Wenigstens ein Gutes

hat das derzeit bei mir vorherrschende Gefühl der Wert- und Hilflosigkeit: Die Großkotzigkeit von früher ist endgültig weg.

Februar 15, 2010 | In Soso | 4 Comments | TrackBack-URL

Frage an Mütter

Wird das irgendwann mal wieder alles normal mit dem Körper oder ist DAS jetzt das neue normal.

(Alles so.)

Februar 15, 2010 | In Soso | 14 Comments | TrackBack-URL

Ich würde ja noch viel mehr kaufen

wenn nicht manche Hersteller mit ihren Infos so geizten.

Ich liebe es, in der viel zu knappen freien Zeit durchs Internet zu streifen und neues Schreib- und Malzeugs kennenzulernen. Es gibt großartige Blogs, in denen Künstler ihre Bilder zeigen und, ebenso spannend für mich, auch beschreiben, mit welchen Materialien und Techniken diese zustande kamen.

Interessanterweise benutzen diese Künstler aus den USA, aus Kanada, aus Hong Kong, aus Australien oder Italien Farben, Stifte und Papier relativ weniger Firmen. Das hat weniger mit marktbeherrschender, weltumspannender Monopolstellung der betreffenden Hersteller zu tun, im Gegenteil. Oft sind es kleine, spezialisierte Firmen, Marken, die abseits der großen Bürobedarfsversorgungsketten Künstlerpapiere, Pigmente, Farben oder Stifte herstellen, welche eben nur für diesen kleinen (?) Kreis von Liebhabern interessant sind. Und so werden Links ausgetauscht und Erfahrungen mit Onlineshops, man erwägt Sammelbestellungen aus Japan, um die Portokosten nach Germany zu senken, Neuerungen werden rezensiert und aus dem Sortiment gegangene Artikel regelrecht betrauert — nachdem man noch schnell die letzten Reste davon beim Lieblingshändler aufgekauft hat, 200 Bogen für 300 Euro, oder so.

Pigment PB 60 ist nicht nur für mich in Aquarell- und Gouachefarben ein wichtiger Inhaltsstoff. Es ist ein reiner Blauton, der keinen Rotanteil enthält und somit für Mischungen, besonders mit hellen Brauntönen wie Siena gebrannt, bestens geeignet ist: Es ermöglicht einen wunderbaren Grauton.

Für viele mag unerheblich sein, welches Pigment in der Farbe enthalten ist, für mich als Kontrollfreak und andere der genannten Künstler aber bedeutet mehr Information eine erhebliche Arbeitserleichterung, über das reine Interesse hinaus. (Ich verschlinge jegliche verfügbare Information auch über die Geschichte der Farbtöne, ihre Namensgebung, ihre Pigmenteigenschaften.) Vorgefertigte Mischungen sind einerseits praktisch, andererseits aber gefährlich, denn je weniger verschiedene Pigmente enthalten sind, umso reiner scheinen die Farben. Also muß ich beachten, ob es sich um einen Einpigmentton handelt oder um eine Mischung, ob die Farbe transparent auftrocknet oder opak, ob sie lichtecht ist oder das schöne Rot im nächsten Jahr schon verschwunden ist, weil das Bild zuviel Sonne abbekommen hat.

Ich will wissen, welche Pigmente in meinen Farben vermischt — oder, am besten, unvermischt — sind, ich möchte erfahren, aus welchem Holz mein Bleistift besteht, ein Foto der Rundsiebmaschine, auf der mein Lieblingspapier hergestellt wird, sehe ich mir genau an und Informationen zum Herstellungsprozess, am liebsten mit Video und Bildbeispielen aus Künstlerhand bringen mich dazu, sofort loslegen zu wollen mit dem Zeichnen. Einige Hersteller haben sehr gut verstanden, daß sie sich nichts vergeben, wenn sie ihre Inhaltsstoffe offenlegen, wenn sie ihre Produkte genauestens etikettieren, wenn sie downloadbare Broschüren ebenso anbieten wie gedruckte Hefte, die im Laden kostenfrei neben der Ware ausliegen.

Schmincke ist einer dieser vorbildlichen Hersteller, online und auch vor Ort im Laden, Winsor & Newton ebenfalls, sowie Derwent und Faber-Castell. Je mehr ich darüber erfahren kann, was hinter dem Produkt steht, welches mich ja sowieso interessiert, umso eher bin ich bereit, es zu erwerben. 10 Euro für eine 14ml-Tube mit Kadmiumrot dunkel (PR 108) sind an der Grenze zum Bekloppten, das gebe sogar ich zu, aber es ist nun einmal ein relativ teures Pigment und einer der schönsten Rottöne.

Dagegen hält mich mangelhafte oder nicht zugängliche Information inzwischen oft vom Kauf ab: Linel Gouachefarben von Lefranc & Bourgeois etwa sind relativ preiswert und scheinen von guter Qualität zu sein, aber selbst ich, die nach einmaligem Anfixen oft alle erhältlichen Farben einer Produktlinie kaufen mußkauft, bin vorsichtig, da ich eben nicht weiß, ob Füllstoffe verwendet werden oder welche Farben eine ausgewogene Grundpalette ergeben.

Klingt das zu sehr nach Rocket Science?

[Ich bin eben gründlich.]

Februar 14, 2010 | In Mennofaktur, Soso | 4 Comments | TrackBack-URL

Stolz

Der Karpate hat letztens ganz ohne daß ich es mitbekommen hätte in einem Blog kommentiert. Als ich seinen Kommentar fand, mußte ich ihn mehrmals lesen, auch seinen Namen, und ich war sehr stolz.

[Das war so Mutti, ich bin im Fernsehen!]

Februar 4, 2010 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Das mit dem Glück

verstehe ich jetzt etwas besser.

Herzlichen Glückwunsch! Viel Glück! Glück gehabt.

Hmnaja, habe ich bisher immer gedacht, sagt man eben so. Sagen alle. Sagt sich so dahin. Joa ne.

Seit die Kinder da sind ist mir erst bewußt, wieviel Glück in jeder glücklich überstandenen Situation steckt. Es müssen nicht einmal die üblichen Kinderstürzchen sein, die in den allermeisten Fällen gut ausgehen, die Momente in der Schwangerschaft, als ich blöd gestürzt bin, etliche Male (meistens aber eher auf den Kopp als auf den Bauch, der ist aber auch nicht mehr so wichtig, der Kopp, ich bin eh völlig gaga inzwischen). Der Eisklumpen, der vom Dach plumpst, gerade als die Kleine einen winzigen Schritt zur Seite gemacht hat, weg von der Stelle, wo er auftraf, der Eisklumpen hätte gereicht, sie zu erschlagen, genauso wie der Moment, als sie einen halben Treppenabsatz herunterpurzelte, sie hätte umbringen können. Eigentlich passiert täglich etwas, bei dem ich hinterher merke, daß es das hätte gewesen sein können mit einem Leben, mit etwas weniger Glück. Ich passe auf, ich lasse nicht aus den Augen, ich denke voraus und ich renne hinterher, ich bin hier und da und überall und das immer, bis auf den Augenblick, in dem etwas knackt, in dem mir der Schrecken in die Glieder fährt und abgrundtiefes Entsetzen darüber, wie schnell es gehen kann.

Ich denke nicht mehr: “Das passiert immer nur anderen.” Und eigentlich bin ich kein grüblerischer Mensch, aber dann denke ich, wenn … und will gar nicht weiterdenken.

Glückwünsche kann man nicht genug bekommen, denn das Glück — man braucht es.

Februar 4, 2010 | In Soso | 5 Comments | TrackBack-URL