Was kommt:

Nächste Woche das zweite Referat in diesem ersten Semester nach der Kinder-Auszeit.

annjepicsm

Ich hatte mich so halb unter Vorbehalt gemeldet, nachdem der Kleine wegen Fieber, Husten und Quengelei aus dem Kindergarten abgeholt werden sollte. Der Karpate ist ein Guter, er hat Urlaub gehabt diese Woche und sich eigentlich nur um mich und die Kinder gekümmert und dennoch waren diese zwei Wochen des Wiederzurechtfindens an der Uni die anstrengendsten seit die Kinder da sind. (Wer mir jetzt damit kommt, daß es für Muttis daheim mit den Kindern wohl doch sooo gemütlich ist, den schlage ich windelweich.)

Nun also das zweite Referat in der dritten Woche und keine Ahnung, wann ich dazu kommen soll. Die Kinder schlafen momentan nicht wirklich, erst schläft Lea nicht ein und dann wacht Benni immer vom Husten auf, jetzt ist er auch noch krank und kann nicht in den Kindergarten und die Lektüre der am dringendsten empfohlenen Bücher, die natürlich allesamt Präsenzbestand sind, wird beinahe unmöglich. Eigentlich stehen sie großenteils auch in der Staatsbibliothek, dort aber ist ausgerechnet eines der größten Magazine asbestverseucht (?) und kann bis auf weiteres nicht benutzt werden.

Mit einem kranken Kind kann ich nicht durch die halbe Stadt fahren (Benni hustet im Moment so quälend, daß es ihn dabei würgt.), mit Kind kann ich nicht in der Bibliothek sitzen, und selbst wenn ich es schaffe, Literatur zu entleihen oder zu kopieren, komme ich kaum zum Lesen, weil immer mindestens ein Kind da ist und schreit und hustet und Blödsinn macht. Davon, daß ich so gut wie gar nicht schlafe, ganz zu schweigen. (Und davon, daß mir regelrecht schwindelig ist vor Müdigkeit, auch.)

Ich denke dann immer, die anderen schaffen es ja auch, arbeiten, studieren, obwohl die Kinder noch so klein sind, die Probleme werden die gleichen sein, nur sieht man das von außen nicht. Ich sehe offenbar auch bilderbuchfit aus, einigermaßen schlank und gar nicht so wahnsinnig müde.

So kann man sich täuschen.

nacktaengelcsm

Oktober 29, 2010 | In Mennofaktur, Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Moosmutzel, ich hab’s getan!

In einer hochniveauvollen (ernsthaft!) Universitätsseminardiskussion habe ich argumentativ einen Liedtext aus dem Traumzauberbaum herangezogen. Ähem.

Reinhard Lakomy / Monika Ehrhardt: DER TRAUMZAUBERBAUMLiebkoselied

(”… gerne mag.” — Für die Damen TadellosHimmelblau, deren Kommentare im eigenen Blog immer so lieb klingen, wie das Lied oben.)

Oktober 29, 2010 | In Video | 4 Comments | TrackBack-URL

Pit Bull Air Race

pitbullairracecsksmm

Das haben die Kinder (fast allein) auf der Magnettafel gemalt.

Oktober 27, 2010 | In Mennofaktur | No Comments | TrackBack-URL

Benni, stell den Luther zurück!

Die Kinder sind jetzt groß. Die Uni hat mich wieder.

Der erste Tag, es war letzte Woche, hallt noch nach. Erwachsene! Sie sprechen Fachsprache und ich verstehe sie. Nach all den Jahren! (Zweieinhalb.)

Seitdem rast die Zeit: Aus dem Bett in den Kindergarten in den Bus in die Uni in die Bibliothek in den Bus in den Kindergarten, langsam langsam viel zu langsam VERDAMMTNOCHMALLAUFTDOCHENDLICH — ach ja, Geduld! — langsam nach Hause spazieren, Treppenhochbuckeln Gekreisch Geheul Abendbrotshunger kleine Kinder die Küche sieht saumäßig aus ab ins Bett, durchatmen. Abwaschen Wäschemachen Lesen Mutti ab ins Bett. Den nächsten Tag genauso.

Morgens spielt Benni immer mit den Büchern im Regal, denn draußen ist es noch so dunkel, daß dort das Licht angeschaltet ist und so sieht er seine Lieblinge: Fedins Flamme, Schallücks Paradies, welches neuerdings, ohne den türkisfarbenen Schutzumschlag langweilig geworden scheint, den großen Webster und eben den Luther.

Lea wagt sich nicht mehr ans Regal, seit sie das Grauen sah: Wera Panowas Mit 17 ist man jung. Ein Roman für alle (Verlag der Nation, Berlin 1962). (Klick! Unbedingt!) “Die Frau weint immer!” So ein Cover kann eine kleine Kinderseele schon erschüttern, aber ich verstehe sie. Mein Leben lang werde ich Schiß vor den Illustrationen unserer alten Hauff-Ausgabe haben, und den Alptraum vom Gestiefelten Kater — er kam hinter dem Ofen hervor und stand mannsgroß in der Tür — vergesse ich auch nie.

img_4602csm

Ein Bild aus guten Zeiten: Die beiden stehen vor meiner sorgfältig chronologisch geordneten Nabokov-Sammlung, ziehen hier einen Band aus dem Regal und stellen dort einen ein, wo er gar nicht hingehört … nicht einmal damit kann ich die Kleine noch locken, olle Panowa, ey!

Benni hingegen war nachhaltig enttäuscht, als er trotz aller Bemühungen einsehen mußte, daß sein bunt bedrucktes Stullenbrettchen nicht ein weiteres aufklappbares Pappbuch ist, sondern eben — ein Stullenbrettchen.

Und damit bald noch mehr Stulle aufs Brettchen kommt und wieder mehr Luther ins Regal, hat mich die Uni wieder, das Studium will schließlich beendet werden. Wie ich den Spagat zwischen Kindern, Haushalt, Studium, nachts viel arbeiten und wenig malen und noch weniger schlafen schaffen soll, ist mir zwar noch nicht ganz klar, aber manchmal bin ich ganz Fernet Branca:

Man sagt, er habe magische Kräfte.

Oktober 26, 2010 | In Soso | 5 Comments | TrackBack-URL