UT

Untertitel auf Videotexttafel 150, meistens. Hach, ich liebe sie.

Der beste Weg, sich mitten in der Nacht die Zeit beim Stillen zu vertreiben, ist das schummerige Licht des Fernsehers in aller gebotenen Stille auf sich einwirken zu lassen. Schummerig ist wichtig, actiongeladene Filme gehen nicht, am besten sind Talkshows mit möglichst wenig Schnitten oder Perspektivwechseln, die kein störendes Flackern erzeugen.

Nachts an dunklen Häusern vorbeizulaufen, aus deren Fenstern nur noch sehr vereinzelt das hektische Blitzen und Blinken des Fernseher leuchtet, greller Lichtschein aufflackert und verschwindet, fand ich schon immer unangenehm. Und nur an meinem heißgeliebten Videoabend mag ich es, wenn alles um mich, Frau Anne und unsere Buffy herum düster ist, sonst schaue ich immer mit relativ heller Umgebungsbeleuchtung fern. Wenn ich überhaupt noch fernsehe.

Sehen ist eben doch das Wichtigste beim Fernsehen. Beinah bedauere ich, daß mit dem Wegfall des nächtlichen Stillens auch das nächtliche Fernsehen vorbei sein wird. Denn völlig übermüdet gegen halb vier Uhr morgens eine Dokumentation über sibirische Lachmöwen zu verfolgen, unterbrochen vom Sekundenschlaf, in dem sich das eben Gelesene mit beinah schon wahnhaften Vorstellungen mischt, hat doch seinen ganz eigenen, äh, Reiz. Überhaupt ist es eine Art hysterisches Vergnügen, wenigstens noch etwas zu lernen, wenn man schon festklemmt hinterunter einem kämpfenden, schluckenden, spuckenden, rülpsenden, furzenden, kackenden Baby, das seinerseits mir völliges Stillesein abverlangt in all seiner hektischen Schläfrigkeit.

Die Mumie aus dem Eis, Die Rückkehr der Eismumie, Die Ostsee zwischen Dänemark und Litauen, müdemüdemüde, oha, die Eismumie war blond, siehste mal, die ollen Skythen!

Toll auch die Tagesschau: Immer wenn es spannend wird, kommt die Einblendung Der Beitrag wurde in die laufende Sendung eingespielt. Daher konnte leider keine Untertitelung vorbereitet werden. Nuja.

Ach, Untertitel, ich werde euch vermissen. Oder einfach weiter ohne Ton fernsehen, mit Untertiteln von Videotexttafel 150.

November 24, 2009 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Wenn das in echt auch so großartig aussieht

versuche ich es ihr abzukaufen. Oder träume davon, denn nicht alles kann man kaufen.

November 24, 2009 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Zum Glück

hat der Karpate nur einen 30-Stunden-Vertrag. So süß unsere Kleinen auch sind, im Moment würde ich wohl eingehen, wenn ich einen Mann hätte, der sechs Tage in der Woche statt den dreien, die es bei ihm sind, unterwegs und arbeiten ist.

(Immer dieses Schielen auf andere und die Frage: Wie machen die das bloß?)

November 23, 2009 | In Soso | 1 Comment | TrackBack-URL

Deal

Die Kinder und ich, wir haben einen Deal. Der kleine Luke hat den Vertrag wohl noch nicht so ganz durch, aber langsam zieht er auch mit, so wie Leia, die sich nun schon seit einem Jahr daran hält.

Der Deal ist, daß ich den ganzen Tag über mit allem und jedem Fitzel meiner Aufmerksamkeit, meiner körperlichen Kraft und natürlich jedem letzten Funken Liebe, den ich habe, für die Kinder da bin. Dafür lassen sie mich nachts in Ruhe.

Das hat nie und wird nie bedeuten, daß ich nicht auch nachts an sie denke, aufstehe, wenn sie weinen oder gewickelt werden müssen, noch einmal gerührt an ihr Bettchen trete oder sie stille, wie es nun bei dem Kleinen noch der Fall ist, aber im Grunde gehört der Tag ihnen und die Nacht mir.

Sonst drehe ich irgendwann durch.

Und da hat ja keiner etwas von.

Frau Ami schrieb gerade, wie unpathetisch sie ihr Familienleben manchmal wahrnimmt, ohne Hoh! und Hach! und Shuhu, große Gefühle (die ja aber doch da sind, klar), daß es einfach so ist wie es ist ohne daß man noch einmal extra ein Gefühlsduselsahnehäubchen draufsetzen müßte, wie es viele tun, die ihre Schwangerschaften und Geburten und später das Leben mit Kindern bis ins Unerträgliche verklären, und wie so oft spricht sie mir geradewegs aus der Seele.

November 23, 2009 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

Loslegen

Es sind solche Posts, die mich immer wieder ermutigen, endlich loszulegen, meinen ganzen Stifte- und Farbenkram zu benutzen, gekaufte (und geliebte, so ist es ja nicht) Sets auseinanderzunehmen wie es mir beliebt und sie somit meinen sich ständig verändernden Bedürfnissen beim Zeichnen anzupassen.

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Es mag übertrieben erscheinen, so banale Dinge wie Zeichenzubehör mit dem Leben, dem Großen und Ganzen gleichzusetzen, aber es ist doch so: Der eigene Wirkkreis und die Macht Dinge zu verändern, sind sehr begrenzt dieser Tage. Wenn man nun also etwas findet, ein Hobby, eine Leidenschaft, eine Liebe vielleicht sogar, wo man mehr bewirken kann, sich alles anpassen läßt bis es sich wohlig um einen schmiegt, keine Störungen mehr auftreten und die Dinge im Fluß sind, ohne ins Stocken zu geraten, und sei es eben bloß abends am Schreibtisch beim Herumpantschen mit Farbe und Stiften, dann ist das doch schon etwas.

Diese paar Stunden Freiheit abends retten so manche Tage, an denen sonst nichts gelang. Und geben Kraft für das nächste Mal. Und für das große Ganze, denn vielleicht — und inzwischen: Ganz sicher! — läßt sich auch dort nach und nach einiges nach meinen Wünschen fügen, bis alles rollt, sanft dahingleitet ohne Störung, eine schöne Einheit ergibt und am Ende alle froh und zufrieden sind.

(Meine neue Palette gefällt mir.)

November 17, 2009 | In Mennofaktur, Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

Das Baby

knarzt und gluckst und furzt, es macht überhaupt ganz seltsame Geräusche, das kleine Tierchen.

(Manchmal bin ich glücklich.)

November 17, 2009 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Pilze 3, 2, 1 — gaga!

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November 10, 2009 | In Mennofaktur | No Comments | TrackBack-URL

Springen

Bei Freundschaften muß man auch mal ins kalte Wasser springen. Einfach rein, und dann feststellen, daß es beste Badetemperatur hat und man gar nicht hätte zögern müssen.

Jemanden anrufen und sagen, daß man ihn gern wiedersehen möchte, jemandem sagen, daß der Kontakt nun bitte nicht abreißen darf, jemanden loben und, am allerbesten, jemanden einfach in den Arm nehmen.

Manchmal muß man sich sogar überwinden und zum Gelingen der Freundschaft auch loslassen, in Ruhe lassen, um nicht noch einer von denen zu sein, die nachbohren und piesaken und nerven, wenn alles sowieso schon zuviel ist.

Drei Freundinnen, drei Wege zum Weiter, einer bereits eingeschlagen, die anderen gehe ich morgen. Hoffentlich verlaufen wir uns nicht.

November 5, 2009 | In Soso | 4 Comments | TrackBack-URL

Teure Frau

Der Karpate hat eine Quittung gesucht. Soweit so ungefährlich. Aaaaber:

Ich habe ja nie Geld. Eigentlich.
Und ich bezahle immer mit Karte, weil mir Bares noch schneller durch die Finger rinnt als man “Oh” sagen kann.
Und es gibt immer so verlockende Angebote und so wunderschöne Dingelchen, die meinen Weg, ganz zufällig, versteht sich, kreuzen, wann immer ich zwangsweise (Zwangsweise! Ich MUSS doch bestimmte Dinge besorgen.) in kaufsuchtfördernder Umgebung unterwegs bin.
Und das kann ich doch vorher nie wissen, daß ich da vorbeikomme.
Und deshalb habe ich auch dort nie Bargeld dabei, denn das Bargeld … siehe oben.

Und deshalb befindet sich in der Schublade mit unseren Quittungen ein sehr dicker (wirklich: ein SEHR dicker) Stapel mit Belegen über Zahlungen per EC-Karte, beinah alle mit Datum und Artikelangabe und Betrag.

Huups. Etwas peinlich war mir das ja schon.

November 5, 2009 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Vogler

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Fineliner und Buntstift auf Büttenpapier

November 4, 2009 | In Mennofaktur | No Comments | TrackBack-URL

Buchbinderei

Die Buchbinderei wäre auch so ein Hobby Handwerk Hobby, dem ich mich gern widmen würde, hätte ich mehr Zeit. Wenn ich nur bedenke, wieviel Geld ich bereits für Tage- oder Notizbücher ausgegeben habe, die meist doch bloß ein Kompromiss aus der von mir gewünschten Größe, der Papierqualität, der Farbe und des Materials des Einbandes waren, würde sich der Mehraufwand für das Selbermachen schon lohnen. Und so kompliziert ist das alles nicht. Man kann sogar einen alten Kalender wiederbenutzen, wenn der Einband noch etwas taugt.

Sinnvoll sind solche Aktionen sicherlich für diejenigen, die ein ganz besonderes Format oder Papier bevorzugen, wie etwa Biffybeans, die oft kreisrunde Mandalas zeichnet, gern auch mit Füllhaltern und der entsprechenden Tinte. Quadratische Zeichenbücher lassen sich recht schwer finden und füllhalterfreundlich sind nur die wenigsten Papiere. Zudem läßt sich (Füller)Tinte, da sie im Gegensatz zu Tusche auf Wasserbasis hergestellt wird, auch (mehr oder minder) mit Wasser anlösen, wodurch sich weitere Einschränkungen bezüglich des Papiers ergeben.

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Füllhaltertinte (Herbin — Orange Indien und Gris Nuage) teilweise wasservermalt auf Papier

Ich selbst bin ja immer zu blöd und geizig, mein gutes Papier zu benutzen, zumindest im Moment und solange ich nie weiß, wann das Baby schreit und ich eine Arbeit unterbrechen muß, daher entstehen derzeit die meisten Skizzen und Krakeleien in alten Kalendern, deren Einbände ich irgendwann wie oben beschrieben mit meinem Wunschpapier füllen möchte:

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Und auch wenn meine Versuche, Papier in Leder zu binden, nicht so wunderbar ausfallen werden wie die von Geschenke MAX bei Dawanda (mit dem ich weder verwandt, verschwägert, liiert noch geschäftlich verbunden bin, sondern über dessen Lederbücher ich einfach so beim Herumsuchen stolperte — und nun davon träume, soetwas auch zu können), ist es doch sicher einen Versuch wert.

Bis dahin schaue ich mich beim Buchwerker um, einer Manufaktur, die Bücher nach Wunsch gestaltet (gefunden im Notizbuchblog).

November 3, 2009 | In Mennofaktur, Soso | No Comments | TrackBack-URL

Werbung, geschickt plaziert

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November 3, 2009 | In Mennofaktur | 1 Comment | TrackBack-URL

Faces in Schüsseln

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Darf ich vorstellen: Das Erbsmännchen.

November 2, 2009 | In Mennofaktur | 1 Comment | TrackBack-URL