Pflichtbewußt und heuchlerisch finde ich immer wieder, daß Berlin ja so eine tolle Stadt ist.
Alles gelogen.
Ich kenne Berlin gar nicht. Ich kenne nicht einmal Ostberlin. Ich kenne die Wuhlheide und Oberschöneweide.
Stylische Mitteparties? Hippe Menschen im Prenzlauer Berg? Kreuzberger Nächte? Zeig mir, wo der Nachtbus fährt und ich bin auf dem Heimweg. Nach Köpenick. Schon daß es neuerdings (seit weniger Jahren, als ich denken kann, ist in Heimatdingen neuerdings) Treptow-Köpenick heißt, ist mir nicht ganz geheuer. Von den Postleitzahlen einmal abgesehen. Hier am Friedhof steht immer noch 1160 Berlin, stilecht nur als Ölfsechzich auszusprechen.
Weiß der Geier, warum alle meinen, nach Berlin kommen zu müssen. Versteht mich nicht falsch, es ist schön, daß ihr da seid, wirklich! Für mich ist es toll, daß eine Stadt, deren Großteil mir völlig egal ist, so viele Menschen anzieht. Und dann auch noch so viele liebe, verrückte, kreative, seltsame Menschen. Kommt alle her, Platz ist genug! (Da fehlen ja noch so einige, die man viel zu selten sieht.) Wer dann vor der Tür steht, wird begrüßt mit Kommse rin, könnse rausgucken!
Sollen doch andere Berlin beschimpfen, das hat mit mir wenig zu tun. Ich bin weder gemeint noch fühle ich mich angesprochen.

Vielleicht liegt es einfach an den Möglichkeiten, die man in Berlin haben kann, wenn man nur will. Nehmen wir Heidelberg, obwohl Studentenstadt ist das Nachtleben dort mehr als bescheiden, in Mannheim wiederum kommen Freunde der alternativen Musik nicht auf ihre Kosten - und das sind jetz tgerade mal Aspekte der Freizeit.
Aber ja, gibt auch andere schöne Städte.
Kommentar von Jeriko am 01. Mai 2008 um 22:54 | Link