Das Konzert, auf dem ich am Samstag war, wird besser und besser, je mehr es sich in mir ausbreitet.
An dem Abend war ich alles andere als gut drauf, Kreislaufprobleme, Brechreiz, immer wieder mal ein Anflug von Atemnot und Klaustrophobie in der dunklen, vollen Halle, obwohl wir ganz weit oben auf einer recht leeren Balustrade standen und kaum jemand geraucht hat. Zwischendurch aber Momente voller Klarheit inmitten des Tunnels zur Bühne, in denen ich die Musik und das Licht in mich aufsog um es dann genießen zu können, wann immer ich es brauchen würde — jetzt zum Beispiel. Alles andere ist dann vergessen, der Schwindel, das Stechen, das Hämmern im Kopf, die Müdigkeit, die Angst, die mich manchmal quält und das Vielleichtnichtgenügenkönnen. Es ist weg und wann immer ich mich in die Erinnerung versenken kann, bleibt es verschwunden, und genau dafür liebe ich Konzerte.
Konzerte, aus denen man nach zwei Stunden wie aus einer Trance aufwacht und kaum begreifen kann, daß mehr als fünf Minuten vergangen sein sollen, sind das Sahnehäubchen auf meiner Erinnerungstorte. Man kann ja nicht immer nur Stulle essen.
Rock my Boat!