Das Kind wirft seine LEGO-Steinchen jetzt immer in weitem Bogen um sich und ruft dabei “Kamelle! Kamelle!”

Ich male gerade gern Brillenviecher. Meine Augen brennen abends neuerdings sehr, weshalb ich meine eigene Brille [10,5 und 11 Dpt. statt der benötigten 13 und 13,5] jetzt häufiger trage. Das gibt dann Kopfschmerzen statt Augenbrennen, aber bis die neue fertig ist, geht es nicht anders. Auch das kann also Inspiration sein.

Mit Copics malt man ja oft gleich zwei Bilder, so wie sie durchdrücken.


Detail des Covers eines meiner neuen Heftchen. Da sind dann so Gedichte drin. Deshalb die Blühümchen.
Die Salatreste esse ich gleich aus der Schüssel.
Die Hose von gestern geht doch noch. Zwei Tage. Und den dritten.
Nu hab dich nich so.
Die Kinder sind wichtiger.
Vorhin habe ich etwas geschenkt bekommen. Einfach so. Ich mußte es nur abholen, was aber gar nicht schwer war.

Mir gewidmet. So ein bißchen zumindest, irgendwie. Jedenfalls steht mein Name drauf, jaja, so heiße ich. Ich war sehr gerührt, was ich aber nicht recht zeigen konnte, denn der eine Kleine, meiner, bekam Hunger und der andere, seiner, Durchfall, und am Ende endete das kurze Treffen, wie alle Elterntreffen vor dem Ende enden, irgendwie, so mittendrin, man hat sich gar nicht richtig verabschieden können, also innerlich, weil man so beschäftigt war, die Kinder und sich und den ganzen Kram zu behüten. Ich würde glatt meinen Kropf vergessen, wäre er nicht angewachsen.
Ich hatte meine besten Sachen an, nuja, zumindest meine liebsten, beides hätte man mir vor drei Jahren sogar geglaubt, inzwischen aber sind selbst meine geschontesten Kleidungsstücke und Schuhe etwas älter, die billigen Stoffballerinas zerfasern an der Ferse, zerfersern an die Faser, das Shirt ist nur noch solala schwarz und ich bin sowieso durch. Dabei hatte ich doch auch mein bestes Gesicht aufgesetzt.
Ich sehe jetzt immer so müde aus.
Vielleicht, weil ich es bin. Zu müde, mein Geschenk gleich zu benutzen, zu besitzen, zu lesen. Und ich will doch wieder lesen können. Nicht nur Quatschgesichter malen oder Stifte kaufen für irgendwann, wenn mal wieder Zeit—— jedes hat seine Zeit, jetzt ist es eben so, es wird auch wieder anders.
Anderes wird schneller anders, als man denkt. Der Murkel wird schneller groß als ich A sagen kann, jedenfalls kommt es mir so vor. Gestern stand er plötzlich am Sofa, und wüßte ich es nicht besser, würde ich behaupten, er ist jetzt schon größer als die Maus. (Wir nennen die Kinder Maus und Murkel. Wer das seltsam findet, kennt die Kinder nicht. Und uns. Und den Umgang. Spätzchen. Süßerle! Murkelpurzel. Süßalalla läft. Unser Murkelchen. Die Maus! So ist das hier.)
Früher war doch nicht alles so schnell vorbei, oder? Die Tage fliegen an mir vorbei, nicht einmal Unangenehmes, das damals ewig zu dauern schien, hält vor, hält an, läßt mich es erleben. Wahrscheinlich bin ich nur zu trantütig im Moment, das wird es sein.
Geschenk, ja, da war ich. Ich habe ein Geschenk bekommen, und bei allem Gejammer und Nichtklarkommen sehe ich doch: Man, ich, ICH! bekomme sehr viel geschenkt. Schön, das.
Viele werden sie kennen, die Werbegeschenke aus den Geburtsstationen, die Standard-Plastik-Wickeltaschen:

Blau-und-weiß, hmnjoa-okay, drinnen ein paar Pröbchen, geht halt so.
Ich aber habe etwas Besseres gefunden. Zunächst ein Kulturtäschchen der Marke Fossil, deren Uhren und Lederwaren ich mit bestem Gewissen jedem ans Herz oder als Geschenk vor die Füße legen würde, den ich mag. Würde, weil, ganz billig sind sie nicht. Aber hübsch.

Aaaaber dann sah ich dieses gute Stück, superweiches Leder, bestens verarbeitet, innen mit Stoff ausgeschlagen, und schon war es mein:

Als Wickeltasche ist es nicht ganz so geeignet wie das größere Stofftäschchen, aber das Allernötigste für zwei Wickelkinder paßt dennoch hinein, eine Wegwerfwickelmatte, je eine Windel, Feuchttücher und Creme.
Nobel geht die Welt zugrunde.
Ich habe den Teufel gesehen. Er heißt Leonid Bilunov und ist ein durchaus attraktiver Herr, pardon, autoritärer Geschäftsmann.
Wer heute abend oder für die nächsten sechs Tage etwas anderes als Fußball sehen möchte, dem sei die ARD-Dokumentation Die Ehre der Paten — Rußlands Mafia empfohlen, die seit gestern Abend durch meinen Kopf spukt wegen der Unverhohlenheit, mit der die über Mord und Totschlag sprechen, die Entscheidungen treffen müssen. Teilweise ist es eine gewöhnliche Doku, wo aber die Biznizmen einen Blick auf ihr Leben, ihre Erinnerungen freigeben, tun sich Abgründe auf.
* steht für ein gefährliches Messer. Das Kind ist eben Poesie pur.

Fineliner, Gouache- und Aquarellfarben auf einer Postkarte