Aufgeräumt

Aufräumen ist prima. Oberprima. Primstens, quasi. Lateiner mögen mir verzeihen, primarer als prima geht ja eigentlich nicht, aber wenn andere „optimal” steigern können, dann bin ich die „Queen of Prima”. In Lima. Erste, Erstere, die Ersteste.

Aufräumen ist also eine prima Sache, wie ich nochmals betonen möchte, aber aufgeräumt bekommen ist sowas von noch viel unfaßbar großartiger, daß es sich kaum mehr beschreiben läßt.

Vielleicht sollte jeder auf dieser Welt einmal schwanger werden, um das Gefühl des Aufgeräumtbekommens kennenlernen zu dürfen. Ich hatte gestern das Vergnügen, und ischhwör, das einzige, was ich ein klitzekleines bißchen vermißte, waren zwei nackte Sklaven mit Palmwedel und heiße Schokolade aus Lindor-Täfelchen. Ich bin wohl doch etwas verwöhnt.

Ich bekam also gestern aufgeräumt, um mich herum wurde aufgeräumt und man räumte auf, weil ich es so wollte. Wann ich was wollte, wohin ich wollte, wie ich wollte. Das soll mir mal einer nachmachen! Die volle Packung, die ultimativste Verwöhnaktion. Na gut, eigentlich habe ich selbst nur irgendwann die Füße unter den Po und die Hände in den Schoß getan, weil ich vom Selberaufräumen in den Tagen vorher Bauchkrämpfe hatte.

Und nun ist es geschafft! Gefühlte 6 Kubikmeter alte Akten, Klamotten, Elektroteile, Nähmaschinenzubehörleichen, Bundeswehrunterbuchsen, vergessene Erinnerungen und geerbte Anzüge sind rausgeflogen, und statt zweier voller Kleiderschränke und Kommoden ist nun Platz für Babyausstattung und zum Atmen. Dabei habe ich am Anfang der Großaktion selbst nicht geglaubt, daß wir auch nur die Kommode leerbekommen! Ich habe nur die fieseste aller Frauentaktiken angewandt: Ich habe den Karpaten solange vollgenölt und angestachelt, bis sowohl sein Ehrgeiz als auch sein Ruhebdürfnis erwachten und er ganze Gebirge von Kram aussortiert hätte, nur um mich ruhigzustellen.

Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, aber ganz ehrlich: Nur ein winzig kleines schlechtes Gewissen. Ganz verschwindend gering. Viel wichtiger nämlich ist eines: Wir (… !) haben aufgeräumt!

Das bedeutet zum Glück für unseren re:publica-Besuch auch, daß er die nächsten Nächte nicht in der Wohnzimmer-Babyhölle verbringen muß und dort nicht mehr Gefahr läuft, von Stramplern und Bodies und kleinen Pullöverchen erschlagen zu werden.

März 31, 2008 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. “Nackte Sklaven die die Palme wedeln”: da kann ich mir gewisse Assoziationen nicht verkneifen.
    Lindor ist jedenfalls primerst. Most prima würde der Engländer vielleicht sagen, wenn er denn Lindor-Kugeln kennte.

    Kommentar von HR am 31. März 2008 um 16:19 | Link

  2. Im Körper eines schwangeren Hausmausweibchens steigt der Progesteronspiegel an; ein schwangeres Weibchen beginnt mit dem Nestbau. Wird einem Weibchen, das nicht trächtig ist, Progesteron gespritzt, so beginnt auch dieses ein Nest zu bauen. (Wikipedia)

    Sorry, musste raus ;-D

    Kommentar von Phillip am 01. April 2008 um 00:20 | Link

Rock my Boat!