ich verstehe auch nicht, wieso ausgerechnet du immer wieder zwischen “Lesbian Teen Sex” und “Gaylordfuckers deluxe” im Spamfilter landest, und das auch immer nur ausgerechnet dann, wenn es zuviel Spam zum Durchgucken ist und es mir erst nach dem Löschen auffällt (durch die Wordpress - Benachrichtigungsmail), daß Du da mittenmang warst.
Ich wollte ja nicht, nie, auf gar keinen Fall, Babyfotos ins Blog bringen, aber:

bei mir würde alles anders.
Ich war so blöd.
die Bewohner Ost-Berliner Stadtbezirke,
umso mehr Nagel- und Fitnessstudios gibt es in der jeweiligen Gegend.
Türstehertypen und Animiermädchen,
irgendwo muß das Geld ja schließlich herkommen.
weißt du, man schliddert da so rein.
Ein Blick, die Erwiderung, klar, danach muß es halbwegs passen, einige Unterhaltungen, Treffen, Telefonate, und daß die Titten gefallen, trägt sicher mit dazu bei. Man muß dann nur noch den günstigsten Zeitpunkt abpassen, vielleicht hat sie nicht Bescheid gesagt, mal nichts anderes gleich danach vorgehabt, und schon ist sie in deinem Keller. Vorher war sie in deinem Kopf ohne es zu wissen, Wochen und Monate, und dieses Gefühl, wenn sie nur dort war und nicht vor dir saß — Folter. Eine Frau, die so etwas mit einem tut, hat es nicht besser verdient.
Ich meine, es war ja nicht richtig geplant, wenn du verstehst … nur mal so überlegt, wie es denn wäre, wenn jemand nur mir gehören würde. Denn was gehört einem denn schon auf dieser Welt? Dem nackten Mann kann man nicht in die Taschen, also, –
Ja, noch eins!
Ähm, wo war ich? Ach so, dem nackten Mann, du weißt schon. Naja, und dann ergibt sich das alles einfach so, Treffen, Auto, doch nicht noch mit hoch, ja wie jetzt? Warum denn nicht? Auch nicht hier fummeln? Eine Ohrfeige, ich war kurz wütend, wenn du verstehst, also, ihre Nase blutet und schon ist sie ruhig. Immerhin, viel Ärger gibt es nicht, ich weiß ja auch umzugehen mit Frauen. Klare Ansagen muß man machen, nicht so neumodisches Trara.
Wozu hab ich eigentlich Blumen gekauft? 5,99 futsch, einmal und nie wieder. Die Schlampen nutzen einen doch sowieso nur aus, denkst du denn ernsthaft, eine von deinen hat es je ernst gemeint? Die sind doch schneller wieder weg, als du gucken kannst. Nee, lohnt gar nicht, da noch großartig Gefühle für zu entwickeln, es gibt die eine, die dir zeigt, daß alles nur eine einzige große Scheiße ist, und das war’s dann. Ich bin da raus. Wenn die sich verhalten wie Schlampen muß man sie auch so behandeln. Die wollen das doch so.
Noch eins, klar doch! Und eins für meinen Freund hier!
Klar, das war nicht schön, als sie dann so verheult aussah, aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen, die hat es ja auch nicht interessiert, wie es mir geht, ich hab schließlich auch Gefühle. Weißt du, ich könnte ja nie wirklich jemandem wehtun, ich hab ein großes Herz, aber wer mich verarschen will, der lernt mich kennen, ich laß mir da nichts mehr gefallen.
Wie, Feierabend?
Kalle, bis bald mal wieder, ja? Oder willste gleich mitkommen, meine Kleine kennenlernen?
“Niemals aufgeben!” hatte er angesichts meines Babybauches gesagt, doch es sah nicht gut aus. Im Gegenteil: Schlecht war es bestellt um das Abendland und das Morgenland, überhaupt um alle Traumländer und Zeiten, die vordem so kostbar waren und vollständig mir gehörten.
Das Morgenland verhieß mir die Weite des ganzen Tages, Sonnenaufgang und Tau auf der Wiese, Fotoausflüge in den Wald oder paradiesische Ruhe bis an seine Grenzen, Frühstück bis zu Beginn des Nachmittags oder vermalte Stunden ganz allein. Das Morgenland gehörte mir nicht mehr und schien nun dem Untergang geweiht.
Die Zwischenzeit, die Zeit, deren Stunden verrinnen innerhalb weniger Augenblicke, die so undankbar flieht und dann hämisch lacht, daß sie entkommen, die Zwischenzeit also war bedroht.
Und dann erst das Abendland, der Teil des Tages, an dem ich am meisten mir selbst gehöre. Alle Notwendigkeiten und Ansprüche des Tages sind irgendwann hinter mir, und wer würde es wagen, mich zwei Stunden vor Mitternacht zu belästigen? Das Abendland hatte weite Grenzen, beinah unendlich schien es. Es reichte bis zum Horizont der Dämmerung und weiter, so weit die Augen blicken können, bis daß der Schlaf uns schied.
Leia kam, ein kleines Wesen und vertrieb mich für Wochen aus diesen Ländern. Gern ließ ich es geschehen, doch ein wenig Wehmut, ich gestehe, spürte ich doch. Ein Leben als Einarmige, gekettet manchmal an ein kleines Wesen, das stets Nähe sucht und Hunger und Bauchschmerzen verspürt, — nur ich kann ihre Leiden mindern, meistens jedenfalls.
Wo war es also, das Abendland? Das Morgenland, der Tag, wo waren sie?
Zusammengeschmolzen auf Viertelstunden, in der größten Ausdehnung, Viertelstunden der Ruhe und Muße vielleicht, aber ach! die Wäsche wartete oder durstige Balkonblumen, aber …
Aber ich gab nicht auf.
Und nun ist es wieder da, das Abendland. Prinzessin Leia geruht zu schlafen, sobald die Dämmerung einsetzt, und erwacht aus ihrem Schlummer erst, wenn die Sonne wiederkehrt. Die Kleine zeigt dann ihr schönstes Gesicht, lächelt und schäkert und kuschelt. Auch das Morgenland gehört mir wieder, teilweise, denn Leia schmiegt ihren kleinen Körper an mich, zwar nicht schlafend, aber zufrieden, daß meine Arme sie umfangen, bis die Uhr die siebte oder achte Stunde zeigt. Und die Zwischenzeit? Die Zwischenzeit gehört uns beiden, wir sind Herrscherinnen über Stunden um Stunden, die Zeit ist nur zu unserem Gefallen da, und wir nutzen jede Minute so, wie wir es gerade wollen. Kaum einmal ein Zwang, der uns quält, kaum Verpflichtungen, kaum mehr Hetze und Eile und Frust. Wir wollen kuscheln? Wir kuscheln. Leia hat Durst? Wir löschen ihn, egal, ob in zwanzig Minuten oder in einhundert.
Die Zeit gehört uns, und wir gehören niemandem.