das ist mit Kindern eben so. Gut, gut, die ollen Dinge wie Windeln wechseln oder Schreiphasen wiederholen sich, obwohl der Inhalt der Windeln zum Beispiel, der ist ja quasi … ich schweife ab.
Am Dienstag mit Frau Antonmann bei Jette war Leia das erste Mal barfuß im Sandkasten. Das mag unglaublich banal klingen für jemanden, der noch kein eigenes Baby hat, wie groß aber dieser Schritt ist, ist vielleicht doch nachzuvollziehen: Man stelle sich ein Neugeborenes vor. Winzig klein, zerbrechlich, zart, furchtbar empfindlich und so — frisch. Monatelang ist jeder Luftzug eine unglaubliche Gefahr (Leia hat sich letztes Jahr im heißen August bei über 30° eine Mittelohrentzündung geholt, sollte dies nicht in der zugigen S-Bahn geschehen sein, verstehe ich es immer noch nicht.), man legt es nur auf sauberste, kuscheligweichste Decken, sieht zumindest die ersten Tage alle paar Minuten nach, ob es ihm gutgeht (Plötzlicher Kindstod! Keine Ironie.), kocht alle Fläschchen aus und putzt und macht und tut und nur wenig später (Was ist schon ein Jahr?) SOLL MAN SEIN BABY EINFACH NACKT IN DEN DRECK SETZEN? Das war schon eine ziemliche Überwindung.
Das zweite erste Mal an jenem Tag war, daß sie wirklich und richtig mit anderen Kindern gespielt hat und diese mit ihr. Ich bin immer noch ganz gerührt.
Auf dem Heimweg dann ist sie in der Bahn auf meinem Schoß eingeschlafen, das Gesichtchen in meinen Ausschnitt geknautscht, die Händchen anfangs um meine Oberarme gelegt, bevor sie dann immer weiter heruntersanken und schließlich herabhingen, je mehr Zeit so verging und je mehr Spucke sie zufrieden in mein neues Shirt atmete. Und zum ersten Mal war es mir egal, daß da ein Kleidungsstück zumindest für den Heimweg über ruiniert war, so glücklich und engelhaft, wie sie da so in ihrem Wagen lag, hat mich sowieso niemand mehr angesehen.
Rock my Boat!