Eltern sind doof!

Sind sie natürlich nicht, aber bereits in der ersten Schwangerschaft wird man von Ratgebern und Wohlmeinenden darauf hingewiesen, wie überaus praktisch der Kontakt zu anderen Schwangeren, die ja dann auch Mütter werden und überhaupt anderen Familien doch ist.

Praktisch kann mich mal. Eltern sind doof!

Alle Eltern(paare), die ich bisher nur kennengelernt habe, weil sie eben Eltern sind, liegen so gar nicht auf meiner Wellenlänge. Auch bekindete Bekannte, mit denen man vorher nichts weiter zu tun hatte, nach der Geburt des Kindes aber Floskeln wie “Jaja, jetzt mit den Kindern sieht man sich bestimmt öfter” austauschte, warten vergeblich auf ein Wiedersehen.

Vielleicht bin ich ja unsozial, aber solange ich es vermeiden kann, werde ich meine Zeit nicht mit Leuten verplempern, die ich nicht mag und nur aus “praktischen Erwägungen” und “damit die Kinder miteinander spielen können” treffen würde. Ich will nicht immer nur über das Baby reden und noch weniger über fremde Blagen, denn Blagen sind es, die die anderen mitbringen. Im konkreten Falle ist es ein Kind in der näheren Bekanntschaft, das dermaßen anstrengend ist, daß ich, hätte ich nicht bereits ein wesentlich ruhigeres, ausgeglicheneres, angenehmeres Baby, den Gedanken ans Kinderkriegen glatt wieder abgewürgt hätte. Es gibt so Gören, die vergällen einem alles, da ist man froh, wenn man noch für Sekundenbruchteile ein eingefrorenes Lächeln hinbekommt bevor sich endlich! die Wohnungstür hinter dem Besuch schließt und man sich an Aufräumen macht. Beim letzten Mal fühlte ich mich wie eine Trümmerfrau, so hatte der Bengel sich in der ganzen Wohnung breitgemacht. Angesteckt hat das Rotzgör uns auch noch, deshalb war es hier in den letzten Tagen übrigens so ruhig, und aus Wirbelsturm und Zellstoffhaufen habe ich gelernt: Wenn es mit den Eltern vorher schon wenige Gemeinsamkeiten gab, dann gibt es sie mit Kindern auch nicht in größerem Maße. Auf solche Arten von “Freundschaft” kann ich gut verzichten.

März 9, 2009 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. 10.03.2009 - Eltern sind überbewertet | Endl.de Weblog
  1. Sie sprechen mir aus der Seele.
    Ich renne sogar extra schnell vor diesen Muttigrüppchen im Park weg - nicht das man noch eingemeindet wird. Das ist nicht unsozial, das ist gesund.

    Kommentar von FRANZI am 09. März 2009 um 22:11 | Link

  2. Ich fühle mich in den Müttergruppen auch nie wohl. Sämtliche Kurse, die ich meiner Tochter zuliebe besuchte, habe ich jeweils fluchtartig nach Ende wieder verlassen.
    auf die guten Ratschläge und Tipps kann ich verzichten. Mich plagten danach meist ein schlechtes Gewissen und Versagensängste, da ich mein Muttersein nicht mit allen Fasern meines Körpers auslebte.
    Vor längerer Zeit habe ich jedoch auch zwei Mütter kennengelernt, denen es genau gleich geht. Und plötzlich hat es geklappt mit dem Austauschen. Sie haben die gleichen Voraussetzungen wie ich. Gehen beide auch arbeiten, haben ihr Kind in der Krippe und interessieren sich auch noch für andere Sachen wie Windeln und kindliche Förderung. Dann tut es gut, mit jemandem zu reden, der ähnliche Probleme hat.
    Mit dem Freundeskreis habe ich auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Was vorher schon nicht gut gepflegt wurde, wird auch mit Kindern nicht besser.

    Kommentar von silberpfeil am 10. März 2009 um 08:34 | Link

  3. erholsam deine einstellung!

    Kommentar von meistermochi am 11. März 2009 um 01:42 | Link

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