“Dein Schreibtisch ist ein einziges Minenfeld”, sagt der Karpate, und recht hat er. Was genau sich an Minen und Pulver, Tuben und Schätzen dort

verbirgt, erfahrt ihr in der nächsten Zeit, nach und nach. Es war ja schon immer viel, was ich an Stiften angesammelt hatte, aber seit dem letzten Mal ist es noch deutlich mehr geworden. Sehr viel mehr! Und beinah alles komplett. (Ich hege und pflege den kleinen sammelnden Buchhalter, der in einem stillen Winkel meiner Seele sitzt.)
Ihr seid schuld. Woran und wieso?
Nach jeder Familienfeier des Karpaten frage ich mich erneut, wie denn dieser wunderbare Apfel von so einem verwachsenen Birnbaum gefallen sein kann.
Huch, mein Abreißkalender steht ja noch beim letzten Dienstag, also, letzte Woche, nicht gestern.
So etwas geschieht jetzt öfter mal, daß Dinge liegenbleiben, gegen meine Absicht und ganz gegen meine Art.
Einige dieser Dinge berühren mich wider Erwarten gar nicht so sehr, manche aber schmerzen schon etwas. Angefangene Bilder etwa nagen an mir, denn der Schwung, die Idee des Beginns, sind meist unwiederbringlich weg. Anderes nehme ich dagegen inzwischen ganz unbefangen zur Hand, erledige, was immer ich schaffe und lege den Rest ohne Bedauern wieder fort, bis es weitergehen kann.
Mit der Verantwortung dafür, daß der Haushalt läuft, daß die Kleinigkeiten in der Familie geordnet sind, und sei es auch nur dem Herauslegen der Kinderkleidung und den Brei- und Frühstücksutensilien für den nächsten Tag bin ich gleichermaßen gelassener und verbissener geworden. Phasenweise ist alles gut, ein anderes Mal dann wieder nicht, so ist das eben.
(Ich blende gerade sehr vieles aus, was mir zuviel Kraft rauben würde und weiß nicht so genau, ob das nun sehr klug oder sehr dumm ist. Immerhin läuft es, irgendwie, und es wird weiterlaufen, irgendwie. Das wie kann man sogar beeinflussen, wenn man sich nur ganz viel Mühe gibt, und ja! genau das tue ich.)
Da war doch wieder mal kurz Zeit für ein Hasenbild …

… und noch eins …

(Wie gesagt, abgemalt aus den Büchern von Sam McBratney. Irgendwann —— also irgendwann, dann, später mal, wenn ich erwachsen bin, oder Rentnerin und immer noch nicht erwachsen, irgendwann also, möchte ich meine eigenen Figuren so niedlich finden, daß ich sie aufhängen möchte oder Kinderbücher daraus mache.)
daß meist nicht das Baby schlechte Laune hat oder bockig ist oder gerade nicht so funktioniert, wie ich es gern hätte, sondern daß es nur auf mein Verhalten reagiert. Oder auf seinen Bauch. Oder seinen Darm. Oder den Stand des Mondes am dritten Tage des Monats Kislew, von hinten links betrachtet. Oder was auch immer, egal, denn ich bin ja die Erwachsene hier und sollte über den Dingen stehen.
Oft reicht es schon, sich wenige Augenblicke zusammenzureißen, sei es auch noch so einfach sich erst einmal mitzuärgern, und stattdessen weiter fröhlich zu sein — oder auch nur zu tun — und schon strahlt die Kleine wieder.
(Man kann sich als Außenstehender vielleicht schwer vorstellen, wie schnell einen Babygebrüll aufregt, besonders wenn man von 7 Nächten in der Woche 5 durchgearbeitet hat, und wie wichtig daher solche Einsichten sind, verbunden mit dem bei mir zunehmenden Vermögen, in solchen Momenten innerlich einen Schritt zurückzutreten und mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.)
seines Verschlafens am Morgen des Muttertages fertigte der Karpate diesen

—– SELBSTBAUSATZ MUTTERTAG —–

denn das verrückte Schwein
wird immer bei dir sein.

(Ob das ein Trost ist, bei dem irren Blick?)
verwirrt das Schlurfen, obwohl doch niemand in meinem Abteil ist. Dann dämmert mir, es müsse wohl aus dem Führerstand kommen. Erleichtert, weil wenigstens dieser Geist vertrieben ist, denke ich wieder an Kerstin und daran, wie oft ich dies tue. Denn wer außer mir –?
Sie hat jetzt so Glotzaugen, meinte jemand; “Basedow”, und “Entschuldige” flüstere ich stiller als stumm.
Ich wollte doch ich weiß nicht mehr, das Vorn ist nicht so meine Richtung im Moment. Ich komme von einem Konzert und merke immer noch, daß ich so etwas nicht mehr kann. Jedes Pfeifen, jedes Klatschen, jeder laute Ton rammt mich in den Boden, bedrängt, als wären die Geräusche Wasser und ich am Ertrinken. Viel Wasser kommt da zusammen an so einem Abend, endlos viel und quälend lange. Panik macht sich breit und ich versuche tapfer zu sein, immerhin ist es eine Einladung und wer bekommt schon Angstzustände, wenn er eine großartige Band sehen kann?
Hinterher dann die Einsicht: Für mich nur noch Akustikkonzerte, mit zarten, leisen Frauenstimmchen, mit Sitzplatz und frischer Luft. Und Ohropax.

da haben wir gedacht,
wir schicken Dir ein schönes Bild,
weil Dir das Freude macht!
Herzlichsten Glückwunsch, liebe Anne!
Wer will, wer will, wer hat noch nicht?
Im ePetition-System des Deutschen Bundestages kann seit kurzem die Petition Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten mitgezeichnet werden, also schnell dorthin! (Die erforderliche Anmeldung dauert keine zwei Minuten, soviel Zeit muß sein.)
Hier der Wortlaut:
Text der Petition
Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung
Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.
(via Netzpolitik)

(Für’s Kinderzimmer.)
Ich habe da so ein Ding mit blauen Blumen zu laufen (sie nur leider nicht mit mir).




Für so Minutenaquarelle sind sie aber ganz nett.