Ich kann es nicht mehr hören! Wer es doof findet, soll es entweder nicht benutzen oder, wie ich mir jetzt anmaße zu behaupten, richtig benutzen.
Richtig benutzen bedeutet zum Beispiel im Falle derjenigen, die argumentieren, sie bekämen nur langweilige Statusnachrichten ihrer Bekannten zu lesen, daß sie denen eben nicht mehr folgen. Und sich dafür andere Twitterer suchen, die interessanter zwitschern.
Ich selbst bin bei Twitter ja sehr, sehr wählerisch. Ich folge nur 25 Leuten und das aus gutem Grund. Diese Menschen machen entweder gute Wortwitze, die mich öfter mal zum Schmunzeln bringen, ohne daß eine tiefere persönliche Bekanntschaft dahinterstünde (frank l., St. Burnster und Fred) oder sie sind so gute Freunde und Bekannte, daß viele ihrer Tweets mich auch als SMS erreichen könnten. Es ist dann oft so, daß ich über ihre Laune und Befindlichkeit auf diese unaufdringliche Art und Weise Bescheid bekomme, was sie gerade angeht, freut, ärgert. Und wenn ich dann merke, daß jemand vielleicht traurig oder frustriert ist, dann kann ich nachfragen oder eine kleine Aufmerksamkeit verschicken, und sei es ein lustiges Katzenbildchen.
Was für mich Gründe dafür sind, jemandem nicht (zurück) zu folgen: Ich kenne ihn schlicht nicht.
Er blipt nur, schreibt also automatisiert, welche Musik er gerade hört (und verlinkt darauf).
Er schreibt nie einen Tweet selbst, sondern läßt nur automatisiert neue Blogposts ankündigen.
Er kündigt neue Blogposts an, aber mit verdeckter URL. Ständig.
Er verwechselt Twitter mit einem Chat und klatscht meine Timeline mit @replies voll, am besten immer zehn Antworten hintereinander. Alles mit Smileys.
Er twittert ausschließlich darüber, daß seine ultramodernen Gadgets alle doof sind, nicht funktionieren und macht Insiderprogrammiererwitze.
Er läßt seine Tweets auf seinem Blog zusammenfassen, von dem ich den RSS-Feed abonniert habe. Doppelt gemoppelt muß ich Gezwitscher nun auch nicht lesen.
Ach, und Leute, die es auf 50 Tweets am Tag bringen, überfordern mich einfach mit ihrem Mitteilungsbedürfnis.
Das alles hat sich mit der Zeit als mein ganz persönliches Gebrauchsmuster von Twitter entwickelt und ich bin zufrieden sowohl mit der Qualität, dem Unterhaltungsfaktor und dem Informationsgehalt als auch mit dem Umfang der mich erreichenden Tweets. Vielleicht sollten die, die sich über Twitter beschweren, einfach mal probieren, alles was sie nervt einfach abzustellen, sich ihr eigenes Twitter zu basteln und statt jedem zurückzufolgen und sich dann über Masse und Belanglosigkeit zu beschweren, selbst wählerischer zu werden.
Nurmalso.
Wow! Sehr gut geschrieben, kann ich (in allen Teilen) nur unterstreichen.
Kommentar von Torsten am 19. März 2009 um 13:29 | Link
Prima Idee. Es hat mich zwar noch nicht direkt gestört, doch jetzt, wo ich Deine Gedanken lese, wird mir klar, dass die Typen, die sich für besonders begehrt halten, die uninteressantesten Kommentare abgeben. Und ich habe einfach Schwierigkeiten, die guten Infos zu lesen, in all dem Rauschen.
Kommentar von switchpack am 19. März 2009 um 22:41 | Link
Mein Twitter ist mir schon etwas ans Herzchen gewachsen, aber ich mußte es mir eben erst einrichten, es so richtig kuscheliggemütlich machen. ;-)
Kommentar von Julie Paradise am 19. März 2009 um 23:51 | Link
“Vielleicht sollten die, die sich über Twitter beschweren, einfach mal probieren, alles was sie nervt einfach abzustellen, sich ihr eigenes Twitter zu basteln und statt jedem zurückzufolgen und sich dann über Masse und Belanglosigkeit zu beschweren, selbst wählerischer zu werden.”
dankedankedanke.
Kommentar von miss sophie am 20. März 2009 um 17:25 | Link
Da fällt mir ein, dass ich heute unbedingt noch blippen muss, ca. hundert Tweets noch auf ihr Retweeting warten und ich auch schon lange nichts mehr gebloggt habe, was man via Twitter ankündigen müsste. Wärm schonmal den Unfollow Button vor ;)
Kommentar von robert am 20. März 2009 um 17:41 | Link
Und mir fällt da noch ‘ne Frage ein @ Julie.
Was würdest Du denn machen, wenn sich jemand, der Dir folgt und dem Du folgst, *erst später* durch eine oder mehrere der oben von Dir beschriebenen Nervigkeiten als nervig für Dich herausstellt? Würdest Du ihm oder ihr im Sinne der Twittertreue weiter folgen (man hat sich halt immer gefolgt und wird es auch weiter tun) oder das Following removen, weil er oder sie Dir halt nun etwas oder viel auf die Nerven geht? (Zumindest stell ich mir die Frage grade selbst.)
Kommentar von Torsten am 20. März 2009 um 23:40 | Link
Torsten: Selbst wenn es mir leid tut und etwas schwerer fällt, wenn ich denjenigen auch persönlich kenne, weil ich annehmen kann, daß er vielleicht doch etwas beleidigt sein könnte, entfolgt zu werden: Wenn es zu arg wird, dann folge ich ihm nicht mehr. Ich bin eine Zeitlang ungefähr doppelt sovielen Leuten gefolgt, auch entfernteren Bekanntschaften, aber irgendwann habe ich für mich entschieden, daß ich das, was ich über Twitter zu lesen bekomme auch wirklich “verfolgen” können möchte und eben nicht mit diesem Grundrauschen aus 1000 Stimmen zurechtkomme.
Ich habe auch schon erlebt, daß Leute plötzlich begannen, Twitter nur noch als Motzkübel zu gebrauchen oder 50 Tweets am Tag abzusenden. Das möchte ich nicht lesen und muß es daher auch nicht abonnieren.
Im Gegenzug verzichte ich auf die Option, @replies anderer Twitterer an solche, denen ich selbst nicht folge, ausblenden zu lassen, weil man über diese Funktion doch ab und zu spannende neue Leute kennenlernt oder Diskussionen mitbekommt, die einem sonst verborgen geblieben wären. Insgesamt hält _mein_ Twitter täglich ca. 100 bis 150 Tweets für mich bereit, und ich finde es schön, hinterher zu wissen über welche Witze @marthadear gelacht hat, daß der Graugnom seine kleinen Fäustchen im Schlaf ballte und Papa voller Stolz war oder daß der knuffige Herm mal wieder über seinen Smarties eingeschlafen ist.
Auf die Nerven gehen lasse ich mir jedenfalls nicht mehr. ;-)
Kommentar von Julie Paradise am 21. März 2009 um 00:05 | Link
Ich bin noch nicht so lange bei Twitter, und kenne mich mit dem Funktionen noch gar nicht so recht aus. Die Favoriten-Funktion wäre - wenn ich die richtig verstanden habe - ja vielleicht auch eine Möglichkeit aus einem größeren Pool, sich die interessantesten Tweets herauszupicken. Allerdings glaube ich, dass dann jeder diese “Selektion”, die man getroffen hat, einsehen kann. Konsequenter ist dann schon Deine “Vorgehensweise” - die ich, wie gesagt, zu 100 % nachvollziehen kann. Danke für die umfassende Antwort und Deine (zur Nachahmung inspirierende) Meinung zu dem ganzen Twitterding.
Kommentar von Torsten am 21. März 2009 um 00:25 | Link
Ich mache das alles nicht (hoffe ich) und würde mich deswegen über eine Rückverfolgung freuen :), habe Dich eben gefollowed.
Kommentar von Raventhird am 21. März 2009 um 18:33 | Link
Ich habe ein tolles Twitter-Tool für euch ;-) http://twittersnooze.com/
Kommentar von markus jakobs am 07. April 2009 um 15:27 | Link
Ein lustiges Katzenbild von Julie, Traum jedes Twitterers!
Kommentar von schaezle am 14. April 2009 um 12:24 | Link
Ja, ja, ja, danke ;)
Ich followe auch nur Leuten, die auch interessantes zu berichten haben.
Und Obama. Aus Prinzip.
Kommentar von Alissa am 28. April 2009 um 18:25 | Link
warum eigentlich nur “Er” oder meinst du damit doch “emergency room”!?
sind es denn wirklich nur männer, deren verhalten du hier in frage stellen willst?
nicht das ich mich mit twitter gut auskennen würde, mir war das einfach aufgefallen und natürlich könntest du mit dieser pauschalierung recht haben…
Kommentar von patstome am 09. Julie 2009 um 13:48 | Link
Twitterfollowerzahlen als Penisverlängerung ist wohl eher männlich … *g*
Kommentar von Julie Paradise am 10. Julie 2009 um 01:02 | Link
ach deswegen brauche ich das ganze zeugs nicht, verstehe ;P
Kommentar von patstome am 10. Julie 2009 um 12:37 | Link