Seinen Kram gebacken kriegen? Auch mal was erledigt bekommen. Feddisch werden? Hier ein Häkchen, da ein Häkchen?
Für Blogger muß der ultimative Tipp zum Erreichen dieses sonst geradezu utopischen Ziels wohl lauten: Auf eine Internetkonferenz gehen, den eigenen Laptop aber daheim lassen. Dann immer mal wieder unwichtige Mails auf kurz entliehenen Laptops befreundeter Blogger abrufen und ansonsten löschen, löschen, löschen. Wo es erforderlich ist, antworten. Ohne auf Groß- oder Kleinschreibung zu achten, weil der Besitzer des Gerätes bereits wieder drängelt „Du, mein Akku … brauchst Du noch lange?”
Sollte die Leihfrist länger als fünf-sechs Minuten sein, öffne man seinen Online-Feedreader und markiere alles als gelesen, was sonst auch nur spannend ist, wenn den ganzen Tag über sowieso nichts los ist. Überraschenderweise dauerte das nur schlanke zwei bis drei Minuten. Heise, Golem, Kommentare – wech!
Nach den offiziellen Veranstaltungen der besuchten Bloggerkonferenz tummele man sich auf Parties, Konzerten und Freibierausschänken (Bürgersteige in Berlin-Mitte). In den jeweils verbleibenden fünf Stunden jedes so verbrachten Tages wird sich geduscht (30 min), gestylt (240 min), gecremt (30 min) und geschlafen (beim Duschen und Schminken das Hirn abzuschalten, ist wie schlafen, das Cremen allerdings sollte bewußt vollzogen werden, sonst vergißt man einzelne Körperteile, es sind ja so viele).
Damit hat man dann vier Tage pralles Leben mitgenommen. Und immer noch nicht viel geschafft, aaaaaber … jetzt kommt der heiße Tipp:
Man schlafe sich so richtig aus. Frühstücke. Ziehe die allerbequemsten Hausklamotten an. Dicke Socken oder Plüschfigurenhausschuhe nicht vergessen! Man starte den Rechner. Logge sich nach und nach bei allen relevanten Diensten ein. Arbeite zügig alles ab, was aufgelaufen ist. Oder bereits wieder abgelaufen. Was am Dienstag nämlich noch drängend und wichtig war, ist es heute nicht mehr. Da reicht nun eine kurze Antwort. Häkchen. Zwischendurch die Sitzhaltung zu verändern, sollte nicht vergessen werden. Schultern massieren. Viel Trinken!
Den Feedreader zu leeren dauert bei systematischer Bearbeitung selbst bei 1000+ unread maximal zwei Stunden. Häkchen.
Danach kommt das Bloggen an die Reihe. Man nehme all seine Wut zusammen und schreibe einen Artikel noch einmal um. Diesen terminiere man auf den Sonntag, beschreibe den Verlauf der letzten dreieinhalb Stunden in einem solala Post und gehe wieder ins Bettchen.
Getting things done ist schließlich anstrengend.
Hi Julie,
offiziell heißt die deutsche Übersetzung „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ und um es auf den Punkt zu bringen: Das ist ein überaus dämlicher Name. ;)
Bis ich die Dinge wieder geregelt bekommen kann, dauert aber noch bis Montag Abend. Morgen geht es erst noch nach Köln zu Portishead. Nur einmal innerhalb einer Woche kann ja nicht angehen. ;)
Aljoscha, nun also nach der Lesung hier dann doch mal kommentiert
Kommentar von humpaaa am 06. April 2008 um 04:09 | Link
Der Berliner Imperativ dafür lautet übrigens „Komma’ klar!”
Und um Portishead beneide ich Dich ja mal richtig. Das war eines der schönsten Konzerte meines Lebens!
Kommentar von Julie Paradise am 06. April 2008 um 14:12 | Link
Wie alt wurde er?
Kommentar von Rüthemann Derya am 22. April 2008 um 13:04 | Link
?
Kommentar von Julie Paradise am 22. April 2008 um 13:20 | Link