Malte Welding: Frauen und Männer passen nicht zusammen — auch nicht in der Mitte

“Wenn Malte Welding über die Liebe schreibt, dann wirkt sie auf einmal ganz leicht.” — Maxim Biller

Wenn die Post klingelt, eine grantig-verschwitzte Frau ein Päckchen bringt, man es öffnet und sieht, was sie gebracht, dann bräuchte es ein Favoritensternchen wie von Twitter oder dem Feedreader, eine dauerhafte Immer-wieder-lesen-Markierung und Empfehlung für andere, die wegen Zeitmangel so oft nur noch eine Später-mal-in-Ruhe-anschauen-Erinnerung geworden ist.

Aber hier hat ja nicht irgendeiner ein Buch geschrieben, nein nein, der Herr Welding war’s. Also lese ich dies Buch, fahre es durch Berlin, halte es so, daß die Leute es sehen und vielleicht kaufen, einer fragt denn auch, ob das nicht der Blogger …?

Ernsthaft, verzweifeln machend, vergnüglich, witzig, faktenreich, wenn man so will, traurig und schön schreibt er von der Liebe. Wie bei jedem Buch, das mich schließlich gepackt hat, schlendere ich nicht, ich rase, neugierig, wie es weitergeht.

Wenn Malte über die Liebe schreibt, dann wirkt sie auf einmal völlig unmöglich,

könnte man ebensogut auf Biller erwidern, aber so ist es dann eben auch nicht. Zwischen sachlicher und ernüchternder Betrachtung (Rechenbeispiele. Prozentzahlen. Seine Pickelspritzer am Badezimmerspiegel. Fazit: Niemand ist der glorreiche, perfekte Prinz aus der Elite-Partner-Anzeige. Man selbst am allerwenigsten.) und ganz versteckt hoffnungslos kitschiger Romantik habe ich dann geschluchzt. Und so ein Gesicht gemacht, — gerührt. Denn zwischen den Zeilen streicht die zarte Hand der Lieblingslektorin hier und da die zuweilen aufkeimende Verbitterung weg darüber, wie schwer das doch alles ist.

Denn am Ende ist es ja gar nicht unmöglich, das mit der Liebe.

Malte Welding: Frauen und Männer passen nicht zusammen — auch nicht in der Mitte im Piper-Verlag / bei Amazon

Dezember 15, 2010 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL