Kleinigkeiten anpassen

Man muß nicht alles so hinnehmen, wie es sich einem vorstellt.

Mit Grausen erinnere ich mich an den PC einer älteren Mitarbeiterin an der Uni, welcher dermaßen schreckliche, komplizierte, nervige — und häßliche noch dazu! — Benutzereinstellungen hatte, daß ich wirklich verstehen kann, wieso sie sich vor ihrem Rechner fürchtete. Wahrscheinlich sind es viel öfter genau solche Kleinigkeiten, die noch unsere Eltern vor ihren Computern zurückschrecken lassen. Aber dem Problem war leicht beizukommen, in ihrem Falle half der Gewinn eines MacBooks um sie von ihren Aversionen gegen “den verdammten Technikkram” zu heilen.

Bei anderen reicht es aus, die Benutzeroberfläche aufzuhübschen, unnötige Programme zu verstecken, gegebenenfalls Adminrechte zu entziehen, wenn mit der Versicherung “Nein Mutti, Du kannst jetzt wirklich nichts mehr kaputtmachen, solange Du den Laptop nicht gegen die Wand schmeißt” eine endgültige Beruhigung erzielt werden kann oder statt komplizierter Programme fluffliglockere Minifreeware aufzuspielen, an deren vier Knöpfchen niemand zu verzweifeln braucht, der wirklich nur rote Augen aus seinen Fotos entfernen will.

Eine andere Kleinigkeit, mit der sich viele kaum je befaßt haben mögen, die aber für Aha-Erlebnisse sorgt, fällt sehr viel eher in meinen eigentlichen Interessensbereich: Bleistifte.

Jeder, der sich beinahe unbewußt schon einmal über kratzige Bleistifte geärgert hat, sollte sich, sowohl bei der holzgefaßten Version als auch in einem Druckbleistift, statt der üblichen HB-Mine einmal Minen des Härtegrades B gönnen, sofort wird sich ein ganz anderes Schreibgefühl einstellen.

Und wer sich dann noch den Luxus leisten möchte, statt billiger Notizzettel und -bücher einmal solche mit Qualitätspapier (zum Beispiel von Clairefontaine) zu benutzen oder wie ich im Urlaub im Gmunder Shop der dort ansässigen Büttenpapierfabrik Notizblöcke

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mit Wasserzeichen

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erworben und inzwischen sogar benutzt* (!) hat, der sorgt dafür, daß so manche lästige Kleinigkeit des Alltags aus dem Weg geräumt ist bzw. Tätigkeiten, die sowieso notwendig sind, plötzlich Spaß machen können. Dies am Einkaufszettel und der Bürotätigkeit am Computer beginnen lassen oder festmachen zu wollen, mag banal erscheinen, aber irgendwo muß man ja anfangen.

*Neben den eigentlichen Notizen, die natürlich auch weitaus sorgfältiger aufgeschrieben werden als bisher, ergeben sich, wenn ich schon einmal so gutes Papier und einen butterweichen Bleistift zur Hand habe, auch immer öfter Skizzen, die sonst nicht entstanden wären, weil das olle Papier früher und der kratzige Stift eben nie dazu einluden, sich Mühe zu geben, sie weiter in der Hand zu halten und noch einen Moment zu verweilen.

Oktober 2, 2009 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. Thema Papier und Bleistift: Das kann ich gut nachvollziehen. Vorsichtshalber: Kennst du papierbotschaft.de/? Zum Schluss: Ein erlebnisreiches und kreatives Wochenende …

    Kommentar von reinhard am 03. Oktober 2009 um 07:59 | Link

  2. hatte ich, hatte ich … ;-)

    Kommentar von Julie Paradise am 04. Oktober 2009 um 22:09 | Link

Rock my Boat!