Meine Knie sind so rauh, daß sie an der Satinbettwäsche Fäden ziehen.
Schattenseiten des Hausfrauendaseins.

Noch bis zum 10. Oktober gibt es eine ganz besondere Aktion bei boesner, meinem derzeitigen Lieblingspilgerort für SchreibMalBastelkrams (Künstlerbedarf klingt immer so hochgestochen):

Ganz schwach kann man hoffentlich die Prägung erkennen, welche am unteren Blattrand verläuft.
Das vielseitige und ganz und gar wunderbare farbige Pastellpapier Mi-Teintes, ein Velinpapier, gibt es quasi um ein Drittel billiger bzw. bekommt man beim Kauf von zwei Einheiten (Einzelbögen à 50×65cm, auch farblich sortiert, oder 25er Packen einer Farbe) eine weitere geschenkt.

Da sich auf dem charakteristischen Papier mit den zwei verschiedenen Oberflächenstrukturen (eine Seite hat eine eher glatte Struktur, die andere ist wabenartig gekörnt) nicht nur trockene Techniken mit Graphit, Kreide, Rötel oder Pastell, sondern aufgrund der schweren Grammatur von 160g/qm auch Aquarelle sehr gut realisieren lassen, habe ich gleich zugeschlagen. Und gut abgeschnitten, wie man sieht. Kleinere Formate liegen mir mehr und Bögen der Größe 50×65cm lassen sich auch nur schlecht in normal großen Schubkästen lagern, also mußte das Messer ran und als netter Nebeneffekt ergaben sich diese hübschen Schnittkanten. Die meisten Stücke beließ ich in der Größe 25×32,5cm, aber die nochmals gevierteilten Bögen sind hier in meinem Lieblingsmäppchen von Fossil zu sehen. Allein schon die Farben, hach.

Jetzt muß ich mich nur noch ans Werk machen.
(Nein, ich bekomme kein Geld, keine Vergünstigungen, keine Geschenke, weder bei boesner noch bei Fossil.)


(BRIGHT EYES — Lifted, or The story is in the soil, keep your ear to the ground: Don’t know when but a day is gonna come)
[Klick!]
“Ach, hier ist also das Köpfchen.
Aha.
Na, wenn Du jetzt einen Blasensprung hättest, hieße das drei Wochen Bettruhe.”
(…, welche, das muß wohl nicht extra erwähnt werden, absolut utopisch wäre. Kleinkind + Bettruhe = haha ha hahaha [nicht lustig].)


a) Ich bin immer müde.
b) Wie gut, daß kleine Kinder soviel essen.
Wenn man, wie ich, nach außen hin wohl oft aussieht wie Supermutti, eigentlich aber am Ende seiner Kräfte ist, dann muß man gut haushalten mit dem letzten bißchen Stehvermögen, das noch da ist. Eines der Dinge, an denen ich mich festhalten kann, ist der geregelte Tagesablauf, den ich eher mit mehr als weniger Erfolg mit der Kleinen durchzusetzen imstande bin — so uns niemand dazwischenfunkt. Gegen jede Störung von außen wehre ich mich energisch, am heiligsten ist dabei der Mittagsschlaf.
Momentan schlafen wir zwei irgendwann zwischen 12 und 16 für durchschnittlich zweieinhalb Stunden. Das ist purer Luxus, wenn man bedenkt, daß Leia ja auch nachts an die zwölf Stunden durchschläft. Da ich tagsüber aber manchmal das Gefühl habe, zu verblöden beziehungsweise zu platzen, weil es schon schwierig ist, auch nur zwei Sätze in ein Notizheft zu schreiben oder eine Skizze anzufertigen, ohne daß die Kleine dem Stift hinterherquengelt, bleiben von ihrem Nachtschlaf nur sechs bis sieben Stunden, in denen ich auch schlafe. Als Erwachsener möchte man nun einmal nicht um acht ins Bettchen, ein wenig kinderloser Freiraum muß schon noch sein. Also wird es abends regelmäßig spät und später, aber lieber müde + zufrieden und gaga als irgendwann nur noch gaga.
Das darf nicht falsch verstanden werden, ich liebe und genieße es, mich tagsüber voll auf mein Kind einzulassen, sie läuft nie einfach nur so nebenher, selbst wenn ich doch etwas erledigen muß, das Wäschewaschen etwa, binde ich sie ein. Wir singen dann und tanzen oder spielen Verstecken hinter Handtüchern oder sie ist ganz stolz, weil sie mir ganz richtig nur die oberen, weißen Sachen aus dem Korb gibt. Aber dieses ständige Geduldigsein, Fröhlichsein, Fürsiedasein erschöpft eben auch.
Was aufrecht hält ist der Tagesrhythmus, und da lasse ich niemanden zwischen.
Auch den Karpaten nicht.
Er war jetzt zweimal verreist, beide Male mit Freunden und beide Male war sein Urlaub nicht allzu erholsam, da die jungen Männer eine nicht eben alkoholfreie und geruhsame Zeit miteinander verbrachten. Dann will daheim der Wäschestapel schnell wieder abgebaut werden und ein wenig Schlaf gegen den Restkater schadet ja auch nicht.
Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Ist der Mann dann zu versifft um in akzeptabler Zeit das Kind anzuziehen oder Essen zuzubereiten oder übersieht, daß es JETZT gewickelt werden sollte, dann gibt es schon einmal Streit. Vielleicht bin ich einfach diejenige, die mehr Zug hat, jedenfalls lasse ich mir meine so mühsam aufgebaute Hülle nicht kaputtmachen, von wirklich niemandem. Vielleicht ist es auch eine Blase und keine Hülle und sie zerplatzt statt zu schützen, sobald das zweite Kind seine Ansprüche an mich stellt, die ich meine eigenen Bedürfnisse tagsüber kaum mehr wahrnehme, das wird sich zeigen. Jetzt aber ist mir ziemlich egal, wer außen vor bleibt, wer stört, bleibt draußen.

(Im Juli gekleckst, bei 30°.)
