Bis bald!


April 30, 2008 | In Soso | 11 Comments | TrackBack-URL

Wenn ich etwas hasse, dann

sind es Friseure, die beim Trockenrubbeln der Haare das halbe Gesicht mit abreiben und so schonmal das Abschminken übernehmen.

April 29, 2008 | In Soso | 5 Comments | TrackBack-URL

Hier und weg

April 29, 2008 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Armee der Freude

Die Überschrift klingt nach Karneval, zugegeben, aber es war das erste, was mir bei dieser Aufstellung handbemalter Kindheitserinnerungen Philippps in den Sinn kam.

ueiarmeecsm.JPG
Dankeschön!

Nun, da auch die allerletzten Überbleibsel der re:publica, nämlich Philippps Ü-Ei-Figuren, die er für den Karpaten (*/#) mitbrachte, vorsichtig eingepackt und sortiert sind, ist das schönste aller Bloggertreffen auch für mich endgültig zu Ende gegangen.

April 29, 2008 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

ich jetzt übrigens auch


April 28, 2008 | In Soso | 10 Comments | TrackBack-URL

Bei den Juden … ich weiß das nämlich

Da sitzt man mal draußen auf dem Balkon, die Sonne scheint, die Welt auch, in Ordnung nämlich, und dann hört man, was in den anderen Wohnungen gesprochen wird.

Das ist der Moment, ab dem mir oft das Vergnügen auf dem Balkon gründlich vergällt wird. Immer wieder bekomme ich nämlich mit, wieviel Achtlosigkeit, Dummheit, soziales Elend, Haß und Gewalt sich hinter den Fenstern der anderen verbirgt, wie die anderen leben und was offenbar eben auch neben, über, unter mir geschieht.

Vorhin war es die WG im Nachbarhaus, die mich schockiert hat. Die Stimmen der beiden jungen Männer sind von den häufigen Parties bekannt, die Lache der dazugehörigen Freundinnen gellt ebenfalls öfter mal sehr spät in der Nacht noch vom Hof oder der Straße, aber welche Abgründe nicht nur in der Hygiene (Der Karpate hat einst mehrere von ihnen und ihren Freunden davon abgehalten, ein Wettpinkeln auf unsere Haustür durchzuführen.) der jungen Männer geöffnet sind, wußte ich bis dahin nicht.

Um das laute Rauschen des Abwaschwassers zu übertönen, dozierte einer der beiden vorhin umso lauter, was er so weiß von der Geschichte:

Jaja, da kenn ich mich aus, das hatten wir doch in der Schule auch mal … früher, im Mittelalter, da waren immer überall Juden, und wo Juden leben, da sind auch immer Ratten.

Die übertragen nämlich die Pest, das weiß ich. Also, erst die Ratten auf die Juden und dann die Juden auf die Menschen.

Das ging bis … bis … äh, na, es gibt doch zwei Weltkriege, und bis vor Hitler war das so, nach dem ersten Weltkrieg noch, aber der hat dann aufgeräumt, das weiß ich nämlich, und seitdem gibt es keine Pest mehr in Europa.

Dabei wird einem selbst in der heißesten Mittagssonne eiskalt …

April 28, 2008 | In Soso | 7 Comments | TrackBack-URL

Hachja, damals …

r0ssi schrieb es letztens bei Twitter:

neue visions mit 2 posters: tool und beatsteaks. frage mich, wann die nen starschnitt und autogrammkarten reinnehmen.

Tja, und da kam sie ganz langsam hervorgekrochen, die manchmal wehmütige Erinnerung an nicht immer gute alte Zeiten. Was ich zum Beispiel geliebt habe während der Schulzeit, besonders zu Beginn jedes neuen Schuljahres, war die neuen Schulbücher mit Umschlägen aus Bandpostern zu versehen. Je mehr es nach düster und böse und metal aussah, desto besser. Und glaubt mir: Carcass-Poster sorgen für mindestens irritierte Blicke, wenn sie 1995 ein Biologiebuch zieren.

April 26, 2008 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Mädchenlogik

Junge Frauen haben so ihre ganz eigene Logik. Wenn frau sich zum Beispiel zu dick fühlt, und das tut sie immer, hilft ein Eis gegen den Frust. Irgendwo muß man ja schließlich anfangen, irgendetwas muß man ja tun.

Gestern war ich zum Eisessen verabredet, noch ganz im Rausch der letzten Tage, die sonnig und warm waren. Nun, gestern war das Wetter so mies, daß das Verlassen des Hauses schon wieder als Trotzreaktion gehobener Güte gelten konnte: Ich gehe raus, Eis essen, wenn ich will, nicht wenn es alle tun, HA! Auch das ist wohl Mädchenlogik. Muß man nicht verstehen, ist aber so.

Recht schnell hatten wir ein nettes Café gefunden, in dem Eis und heiße Schokolade preisgünstig angeboten wurden, die Menge allerdings der Köstlichkeiten ließ uns enttäuscht zurück: Für das bißchen Naschen hatte es sich kaum gelohnt, Schnabel und Geldbörse auszusperren.

Die Aussicht, für weitere kleine Portionen noch mehr Geld auszugeben, wich der Einsicht, daß wir das doch gar nicht nötig hätten, und nachdem jede von uns nochmal kurz erwähnt hatte, daß zuviel Zucker ja gar nicht gesund ist und überhaupt, machten wir uns auf, im nächsten Supermarkt Früchte (Beerenmix) und Eis (Vanille/Himbeer und Milka Kuhflecken) zu erbeuten.

Die Rechnung, die daraus folgt, ist übrigens sehr einfach: 1,5kg Eis + 750g heiße Beeren = 2 glückliche Mädels. Geht doch!

April 26, 2008 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Was stimmt nicht auf diesem Bild?

schieferbuscsm.JPG

April 26, 2008 | In Mennofaktur | 9 Comments | TrackBack-URL

Berlin, Wetterbericht heute: Bewölkt, 12°C, leichte Schauerneigung

Gut, daß das Wetter heute wieder weniger schön ist. Wenn draußen die Sonne scheint, fühlt man sich immer so zum Rausgehen und Aktivsein verpflichtet.

April 25, 2008 | In Soso | 6 Comments | TrackBack-URL

Ich bin eine räudige Katze

Ich kratze, ich fauche. Zu selten.
Ich bin mißtrauisch.
Ich schlinge herunter und würge aus, das Gewölle vom Hof, mehr und noch mehr. Haare, Knochen, Dreck und Blut.
Ich hinke, seit dem Tritt. Herrchen liebt mich trotzdem.

Ich bin sechsmal vom Baum gestürzt.

April 24, 2008 | In Soso | 4 Comments | TrackBack-URL

Post für kleine und große Prinzessinnen

Selbstbewußtsein, Arroganz und Verunsicherung tanzen miteinander Ringelreihen, wobei jedes versucht, das andere durch eine etwas zu harsche Drehung vielleicht doch aus dem Kreis fliegen zu lassen.

Welche der drei sind am Werk, wenn man solches liest und für einen Moment glaubt, dies hätte mit einem selbst zu tun, sich dann aber schilt, nicht alles auf sich zu beziehen? Und heimlich dennoch die märchenhaften Worte durch den Kopf klingeln hört:

… und aus allen Ecken und Winkeln des Reiches, aus den grünen Auen und den tiefen Wäldern, den Siedlungen des Gebirges und den prächtigen Handelsstädten sandten sie ihre Gaben und Glückwünsche, die frohe Kunde aufnehmend, die Prinzessin sei bester Hoffnung.

Nun, als die Post heute morgen statt Rechnungen zwei Päckchen brachte, fühlte ich mich tatsächlich wie eine Prinzessin, und Prinzessinnen, wer wüßte das nicht, zeichnen und fertigen zarte Dinge, rühren mit winzigen Löffelchen in feinster Schokolade und umgeben sich mit Rosenduft. Und das kleine Prinzeßchen, bereits sehnsüchtig erwartet, antwortet auf die Freude mit lebhaftem Tanz und, nunja, Schluckauf.

hasenpostcsm.JPG

April 22, 2008 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Wie imma

“Die Pauly is ne janz Süße.”

– “Seidta denn jetze so richtich …? Ick meine, haste se denn jetze mal so orntlich ranjenommn?”

“Wat? — Ach so, klar, mach ick do imma, wenn ick mit ne Frau mache.”

Beifälliges Grunzen. Der Peter kann was. Der kann sogar die Pauly haben. Bei dem kuschen alle, das ist nicht nur Gerede. Jürgen hingegen, nun, Jürgen darf nicht mal von weitem von der kleinen Pauly träumen, dem Punkermädel, das auf einmal bei ihnen gesessen hatte vorm Kaiser’s.

Ganz blass war sie gewesen, letzte Woche, als sie da so im Regen stand und schüchtern gefragt hatte, ob noch Platz ist auf der Bank, unter dem rostigen Dach. Und aus der Nase hatte sie geblutet. Ihm war das Herz aufgegangen, jedes Mal, wenn sie tapfer versuchte, den Schnodder hochzuziehen und auch die Tränen zurückzuhalten, überhaupt an sich zu halten, was sie noch hatte. Schließlich war das nicht viel: Kippen, zwei zerbeulte Büchsen Hansa und einen Armeesack. Der Sack sah reichlich leer aus, aber so, wie sie ihn hielt, war ihre ganze Welt in diesem Sack.

Seine ganze Welt war von einem Moment zum nächsten in ihren Augen. Aber wer war er schon?

Jürgen Hoffmann, 56, seit Jahren arbeitslos, nach der Wende ein Jahr lang Hilfsarbeiter im KWO, da hatte er vor der Wende Schlosser gelernt, aber gesoffen hatte er immer schon. Mit Kaninchen hatte er was machen wollen, damals, bei Omman, seiner Großmutter, auf dem Hof, hatte geträumt, die prallsten und gesündesten Kanickel zu züchten, Prachtkerle, nicht so vermickerte Hinterhofviecher, die gerade mal groß genug werden, damit sich das Schlachten lohnt. Zur Kaninchenschau durfte er nie, der Verein im Dorf war ja auch das Eigentum, “Privateigentum!”, vom Günther. Und das in der DDR. Es gibt immer einen, dem alles gehört, selbst wenn niemandem etwas gehören soll. Alle sind reich und manche sind eben reicher. So Jürgens Sicht der Dinge. Wozu also kämpfen?

Und wenn die Pauly ihn ja nicht einmal ansieht. Wozu der Ärger.

Peter macht ein Bier auf, zündet eine neue Kippe an und läßt sie rumgehen.

“Schöna Tach heute!”

– “Du, sach ma, wo issn die Kleene?”

“Treibt sich wieda am Alex rum, sacht, da is mehr Jeld zu holn.”

– “Da kamman sich beschtümmt noch janz wat andret holn, wemman aussieht wie die Süße harhar!”

“Paß ma uff, Freundchn, uffe Fresse oda wat!?”

Peter blieb sitzen dabei. Ungewöhnlich, denn sonst hatte er schon zugeschlagen, bevor er sich überhaupt die Mühe machte, zu antworten. Seine Augen, schmale Schlitze, lugten böse unter den borstigen Brauen hervor. Aber irgendwie … nicht so wie sonst. Nicht so wütend, nicht so berechnend, nicht so … Jürgen beobachtete, immer beobachtete er ihn, belauerte ihn, bewunderte und verabscheute diesen Berg von Mann, dem das Leben auf der Straße kaum etwas hatte anhaben können. Mit Anfang fünfzig hatte er noch alle Zähne, war groß und kräftig, hatte jetzt im Frühling schon braungebrannte Pranken und volles Haar. Er war der Anführer hier auf der Bank, er war laut und er hatte oft Geld. Geld und Zigaretten und Bier und Korn, eine Lederjacke, fast ordentliche Schuhe und noch viel wichtiger: Wut. Der läßt sich nicht unterkriegen oder von so Jüngelchen verkloppen, nicht die letzten zwei Euro vierzig aus der Tasche ziehen oder von einem Dobermann daran hindern, ein fast verlassenes Haus für die Nacht zu betreten. Peter hatte damals, in der Nacht, als er Jürgen erlaubt hatte, mit ihm zu kommen, einfach den Köter mit der Faust an die Wand gefegt, hatte das zitternde Herrchen, einen blassen Bomberjackenträger, gleich hinterhergeworfen und es sich mit ihm an der Dachbodentür gemütlich gemacht. Günther war abends nicht aufgetaucht, und Jürgen war so ganz kurz zum Leibwächter des Grobians geworden.

– “Wat los, Peter?”

“Wat soll sein, is wie imma.”

– “Wo issn die Kleene? Läßt sich janich mehr blickn.”

“Könnta nich endlich mal die Klappe haltn mit die Pauly? Ne kleene Nutte is dit, sindse alle, war wech den Tach und nu is jut. Jib mal ne Kippe her!”

April 21, 2008 | In Soso | 4 Comments | TrackBack-URL