auf der Spur ist, dann geht man weiter, klar.
Im Leben, im echten Leben, wo man bei dieser Hitze Arschwasser hat und doch nur verschämt sagt, daß man gerade schwitzt, ist der Punk meistens ganz weit weg, so weit, wie Mitte es von Schöneweide sein kann oder du von mir. Da kann die S-Bahn tausendmal nur zwanzig Minuten brauchen und wir eigentlich nebeneinander sitzen, es ist eben so.
Punk und Wahrheit und meine Blutschweißtränen, unterwegs ist etwas verlorengegangen.
Ein klebriger Film zieht sich über den Tag und den nächsten und übermorgen auch und enden wird das nicht mehr, dazu lebe ich schon zu lange so, daß ich am Ende nichts mehr wirklich vertrauen kann. Es ist ein wenig unfair, das weiß ich selbst, hinter jedem Wort ein anderes zu sehen, ach was, sehen, von einem anderen angebrüllt zu werden, innerlich bin ich ganz Sibirien.
Tchechow schreibt aus Sachalin, daß die Fuhrleute, die Bauern, selbst die Tiere dort so abgestumpft sind von der Kälte und Stille und Einsamkeit, von der Verzweiflung am Ende der Welt, daß sie sich nur noch mit Brüllen äußern, stundenlang müsse man brüllen, bis die Fähre übersetzt, gerade noch vor dem Aufgeben, immer nur gehe es gerade noch so vor dem Aufgeben weiter, man ist immer nur kurz vor der Grenze zum Tod, der Erlösung wäre und kommt doch nicht davon.
Die Rettung als fieseste Folter.
Ich hätte dieses Buch heute nicht anfangen dürfen, ich hätte ganz andere Sachen nicht beginnen dürfen, jetzt ist mir so Sibirien. Laß es morgen wieder Schöneweide sein, ich bin ja jetzt bescheiden.
Ich nehme an, bei euch ist es inzwischen auch wieder kühler geworden, unabhängig von der inneren sibirischen Kälte tschechows’er Art.
Schwanger ist Hitze ja wesentlich schlechter zu ertragen als im unschwangeren Zustand.
Im nächsten Jahr wird sie dir dann nicht mehr so viel ausmachen, die Wärme, wenn du dann mit deinen zwei Kindern unterwegs sein wirst.
Frage mich gerade, ob es das Wort Unschwanger überhaupt gibt? :-)
Liebe Grüsse
Kommentar von sternenschein am 10. Julie 2009 um 00:35 | Link
Ds Wort für “unschwanger” wäre eigentlich “normal”, aber nach “schwanger” ist das wohl nicht mehr möglich. ;-)
Kommentar von Julie Paradise am 10. Julie 2009 um 01:01 | Link
*lach* natürlich wirst du anschliessend wieder “normal” sein. Oder fast jedenfalls.
Sagen wir mal, eine “normale” Mama und Frau.
Du bist ja nun Mutter von ganzem Herzen, wenn ich so deine Einträge verfolge. Wovon du damals bei dem ersten Kind selbst etwas überrascht warst, wenn ich es richtig erinnere.
Frage mich, ob eine Frau die Mutter geworden ist, jemals wieder so werden könnte, wie sie war, bevor sie es wurde?
Kann ich als Mann nicht so beurteilen. Obwohl als Vater wird man auch nicht wirklich wieder so, wie man als Nichtvater war.
Dieses alles nicht gemeint im Sinne einer konservativen Mutterrolle. Eher von den Gefühlen her, was Verantwortung und soweiter angeht.
Da wären wir wieder bei Unschwanger, was Männer in der Regel immer sind, und Frauen wohl die meiste Zeit ihres Lebens.
Schwangerschaftstest sollten umbenannt werden in Unschwangerschaftstest!, denn die meisten die ihn sich kaufen, wollen ja gerade nicht bestätigt haben, dass sie schwanger sind, sondern dass sie unschwanger sind. Das sie normal sind steht unabhängig vom Test wohl ausser Frage, meistens jedenfalls.
Es ist wie mit deiner genialen Wortkreation in Punkto Twitter:
da machst du die Verfolgten auch zu Unverfolgten, oder waren es jetzt Nichtverfolgte? *grübel*
.
Kommentar von sternenschein am 10. Julie 2009 um 12:05 | Link
Muss mich berichtigen..
entfolgt heisst es bei dir. ;-)
bei einer so schönen Wortkreation kann es heute nur Schöneweide sein und nicht mehr Sibirien.
Hoffe ich jedenfalls.
Kommentar von sternenschein am 10. Julie 2009 um 12:19 | Link