Räuberpistole oder Was vom Abend übrigblieb.

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Philippp mit den Hi, my Blog is …-Stickern von Herm und seinem eigenen Blog sowie den Twitter-Buttons von PasQualle und mir.

Eigentlich hatte ich es bereits verworfen, auch noch mein persönliches Fazit zur re:publica kundzutun, aber — warum eigentlich nicht? Immerhin bin ich doch etwas zurückhaltend, wenn es darum geht, Menschen in der jeweiligen Situation zu sagen und zu zeigen, wie sehr ich mich freue, bei ihnen sein zu können. Oder danke zu sagen.

Wichtig: Die re:publica ist für mich keine Blogger-”Konferenz”. Politische Diskussionen und Wirtschaftsgedöns, die Qualitätsdebatte und Urheberrechtsfragen sind für mich zweitrangig. Was mich an diesen drei Tagen in die Berliner Kalkscheune trieb, war die Aussicht, die Menschen hinter den Blogs kennenzulernen. Überhaupt: Kennenlernen. Reden. Schauen. Drin sein. Unter Leuten und nicht allein am Schreibtisch, abends im Dunkeln vor dem Schein des Monitors. Dazu die Erkenntnis: Die gibt es ja wirklich!

Und sie sind beinah alle ausnehmend nett, sympathisch, offen, fröhlich, ernsthaft, witzig, intelligent, verrückt, engagiert, interessiert, eigen, anders, gleich, wie ich, wie du, wie niemand sonst. Sie laufen mit albernen Klebchen umher und erinnern sich an Poesiealben, wenn sie ihre Twitter-Buttons verteilen, schüchtern und aufgeregt und doch irgendwie vertraut miteinander, denn auf eine seltsame Art und Weise weiß ich, wer Bosch und Mspro sind, wie Benedikt aussieht und, ohne ihm zu folgen, daß Kosmar so etwas wie eine Twitter-Legende ist (auf die Zahl der Updates schauen!). Man trifft Bekannte und schwatzt mit coolen Frauen, die leider nicht zurückschwatzen, weil das Bier fehlt. (Im nächsten Jahr!!! Und: Ich war auch aufgeregt.) Man verpaßt Leute und läuft bestimmt an einigen Namen und Nasen vorbei, die man vielleicht doch kennt, irgendwie. Auch dafür gilt: Nächstes Jahr!

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Und weil es eben auch ein erstes Jahr gab, 2007, hat man schon Bekannte, von damals, die man in der Zwischenzeit immer mal wieder gesehen hat oder die richtige Freunde geworden sind seitdem. Vielleicht sogar eine beste Freundin.

An dieser Stelle stößt meine Nachbetrachtung an die Grenzen, die auch andere schon gezogen haben für sich. Die diesjährige re:publica trifft für mich mit einer veränderten Art des Bloggens zusammen: War ich im letzten Jahr noch ganz neu dabei, manchmal etwas zu stürmisch und unbedarft, bin ich jetzt vorsichtiger geworden, leiser, nachdenklicher. Die Freunde, die ich meine, muß ich hier nicht verlinken. Die Menschen, die seit dem letzten Jahr mein Leben bereicherten und veränderten, wissen wer sie sind. Es ist nicht zu hoch gegriffen zu behaupten, das teilweise übel geschmähte Bloggertreffen habe mein Leben verändert, denn das hat es.

Die Panels und Workshops in der Kalkscheune sind da eher Beiwerk, zumindest sind sie, dank moderner Aufnahmetechnik und der Möglichkeit, sie im Radio-Stream oder als Video auch nachträglich zu verfolgen, im Moment des Geschehens nur dann das Wichtigste, wenn ich etwas unbedingt live sehen wollte. Wie im letzten Jahr werde ich mir die Vorträge, die mich interessieren, ansehen, wenn Zeit dazu ist, also über mehrere Wochen verteilt. Denn was sich nicht konservieren läßt, sind die Menschen, die da sind, der Rahmen, den die Veranstaltung auch rein physisch bietet, sich zu treffen, die Gespräche, die man nur von Angesicht zu Angesicht führen kann.

Daher die Bitte an diejenigen, die in diesem oder im letzten Jahr da waren, aber nur hin- und herhetzten zwischen Anreise, wichtigen Veranstaltungen, Sightseeing in Berlin und Abreise schon am Freitagmittag: Tut euch den Gefallen und nehmt euch mehr Zeit! Der Abend vor dem Newthinking Store hat jetzt schon Tradition und es war schade, überstürzt Abschied nehmen zu müssen von meinem Gast und den anderen lieben Menschen, die irgendeinen Zug oder Flieger bekommen mußten.

Und noch eine Bitte: Kommt wieder!

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April 9, 2008 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. 09.04.2008 - Ein herziges Re:publica-Fazit und Türen-BÄMM! - Nerdcore
  2. 09.04.2008 - re:publica. Eine Konferenz. auf boschblog.de
  1. håch :)

    (klingt nicht sehr konstruktiv, aber du weißt ja, was ich meine…)

    Kommentar von anne am 09. April 2008 um 13:07 | Link

  2. Danke! Das ist wahrscheinlich das schönste Re:publica-Fazit von allen… echt jetz…

    Kommentar von René am 09. April 2008 um 13:20 | Link

  3. Hey, ich hab doch zurück geschwatzt! Nur nicht so viel. Im nächsten Jahr, ´ne? :)

    Aber es ist wie bei vielen ersten Malen: Man muss sich erstmal zurecht finden irgendwie. Und man ist zurückhaltender, als würde man in eine neue Klasse kommen, wo alle sich schon kennen.

    (Und ich hab Angst alleine in Berlin, das wollte ich unbedingt noch loswerden. Die U-Bahn-Pläne…wuääh. Dabei sind sie doch gar nicht schwer zu lesen. Bescheuert.)

    Kommentar von Patsy Jones am 09. April 2008 um 13:23 | Link

  4. @ Patsy: Die U- und S-Bahnpläne sind eigentlich total easy, ich hab die auch nicht gleich geschnallt, aber eigentlich isses so: da gibts diese S-Bahn, die nennt sich Ringbahn, die fährt im Kreis und von diesem Kreis gehen alle möglichen Linien ab. Du fährt also mit der Ringbahn irgendwohin und von da einfach zum Ziel, meistens nur einmal umsteigen… Kriegste hin ;-)

    Kommentar von René am 09. April 2008 um 13:34 | Link

  5. Endlich mal jemand, der nichts zum Informationsblackout geschrieben hat.

    Schönes Fazit, wir sehen uns nächstes Jahr :D

    Kommentar von Kittyluka am 09. April 2008 um 13:38 | Link

  6. Oar. Meine erste Arbeit als Cover Girl und gleich voll die Brust. Aber die Supermangeste kommt ja andeutungsweise auch noch rüber. ;)

    Ich fand’s auch schön, in unserer kleinen Gruppe, die Tage über. Sehr sogar. War ja aber auch echt nicht schwer. Und da nimmt man dann auch mal einen Herm in Kauf, wenn man sonst mit guten Leuten zusammen sein darf.

    Schade übrigens, dass wir uns nicht verabschieden konnten, weil *DU* früher abgehauen bist. ;)

    Kommentar von Philippp am 09. April 2008 um 14:50 | Link

  7. Peng! Ein Knallertext.
    Schön war’s. Hat mich gefreut. :)

    Kommentar von Benedikt am 09. April 2008 um 14:51 | Link

  8. Ich überlege mir ja immer mehr ob ich nächstes Jahr vielleicht auch dabei bin :)

    Na mal sehen. Wenn es so doof fällt wie dieses Jahr, das bei uns wieder Schule ist, dann gehts wohl sicher nicht.

    Kommentar von Hoizge am 09. April 2008 um 15:14 | Link

  9. du folgst mir nicht? #unerhört.

    Kommentar von kosmar am 09. April 2008 um 20:51 | Link

  10. Das T-Shirt kenn ich.
    Wo hab ch das nochmal gesehen ?

    Kommentar von Cosmo am 10. April 2008 um 09:53 | Link

  11. Kosmar + Cosmo. #Zufall? ;-)

    Kommentar von Julie Paradise am 10. April 2008 um 17:04 | Link

  12. Muss ich mich Hoizge anschließen: Da macht sich ja langsam immer mehr Wehmut breit, nicht dabei gewesen zu sein. Bleibt die Hoffnung, im nächsten Jahr keiner Kollision mit dem Urlaub gegenüber stehen zu müssen..

    Kommentar von Thomas am 10. April 2008 um 17:35 | Link

  13. Cosmo: Das Shirt hab ich von Threadless: threadless.com/product/16...

    Kommentar von Philippp am 10. April 2008 um 18:41 | Link

Rock my Boat!