try. Herms. video.

Herm und Ju haben Anfang Januar unter Mithilfe der streetartallwissenden Anne dieses wundertolle Video aufgenommen. Angucken!


try. from hermsfarm on Vimeo.

Februar 9, 2009 | In Video | 1 Comment | TrackBack-URL

Ryan Gosling singt. Hach!

Man verzeihe mir diese etwas kleinmädchenhafte Überschrift, aber Ryan Gosling ist — ein äußerst sympathischer Kerl. Und hübsch. Und klug. Und nett. Ganz bestimmt. Und selbst wenn nicht, ich werde ihn ja nie kennenlernen, solche Illusionen sind also langlebig. (Zumindest solange, wie ein Filmstar nicht seine Jugendliebe und die drei süßen kleinen Kinder für ein schwedisches Unterwäschemodel verläßt. Aber DAS würde Herr Gosling selbstverständlich nie tun.)

Jedenfalls, Ryan Gosling singt, wie mir Anne per Link bereits vor Wochen mitteilte. Und weil er das so klasse macht — Wieso können diese Amis beinahe alle singen? Ist das nicht irgendwie unfair? Unsereins klingt immer wie der letzte Loser der Castingshow. — ist dieses Video seither mein Gutenachtvideo geworden, das letzte Fenster im Browser, bevor ich mich in süße Träume wiege. Das kann ich euch nun nicht länger vorenthalten:

Aber das hier, Fräulein Anne, muß ein Irrtum sein!

Februar 8, 2009 | In Video | 3 Comments | TrackBack-URL

Man muß

jetzt immer so aufpassen, daß man nicht auf das Baby tritt.

(Puh, war das knapp!)

Februar 8, 2009 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

Enttäuschung am Bruno-Bürgel-Weg

Irgendwann, so denkt man, hätte man alle Enttäuschungen, seinen Heimatkiez betreffend, hinter sich und könnte nun einen weiten Bogen um die häßlichen Straßenzüge machen.

Irgendwann vorher, so denkt man, müßte es doch aber noch etwas zu entdecken geben, etwas Schönes, etwas Neues, zum Beispiel die lange Straße am Wasser in Oberspree, die Bruno-Bürgel-Weg heißt.

Irgendwann … war gestern.

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Normalerweise flanieren die Kleine und ich bei unseren täglichen Spaziergängen am Wasser der Spree entlang, auf der Niederschöneweider Seite des Kaiserstegs. Von dort aus kann man die neuen alten Industriebauten der Wilhelminenhofstraße betrachten, Entchen und Schwäne füttern, und mit etwas Glück läßt sich auch der Fischreiher blicken.

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Im Winter kommen die Wasservögel bis auf den Weg gehüpft und laufen einem lange lange hinterher in der Hoffnung, etwas Brot zu erhaschen, so lange, daß man sich zuweilen regelrecht verfolgt fühlt. Füttert man sie wirklich, sind sofort auch die Möwen da, die wie Kolibris in der Luft stehenbleiben und die Brotstückchen noch im Wegwerfen, nur einen Meter vor einem, wegschnappen. Man muß dann zusehen, wie man den Spatzen und Entchen doch noch einige Brocken zukommen lassen kann, die Möwen machen es einem nicht leicht.

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Gestern aber wollte ich weiter als bis zum Kaisersteg, den Bus wollte ich nehmen bis zum Bruno-Bürgel-Weg, in der Hoffnung dort eine nette Spazierstrecke zu finden. Wie auch die letzten drei Tage verpaßte ich den Bus, der direkt vor dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide, Britzer Straße hält. Die ersten Minuten nach der milden Enttäuschung darüber verbrachte ich mit dem Lesen von Infotafeln auf den ersten Metern des geöffnet daliegenden Geländes, viel mehr erfährt man jedoch im Internet hier oder hier oder hier oder auch hier. Geschichte lebt — und läßt mich gruseln. Sich vorzustellen, daß hier, mitten in einem Wohngebiet mit meist viergeschossigen Häusern ein Barackenlager “unbemerkt” Zwangsarbeiter gefangengehalten hat, gibt der ganzen Gegend mehr als einen Hauch Düsternis. Daß die großen stählernen Rolltore einmal offenstanden, was vielleicht einladend wirken sollte, stieß mich umso mehr ab. Also kehrte ich um und setzte unseren Spaziergang fort.

Die ersten drei Häuser eingangs des Bruno-Bürgel-Weges sind vielversprechend, prächtige Altbauten sind das, einer davon beherbergt eine Waldorf-Schule. Gleich dahinter allerdings verschlechtert sich der Eindruck durch abgeranzt aussehende, höchstens 15 Jahre alte Gebäude, ungepflegt und schmuddelig sehen diese aus, und diese Stimmung behalten von da an alle Gebäude und Grundstücke dieses Weges bei. Das Pflegeheim B. Effinger ist auch nur ein großer schwarzer Backsteinklotz, der “Verwahranstalt!” schreit und Langeweile und Eingesperrtsein. Je weiter man läuft, umso weniger wundert man sich, daß es so menschenleer ist, daß kein Bus hier entlangfährt obwohl doch die Strecke so lang ist, es sieht aus, als stünde die Zeit still. Bis auf Vereinsheime und deren Sportplätze gibt es auf der Wasserseite kaum Bebauung, der Weg zum Ufer ist überall versperrt. Auf den Grundstücken stapeln sich oft Schrott und auf der anderen Seite der Straße, die unmerklich in ein menschenleeres Gewerbegebiet übergeht, sieht es nicht besser aus. Selbst nach langem Marsch, als das Ufer der Spree nur noch von einem schmalen Streifen Wald gesäumt wird, ist es häßlich dort.

Da war so eine Ödnis, die nicht nur durch das diesige Wetter oder meinen schwitzigen Fieberkopf zu begründen war und deren Stille nur hin und wieder durch das Krächzen einer Krähe oder das Röhren eines Motors unterbrochen wurde.

Heute geht’s wieder zum Kaisersteg.

Februar 8, 2009 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Notwendigkeiten

“Stillst Du noch?” werde ich manchmal gefragt.

Nein, ich stille das Baby nicht mehr, und je länger er her ist, daß ich es tat, umso mehr wird mir bewußt, wie ungern ich es gemacht habe.

Immer noch bin ich davon überzeugt, daß Stillen, so es denn möglich ist, das Beste sowohl für das Baby als auch für die Mutter ist. Die sehr große Nähe, die es bedingt, kann sich nur positiv auf der Verhältnis zueinander auswirken und ein großes Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens beim Baby aufbauen. Wer einmal gesehen hat, wie sich die Zusammensetzung der Milch während einer Mahlzeit — von wässriger Vordermilch zu sämiger Milch am Ende der Mahlzeit — oder während des Abpumpens der Milch (Oh je, schreibe ich das wirklich? Na, so ist es aber nun einmal.) verändert, der kann sich schwerlich vorstellen, wie diese industriell nachgemacht werden könnte. Außerdem werden Immunstoffe der Mutter weitergegeben, Antikörper, und durch das Stillen selbst wird die Gebärmutter stärker als ohne angeregt, sich mit Nachwehen auf die ursprüngliche Größe zusammenzuziehen.

All dies zusammengenommen klingt es doch so, als wäre das Stillen eine großartige Sache. Mag ja sein, aber wohlgefühlt habe ich mich dabei nicht. Weder hatte ich das Gefühl “Wahnsinn, mein Baby ernährt sich monatelang nur von mir” noch “Oh, welch innige Erfahrung”, nein, ich habe es getan, weil es mir vernünftig erschien und mithin das Beste für das Baby zu sein versprach, aber deshalb muß ich noch lange nicht gern getan haben. (Ich hatte letztens eine kleine Auseinandersetzung mit einer Frau, die mich heruntergeputzt hat, weil ich nach vier Monaten langsam auf Folgemilch und B(r)eikost umgeschwenkt bin. Stillen oder Nichtstillen und wenn ja wie lange scheint weltanschauliche Wichtigkeit zu besitzen für manche Menschen.)

Das ganze macht nämlich nur dann Sinn, wenn die Mutter ausgewogen (und ausreichend) ernährt ist, was ich leider mit Mühe und Not bis dahin durchgehalten hatte, mir aber zunehmend schwer fiel.

Außerdem ist mein Schamgefühl einigermaßen ausgeprägt, und auch wenn ich mich für das Stillen an sich nicht schämte (wenn das Baby Hunger hat, kann ich nichts anderes tun), hielt ich es für eine Zumutung, mich ständig überall auspellen zu müssen, selbst wenn man letztlich gar nichts zu sehen bekam, weil frau sich ja so und so hinsetzen kann und dann das Shirt so und noch das Baby davor und noch ein Tuch drüber und so weiter …

Schlußendlich wurde mir die Nähe zuviel. Das mag jetzt hart klingen, aber die Vorstellung, daß ein Wesen dermaßen schon seit Monaten und noch für lange lange Zeit so sehr von mir und meinem Körper abhängig sein soll, ängstigt mich. Ich liebe mein Baby sehr und könnte es den ganzen Tag mit mir herumtragen und knuddeln, aber diese direkte körperliche Verbindung, dieses “Aussaugen” wurde mir immer mehr zur Last. In der Schwangerschaft ist es in Ordnung, als “Hülle” zu fungieren, alles Mögliche zu tun und zu lassen, damit es dem kleinen Wesen gutgeht, danach war es eben mit dem Stillen auch noch eine Weile lang erträglich, bestimmte Nahrungsmittel nicht essen zu können (Alles, was Zitronensäure enthielt, ist ihr nicht bekommen, also auch normaler Eistee, von vielen Obstsorten abgesehen, die sofort üble Entzündungen im Windelbereich verursachten.) oder mich nach dem Duschen nicht einzucremen, weil die Kleine den Geruch nicht mochte oder ich Angst hatte, sie könnte die Creme nicht vertragen. Aber zunehmend hat mich das alles eingeengt, denn wenn ein Baby zum Beispiel unter Koliken leidet und gestillt wird, ist ja immer die erste Frage, was denn die Mutter gegessen hat. Und plötzlich schwingt sich jeder zum Experten dazu auf, was denn bläht oder unbekömmlich gewesen sein könnte. “Uhoh, Erdbeeren, klar, die darf man nicht essen. Kartoffeln? Nein, das geht nicht.” Bis ich schließlich so verunsichert war, daß ich selbst in jeder Unpäßlichkeit meines kleinen Töchterchens Ernährungsvergehen meinerseits als Ursache fürchtete. Als sie schließlich nach knapp vier Monaten unersättlich schien und ich mich immer ausgelaugter fühlte, beschloß ich, daß Schluß sein müsse.

Also haben wir zwei uns zusammengesetzt, tief in ein Minigläschen Frühkarotten geschaut und beschlossen, daß Essen eine ganz feine Sache ist. Für uns beide. Nachdem der erste Anfang getan war, hatte sich das Thema Stillen innerhalb von zwei Wochen erledigt. Sie hat seitdem keine Koliken mehr und ich meinen Körper wieder.

Das mußte mal gesagt werden. Auch, weil mich verschiedene Leute darauf angesprochen haben und ziemlich unterschiedlich auf das recht frühe Abstillen reagier(t)en.

Februar 7, 2009 | In Soso | 10 Comments | TrackBack-URL

IM_MER!

Warum rufen immer alle gerade auf dem Telefon an, das ich nicht stummgestellt habe, bevor ich mich mit dem Baby zum (Vor)Mittagsschlaf hinlege?

Die Kleine wacht dann auf, erschreckt sich, brüllt wie am Spieß ohne sich beruhigen zu lassen und der ganze Vormittag ist, unfein gesagt, im Arsch. Bis zur nächsten Schlafrunde ist sie dann müde, weinerlich, klettenhaftäußerst anhänglich, kann aber nicht mehr einschlafen. Gnaaa.

Februar 6, 2009 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Gegenüber auf dem Dach

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Februar 4, 2009 | In Mennofaktur | 4 Comments | TrackBack-URL

Sprotten

aus der Dose sind meine heimliche Leidenschaft.

Februar 4, 2009 | In Soso | 15 Comments | TrackBack-URL

Gleich drei auf einmal

Der Knoten ist geplatzt, glaube ich.

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Im letzten Jahr nämlich ist etwas geschehen, oder besser: Nicht geschehen, was ich vorher in meinem Leben nicht für möglich gehalten hätte. Ich hatte seit Mai 2008 nur noch ein Buch angefangen — und dieses bis gestern nicht einmal zuende gelesen. Es war kein dickes oder anspruchsvolles Buch, im Gegenteil, denn Walter Moers‘ Roman Wilde Reise durch die Nacht nach und mit Illustrationen von Gustave Doré ist äußerst leicht zu lesen, spannend und unterhaltsam. Nachdem ich es also im ganzen letzten Jahr nur auf 24 Seiten gebracht habe, las ich es gestern in einem Rutsch aus.

Mit dem Schmetterlingsbuch bin ich seit vorgestern durch und den herzerweichenden Comic Laika habe ich ebenfalls am Montag fertiggelesen.

Jetzt freue ich mich immer sehr auf meine Bettlektüre Coraline, mit der ich ebenfalls heute oder morgen zu einem Ende kommen werde.

[Edit: Ich sehe gerade, wie wundervoll die Seite zur Filmadaption gemacht ist, besonders unter dem Menüpunkt Maps. Hach!]

An sich wäre solcherlei in meinem Leben niemals erwähnenswert gewesen, da mein sonstiger Schnitt seit ich lesen kann mindestens ein Buch pro Woche, gern auch mehrere gleichzeitig, betrug, seit der Geburt des Babys allerdings haben sich die Dinge doch gehörig verändert. Sie tun es immer noch, aber auf eine gute Art.

Februar 4, 2009 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Wie im Film

Ist es gut oder schlecht, daß man in Extremsituationen so aus sich heraustritt, alles nur wie auf einer Leinwand wahrzunehmen? Das Rauschen meint wegdrücken zu müssen, was sich vor die Kopfhörer, also, die Ohren, also die Realität schiebt und zu hoffen, daß der Film endlich besser wird.

Wird er nicht. Der Scheißfilm hört gar nicht mehr auf, seit dem Anruf.

Bisher war ich so glücklich, Anrufe nicht mit schlimmen Nachrichten zu assoziieren. Es war sehr traurig, als meine Omi über Nacht starb und Mutti morgens anrief, aber es war vorhersehbar. Dieses Mal war es überraschend.

Was also tun? Wen zuerst trösten? Natürlich den Anrufer, dann aber das Baby, welches aufgeschreckt wurde und kaum mehr zu beruhigen ist. Und dann losstürzen, hier alles vorbereiten, dort etwas bereitlegen, die Maske aufsetzen und durch die Stadt hetzen. Auf dem Weg zum Anrufer nach jeder beschissenen Verkehrsanbindung rennen müssen, weil man sich Sorgen macht. Als ob man unersetzlich wäre.

Vielleicht aber, man weiß ja nicht, vielleicht aber kommt es auf den Moment an, den man schneller ist.

Und dann steht man beisammen, sitzt beisammen, weint und lacht und fühlt sich so — blöd. Egal was man angesichts der Tragödie zu sagen hat, es erscheint unwichtig, banal, grotesk. Der Tod ist wie ein Elefant im Zimmer, um den man nicht herumkommt (ein geborgtes Beispiel), also tut man, was immer neben dem Elefanten zu tun noch möglich ist und übrig bleibt. Oder weniger, denn was immer man sagen möchte, es klingt immer noch dämlich. Selbst Dinge, die irgendwie gehaltvoller, weiser, passender wären, kommen nicht über die Lippen, denn dies fühlt sich an wie in einem schlechten Film. Man glaubt, das alles schon einmal gehört zu haben und dieses Gleis verbietet sich dann irgendwie. Immerhin kann man sich noch in den Arm nehmen, das fühlt sich dann nicht gar so kopiert an. Nicht so falsch wie jedes Wort, das ich aussprechen würde.

Und daß ich kaum Erfahrung mit Trauer habe, eigener und fremder, zeigt doch auch nur, wie glücklich ich bisher war, oder?

Februar 4, 2009 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL