Die Kleine kann jetzt plötzlich Sachen …
Schon länger interessierte sie sich für ihre Füßchen, das ist normal, Babys sind so, die bekommen sogar noch ihre großen Zehen in den Mund und man denkt sich nicht viel dabei. Etwas später ging sie dazu über, sich ihre Söckchen nicht mehr nur angelegentlich, dabei nicht weniger hartnäckig, abzustreifen, als sie es sowieso schon immer tat, sondern mit allerhöchster Konzentration. Seit vier-fünf Wochen etwa versucht sie schließlich, sich beim Wickeln nach dem Ausziehkampf ihre Socken wieder anzuziehen, und auch dies haben wir bemerkt und für süß befunden, uns aber eben nicht weiter darum gekümmert.
Was die Kleine jetzt aber tut, seit vielleicht acht Tagen, ist so rührend, daß mir immer ganz schummerig wird vor Stolz: Wann immer sie morgens, nach dem Spazierengehen in Sandalen oder nach dem Duschen meine Söckchen (zuhause trage ich statt Hausschuhen immer Sneakerssocken) sieht, bringt sie diese zu mir und versucht sie mir anzuziehen, meistens schafft sie das sogar so gut, daß ich nicht einmal mehr nachfassen muß, damit alles sitzt.
Es sind immer wieder diese Kleinigkeiten, die uns zeigen, was für ein Schatz dieses kleine Wesen ist, und wie viel sie schon mitbekommt, wie lieb sie zum Beispiel sein kann, wenn ich müde und erschöpft aussehe. Dann streicht sie mir öfter mal über den Kopf und bleibt länger als sonst einfach neben mir sitzen, daß ich nur noch denken kann “Hach!” Und gleichzeitig hat sie auch diese großartige “Pathosbremse”, etwa wenn wir abends vor dem Schlafengehen noch einmal in ihr Zimmer gehen, zwei Stäbe aus ihrem Gitterbettchen entfernen, falls sie morgens hinaus möchte. Dann fühlen wir, ob ihre Händchen nicht doch kühl sind, sehen nach, ob sie ihre Lieblingskuscheltiere noch griffbereit hat und lauschen ihrem Atem, und gerade in dem Moment, in dem wir vor Elternstolz und Babyschlaffrieden beinah zu gefühlsduselig werden –
pupst sie. Immer.
Es knattert richtig los und stinkt bestialisch und ist, so doof und eklig die Angelegenheit eigentlich sein könnte, so großartig und jedes Mal wieder so unerwartet lustig, daß wir uns gerade noch so beherrschen können, nicht laut loszuprusten, denn nach diesem Ausbruch folgt dann zuverlässig so ein zartes Seufzen, wie es wohl nur urzufriedene Kinder in ihrem Kuschelbettchen zustande bringen, und da ist er dann doch wieder, unser Pathosmoment.
Gute Nacht.
Nie wieder ohne kind! Nie!
schön gesagt, julie. so siehts aus. danke. :D
Kommentar von jens am 02. Julie 2009 um 08:08 | Link
hach*
` tschuldigung aber mehr text wäre überflüssig…
Kommentar von FRANZI am 02. Julie 2009 um 22:27 | Link