eben ins Berliner Naturkundemuseum hüpfen kann. Geht schnell (weil eigentlich nur sehr quer über die Straße) und kostet extrem wenig, wenn man sich entscheidet, in den Förderverein des Naturkundemuseums einzutreten. Kostet in meinem Fall 15 € im Jahr (Student, sonst sind es 30€), dafür kann man aber auch wann immer man will hinein ohne nachzuzahlen.

Was mache ich da so in meinen Museumspausen? Na, zeichnen! Tiere zeichnen ist nämlich eigentlich eine feine Sache, nur ohne Tiere ist es genauso unpraktisch wie mit Tieren, die sich bewegen. So gut bin ich noch nicht, daß mich die Bewegung der Tiere, wie etwa beim Zeichnen im Tierpark, nicht ziemlich aus dem Konzept bringen würde. Aber ausgestopfte Tiere zeichnen ist relativ einfach. Bewegen tun sich da ja nur noch die anderen Museumsbesucher, die aber eine recht große Ehrfurcht vor der “Künstlerin” zeigen. Wirklich nett die meisten, stubsen sich gegenseitig an, mir aus dem Weg zu gehen, machen ausnehmend freundliche Kommentare und finden “das ja sehr gewagt!” (?) “so einfach hier zu malen”. Nuja, solange ich noch keine ausgestopften Tiere daheim habe, ist das die beste Möglichkeit, an meinen Zeichenfertigkeiten zu arbeiten.

Das Ergebnis sieht dann z. Bsp. so aus:

nkmskcsm

(Graphit auf Papier, je ca. A5)

Bin ich hingegen in der StaBi PoPla (meine persönliche Abkürzung für Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße), sieht das Ergebnis meiner Pausen manchmal so aus:

bartirisaufggcsm

(Aquarell und Graphitstift auf Karton, ca. 18×24 cm)

In diesem Fall bleibt es auch so, ich bin nämlich zu feige, das Bild weiter zu bearbeiten, was zwar offensichtlich nötig wäre (die Bartiris ist nämlich lila gestreift, die Farbe der Blütenblätter bisher ist lediglich die Untermalung), aber irgendwie … manchmal komme ich mit meinen Bildern an einen Punkt, an dem es entweder wirklich gut werden kann oder ich es komplett versaue. Und wenn ich so unsicher bin wie in diesem Fall, habe ich inzwischen gelernt, einfach zurückzutreten und es sein zu lassen. Es läuft ja nicht weg, beenden kann ich es immer noch. Das ist einer der Vorteile der Aquarellmalerei, daß nichts eintrocknet oder gefirnist werden muß und dann nicht mehr bearbeitet werden kann.

Gestern habe ich das hier produziert (noch unvollendet).

stabifrbcsm

(Aquarell und Bleistift auf Passepartoutkarton, ca. 15×15 cm)

Das Bild zeigt einen Königinfrauenschuh aus den Skizzenbüchern von Franz Bauer. Für einen ersten Versuch bin ich halbwegs zufrieden.

Mal sehen, was die nächsten Pausen bringen.

(Wer mehr von meinen suchtmäßig angesammelten Aquarellkästen sowie mehr Bilder sehen möchte, der muß sich hierhin zu meinem flickr-Stream begeben. Dort gibt es auch weitere Infos zu dem Farben.)

März 21, 2012 | In Mennofaktur, Soso | No Comments | TrackBack-URL