Viereinhalb Stunden (Bauchgrimmen). Das muß Liebe sein.
Das Ergebnis der Bemühungen sieht dann so aus:

(Irgendwie wie weggeworfen … sie schläft aber einfach nur friedlich.)
Namen sind Schall und Rauch und Verwaltungsrealität, sie sind Anruf, Beschreibung und Bezeichnung, sie sind schier unumgänglich.
Die Dinge beim Namen nennen … und dann wäre da ja noch Dirk, dem sein Name paßt.
Mein heute genau vier Wochen altes Töchterchen Leia bekommt ihren Namen nicht allzu oft zu hören. Sie ist Spatz und Maus und Brausepaul, manchmal kleine Kackbratze, Sirenchen oder Hasemuckel, selten aber Leia.
Sicher, ihr Name ist nach reiflicher Überlegung gewählt worden, er war die Nummer eins vor Sara und Johanna, und er erscheint mir noch immer als die beste aller Möglichkeiten, aber etwas hemmt mich, ihn zu benutzen. Er ist so endgültig, so BÄMM! Stempel drauf!, so … banal.
Dieses kleine Wunder nur mit diesem einen Wort zu belegen, festzulegen, erscheint mir lahm und bedrückend, und so wird das kleine Wesen wohl noch eine ganze Weile lang so vielnamig sein wie sonst nur der Unaussprechliche selbst.
Mein Vater bezeichnete sich selbst, nach meiner Geburt und der enttäuschenden Feststellung, daß ich ein lebendgeborenes Mädchen war, als Büchsenmacher. Dies schien eine Form der Selbstkasteiung zu sein und lange Zeit hielt ich diese Geschmacklosigkeit für eine seiner widerlichen Eigenarten, bei niemand anderem hörte ich diesen Ausdruck.
Nun, ich habe mich wohl lange in den falschen, da richtigen, Kreisen bewegt.
Aber alles hat ein Ende, und so lernte ich, daß es immer noch Kerle gibt, die Mädchen als “Büchsen” oder “Dosen” bezeichnen. Die Cousine des Karpaten hat zwei kleine Töchter, der Cousin wird gerade Vater (mutmaßlich, nichts Genaues weiß man bald) — ein Mädchen und ich selbst habe ja seit vier Wochen die kleine Leia. Und schon wird geunkt, ein Fluch laste auf der Familie, denn: “Ihr könnt doch eh alle nur Dosen.” Das dahingesagt in einem Ton, der nur so trieft vor Geringschätzung und Ekel.
Widerlich.
sind wie meine Wut.
Will sagen: Sie kommt mir immer erst hinterher zur Hilfe, wenn es bereits zu spät ist. Dann schlage ich mir vor die Stirn und verwünsche den Konjunktiv.