Es gibt so Dinge, die ändern sich nicht. Unter anderem das Gefühl, daneben zu sitzen und eigentlich zu stören, weil alles wichtiger ist als man selbst gerade. Kennt das jemand aus der Kindheit (eines Scheidungskindes, zugegebenermaßen), wenn man einmal im Monat beim Papa ist, der aber so gar nichts vorbereitet hat?
Dann steht man in der Tür und sieht, daß nicht aufgeräumt ist, daß noch Arbeit wartet — “Das muß ich jetzt noch schnell machen.” –, daß kein Essen da ist. Es ist ja nicht das erste Mal, also schluckt man den Kloß im Hals herunter, versucht tapfer zu lächeln und zu helfen, ist aber insgeheim doch etwas beleidigt und noch viel mehr traurig, wird tolpatschig weil aufgewühlt, schmeißt etwas herunter, wird noch nervöser und schon kracht es.
Manchmal kracht es nicht einmal, dann aber verschwindet der Halskloß ebensowenig, doch auch die Hoffnung bleibt ja, daß beim nächsten Mal alles anders werde. Bis zum nächsten Mal.
Wie naiv ich seit jeher bin.
sowas ist mir auch bekannt. mein vater hatte damals höchstens eine dose wiener würstchen im kühlschrank.
Kommentar von silka am 28. Januar 2009 um 18:42 | Link