und auch den Satz zurechtbiegen nur mit knapper Not. Der Heimweg ist wie aus dem Gleis gesprungen, denn wo ich mich im Kopfe diesejene Schritte machen sehe, da ist nicht mein Zuhause.
Ein kleines Teufelchen macht mich vergessen, wo ich auszusteigen habe und stellt mich an die Straßenbahn, das Engelchen dagegen lenkt mich zurück. Nicht eine Straße weiter, hier muß ich entlang, hier, einmal schon bin ich zur alten Wohnung gelaufen und merkte an der Tür erst, was ich tat.
Wenn das nicht beweist, wie vieles man gedankenlos so tut am Tag und in der Nacht, wie eingefahren solche Kleinigkeiten sind, was dann?
Seitdem ich klein bin, liebe ich es, mein Zimmer, die Wohnung im Spiegel zu betrachten, mich umzudrehen mit einem kleinen Handspiegel und alles einmal anders herum zu sehen. Es ist mein Zimmer, doch es sieht neu und frisch aus, aufregend und schön. Ein paar Minuten umgekehrt, dann wieder zurück, und etwas erleichtert, daß es doch so aussieht wie gewohnt, kann man es neu genießen.
Früher hätte ich um diese Uhrzeit mein Tagebuch hervorgekramt, hätte hineingekritzelt und über Thomas geschrieben oder Daniel, jetzt treibt ein kleiner Sido sich in meinem Kopf herum, doch Scherz beiseite: Die Müdigkeit macht mutig und meschugge, gerade eben noch bin ich nach der letzten Tram gerannt und erst zum Schluß, als sie schon anfuhr, besann ich mich und kehrte um. Der Heimweg ist jetzt kürzer, selbst wo er länger ist, denn mein Zuhause ist es mehr denn je.
Meine Gedanken und Gefühle, ja, leider auch die Ängste wohnen hier, vor allem aber lebt hier mit, was mir das Allerwichtigste ist. Wir sind hier, und manche von euch sind hier auch, die Elfe mit den bebenden Nasenflügeln, der Junge mit den Augenbrauen, der Wolf und der Peter und das Mädchen mit dem Lachen, das so wahnsinnig ansteckend ist. Schon daran zu denken macht lächeln.
Schlaft schön.
♡
Kommentar von anne am 17. Dezember 2008 um 02:43 | Link
;-)
Kommentar von Julie Paradise am 17. Dezember 2008 um 14:33 | Link