Erwartungen, eigene und fremde, dazu Gelüste, die sich alle mit dem kleinen Ball mittendrin streiten, der meine Kraft darstellt. So wird das nichts, so kann das nichts werden, und doch läuft es irgendwie. Es ist ja doch nicht mehr alles so einfach, seufze ich.
Ich brauche Urlaub, Erlaubnis, zu gehen, einfach mal woanders zu sein, und verdammt, ich werde ihn bekommen, meinen Urlaub. In meiner Phantasie sehe ich eine Landschaft, die das platte Brandenburg wahrlich nie wird bieten können (dabei mag ich die trockene Mark), Paläste, barock ausgestattete Räume, Torten, zwölf Stunden Schlaf in einem riesigen Bett und das nächtelang, hintereinander, Bücher, Bilderrahmen mit echten Passepartouts anstatt billigen Tonpapiers in Form geschnitten, und über allem klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp-klapp.
So ein Urlaub muß jetzt sein, wenige Wochen bleiben mir noch, danach habe ich dann zwei Kinder, die ich unmöglich durch die Weltgeschichte tragen oder dem Karpaten allein überlassen kann, dann ist noch einmal Sauregurkenzeit, auch Stillzeit genannt. Nicht daß Mißverständnisse aufkommen, das ist schon alles so geplant und gewollt, aber im Hinterkopf bin ich mir doch im Klaren darüber, daß es zumindest für eine Weile nicht unkomplizierter wird mit den beiden Kleinen, das ist eben so.
Wer dabei Hintergedanken hat, der kennt mich schlecht, vielleicht bin ich aber auch nur die einzige, die zu naiv für derlei ist. Oft ertappe ich ja andere bei Mutmaßungen, ob nicht dies oder das strategisch günstiger und fies ausgeklügelt sei und bemerke dann an mir, daß ich viele Dinge einfach so hinnehme, wie sie sind.
Wie sie mir erscheinen.
Wie sie sind?
Wie mir ist?
Wer kann das schon auseinanderhalten? Und zuviel Mißtrauen hat noch keinem weitergeholfen.
Urlaub war das Stichwort. Bahnfahren, Autofahren, Fahren überhaupt, ich liebe es zu fahren und ich werde fahren!
Berge und Torte? Klingt ja fast nach jemandem bestimmten am Tegernsee…
Kommentar von cvs am 28. Julie 2009 um 14:06 | Link