ist die gar nicht motivierende Tatsache, daß ein Muskelkater eben nicht weggeht, wenn man gleich weitermacht mit dem Sport.
Der wird nur noch fieser, der böse Muskelkater, und das einzige, was noch gemeiner als der Muskelkater sein kann, ist eine pubertierende männliche Rotzgöre. Ebenjenes Großgör verunzierte gerade das Kinderbecken, welches die Berliner Blog- und Schwimmspochtgruppe (BBSSG) gern als Entmüdungsbecken nach dem Bahnenziehen aufsucht. Kinderbecken zeichnen sich ja durch eine sehr niedrige Wassertiefe aus, in diesem Fall sind es 40 cm. Diese vier Dezimeter sind eindeutig zu flach, um einer werdenden Mutti wie mir ein völliges Untertauchen zu ermöglichen. Zunächst brauchte es einen umständlichen Manövrierversuch, um mich überhaupt in die sitzende, dann die liegende Position zu begeben, dann schauten trotz weiterer Bemühungen immer noch drei Inseln aus dem Wasser — mein Bauch und, äh, der Rest. Und diese Mistmade von Teenager hat doch nichts besseres zu tun, als feixend seine Kumpels anzustoßen, mit dem Finger auf mich zu zeigen und loszulachen!?! Laut loszulachen! Thaa, dem hab ich’s aber gezeigt, ich habe nämlich … mitgelacht. Schließlich hat sogar der Karpate vorher geunkt, daß ich bestimmt nicht so ganz im Wasser werde untertauchen können, was ich vorher nicht glauben wollte. Nun, manche Wahrheiten sind unübersehbar.
Geht hier natürlich auch nicht. Tut mir leid. Keine Chance. Ich darf es einfach nicht schreiben.
(Daß ich dieses Stöckchen mal fangen würde …)
So funktioniert es:
Nimm das erste Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat
• Öffne das Buch auf Seite 123
• Finde den 5. Satz
• Poste die nächsten 3 Sätze
• Wirf das Stöckchen an 5 Blogger weiter [Reduktion ist eine Kunst! Man muß auch mal verzichten können. Oder so.]
Najut, denn man los:
15.2. Verwendung des Plusquampräteritums. Das Plusquampräteritum dient zum Ausdruck der Vorvergangenheit in Hauptsätzen, z.B. ha zlam atiwa a’mayye “ein Mann war mit ihnen gekommen”. In Nebensätzen wird die Vorvergangenheit zumeist durch einfaches Präteritum ausgedrückt, z.B. qtil ‘Alo lu=goran di=haqsiziye d-semle ‘al af=faqire “‘Alo wurde getötet wegen der Verbrechen, die er an armen Leuten begangen hatte.
(Otto Jastrow, Lehrbuch der Turoyo-Sprache, Wiesbaden: Harassowitz 1992, Zitat aus der 2. Auflage 2002.)
Um ein Buch abseits der mich am Schreibtisch umgebenden Nachschlagewerke und Lehrbücher für dieses Stöckchen zu finden, begab ich mich unter Lebensgefahr mit geschlossenen Augen in das Wohnzimmer, wo ein beherzter Griff ins Regal folgendes zutage förderte:
Sie hatte das Aussehen einer Fierantin, die Erscheinung einer Jahrmarktsgauklerin.
Er fragte sich, wer diese Frau sei, von der er fühlte, daß sie schon seit langem in sein Inneres und in sein Leben eingedrungen, eingepflanzt war; er suchte vergebens nach ihrer Herkunft, ihrem Namen und Beruf, ihrem Lebenszweck; kein Erinnern kam ihm bezüglich dieser unerklärlichen und dennoch gewissen Beziehung.
Er durchforschte noch sein Gedächtnis, als plötzlich eine seltsame Gestalt zu Pferde vor ihnen auftauchte, eine kurze Zeit dahintrabte und sich dann im Sattel umkehrte.
(Joris-Karl Huysmans, Gegen den Strich, Stuttgart: Reclam 2002.)
Der Nilzenburger singt moderne Minnelieder und ich bin dabei.
(In meinem nächsten Leben werde ich Domina! In diesem Leben wird das wohl nichts, so streng klinge ich sonst irgendwie nie. Oder ich muß mehr üben: Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! Du spinnst! … Nee, dann doch lieber etwas über die Liebe summen. Hach!)
Was?
Da schaut man nichtsahnend den Live-Stream der ARD-Tages[Edit: schau]themen, und als es einen Beitrag über die HP-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs geben soll, verstummt der Ton und man sieht nur noch einen Hinweis mit dem bereits in der Überschrift zitierten Text:
Kurze Unterbrechung
[Dieser Beitrag darf im Internet aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden]
[Edit II: Für jedes Vorhaben das richtige Werkzeug. Nachdem ein eigentlich sehr nützliches Firefox-PlugIn namens ScreenGrab! vom Inhalt des Playerfensters im Livestream nur eine weiße Fläche zeigte, so daß ich eben keinen Screenshot von der oben geschilderten Stille im Kanal habe, mußte ich eben lernen, daß das Standardprogramm von Windows für Bildschirmfotos das Mittel der Wahl gewesen wäre, um die Zensurmaßnahme in dem Betrag gegen 22.40 festzuhalten. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.
Davon mal abgesehen, weiß jemand mehr darüber, warum ein Beitrag zwar im Fernsehen laufen darf -- dort war ich noch schnell hingesprungen, um den Beitrag zu verfolgen -- im Internet aber nicht?]
aber nicht weise genug, doch noch eine Lösung zu finden.
Kommt das irgendwann?
Ich hab’s mal wieder versaut.
(Fühlt sich eigentlich noch jemand ständig so?)
Es gibt Menschen, die behaupten, Liebe und Haß wären nicht zwei Gefühle, sondern eines, ein einziges, mit umgekehrten Vorzeichen.
Wenn man jemanden wirklich liebt, dann haßt man ihn gleichzeitig auch, so demnach die Definition. Zwei Extreme, Regen oder Sonnenschein, satt und hungrig, schwarz und weiß. Zwei Pole, zwei Seiten der Medaille, der Januskopf.
Ich gestehe: Dieses Konzept werde ich nie begreifen. Es gibt nur Entweder — Oder für mich. Wenn ich jemanden liebe, oder auch nur mag, dann bin ich sehr weit davon entfernt, dauerhaft Gefühle wie Abneigung, Abscheu oder Haß ihm gegenüber entwickeln zu können. Einzelne Handlungen mag ich verurteilen, nicht nachvollziehen können oder kopfschüttelnd mitansehen müssen, aber insgesamt läßt sich ein einmal gefaßtes Gefühl der Zuneigung nicht so leicht töten. Und selbst wenn dies geschieht, schlägt es nicht Haß um. Es erkaltet oder bleibt unausgelebt, was es einst war verkümmert vielleicht und macht traurig wie eine verwelkte Blume, aber Haß? Wird dieses Wort — nicht das Gefühl! — nicht zu unbedacht gebraucht?
Wer mir erklären will, daß große Liebe immer auch in Haß umschlagen kann, macht mich frösteln. Da ist ein Abgrund, etwas Monströses, Lauerndes, was ich gerade nicht mit Liebe verbinden kann. Etwas, mit dem man dann immer rechnen muß, dabei ist es doch gerade das Vertrauen, mit dem geliebten Menschen und bei ihm immer sicher zu sein, aufgehoben, beschützt. Und: Wie kann jemand, der beides zusammendenkt, sich dann noch fallenlassen, jemand anderem vertrauen und sich öffnen, wenn er gleichermaßen stets die Möglichkeit anerkennt, verletzt werden zu können.
Das werde ich wohl nie verstehen.
Wie ja schon öfter angedeutet, pfuscht einem mit etwas Pech so eine Schwangerschaft mächtig in die Verdauung. Beziehungsweise, da es meist gar nicht so weit kommt, in den sonst gern eher nachlässig behandelten Zusammenhang von Nahrungsaufnahme und dem Einbehalten eben jener Stoffe.
Der einzige Vorteil, der für eitle Menschen wie mich aus dem hier angesprochenen Problem resultiert, ist, daß was nicht ankommt, gar nicht erst fett machen kann. Schön schön, aber ab und an etwas im Magen zu haben wäre auch nicht sooo verkehrt.
Was ich lernen mußte: Alles kann gehen, wenn nichts mehr geht. Je mehr ich versuche, mich ausgewogen zu ernähren, Kohlehydrate, Fette, Ballaststoffe, Spurenelemente und Vitamine in ausreichender Menge aufzunehmen, weil so ein Kindchen im Werden gut versorgt sein will, umso mehr muß ich einsehen –
ICH WERDE VERARSCHT!
Von meinem Magen. Vielen Dank auch, aber: Wir waren ja noch nie so richtig dicke Kumpels, nicht wahr, Keule!?
Auf der einen Seite stehen da nämlich die landläufig als gesund wahrgenommenen Nahrungsmittel: Obst, Gemüse, Vollkornkram, Mageres, Mildes, Zuckerarmes, gesunde Fette in Fisch und Nüssen, auf der anderen Seite steht DAS BÖSE. (Mein Magen hat den Evil-Test mit Bravour bestanden!) Das Böse ist Fett, Zucker, Salzmassen, Glutamat, beigemischte Alkohole als Konservierungsstoffe (Milchschnitte und Yes-Törties), die völlige Abwesenheit jeglicher Vitamine und Spurenelemente, Koffein.
Habe ich mich nun den ganzen Tag über vorbildlicher ernährt, als die beste Ernährungsberaterin es je könnte, kommt irgendwann der große Peng!, Kreislauf, Bääh! alles eklig. Dann geht nicht einmal mehr Wasser, dahinsiechend überlege ich, was ich nur falsch gemacht habe. Was soll ich tun? Was kann ich denn jetzt überhaupt noch essen? Bis irgendwann der Hunger und das Loch im Magen zu groß werden, dieser sich eine alles verschlingende Kammer aus Stahl mit Kuhmageneigenschaften verwandelt und siehe da: Vanille-Sahne-Pudding mußte es sein, mit Kompott aus heißen Kirschen und nochmal einer extra Portion Dänischer Vanillesoße angereichert. Oder Schwarzwälder Kirschrolle. Oder eine ganze Packung Chips. Oder Erdnüssepistaziengummibärchen.
Das soll einer verstehen!
Der Karpate denkt über eine Sprachreform nach. Der Magen sollte weiblich werden — die Magen. Anders sei das nicht zu erklären.
Klar, wichtig, immer schön grade sitzen, sonst kriegt das Baby einen Buckel. Dann haßt es dich für den Rest deines Lebens.
Mit mir kann man’s ja machen. Pfffhh.
Klack-klack-klack.
Der Karpate sammelt Figuren aus Überraschungseiern. Leidenschaftlich und mit der Zielstrebigkeit desjenigen, der sich in seiner Kindheit nie so hat austoben dürfen, wie er es wohl gewollt hat. So, und nur so, entstehen die Süchte, die uns durch unser weiteres Leben begleiten.
Klack-klack-klack.
Der Karpate sammelt also Ü-Ei-Figuren, und jedes Kind weiß, wie man diese am besten findet: Schütteln!
Klack-klack-klack. Klack-klack-klack. Klack-klack-klack.
Man kann natürlich den Grundstock einer Sammlung der aktuellsten Figuren am besten damit legen, daß man die ersten Promotionpakete kauft, die meist aus Sechser-, Achter- oder Zwölferpacks bestehen, in denen eine bestimmte Anzahl Figuren garantiert ist, dazu gehört meist auch ein Aufstellerchen, im Falle der Asterix-Seefahrt-Figuren ein Boot oder ein Fußballfeld, wenn es wie jetzt gerade wieder um Fußballfiguren geht. Da dort oft aber immer die gleichen Figuren hineinverteilt sind, beginnt an diesem Punkt die eigentlich Arbeit des Sammlers.
Shake-a-delic!
Die Sußermärkte der näheren Umgebung werden abgeklappert. Besonders erfolgreich ist die Suche in großen Märkte mit hoher Kundenzahl, denn dort nehmen viele einfach mal ein Ü-Ei mit, für die Enkel, für die Kinder, für liebe Freunde. Schütteln und rütteln tun dort die wenigsten, auch die Zahl der Kinder, die in den Regallabyrinthen herumwuseln, ist gering. Meist ist es auch zu laut, um effektiv schütteln zu können, aber der Karpate läßt sich von nichts aufhalten und plant seine Raubzüge äußerlich mit großer Gelassenheit, aber innerlich, innerlich brennt er!
Shack-a-lacka!
Nachmittags sind das Geschäft und die Mühen des Ü-Ei-Schütteln durch den Lärmpegel beinah vergeblich, außerdem besteht ja noch die Möglichkeit, die alte Mär, man könnte die Figuren erschütteln und an Gewicht und Klang erkennen, als Wahrheit zu verraten. Denn bei den aktuellen Fußball-Schnipp-Figuren kann man dies tatsächlich: Im Fuß der Figur ist eine Feder eingebaut, die ein deutlich unterscheidbares Geräusch erzeugt!
Das ist die Chance!
Shack-a-licious! Whooohooow!
Seit zwei Wochen ist Unruhe ausgebrochen beim Karpaten: Nachmittags gehen wir einkaufen, checken die Lage und schauen nach, ob neue Dispenser aufgestellt sind, abends dann, gegen 21.15, wenn kaum noch jemand im Markt ist, ziehen wir los. Er steuert auf die Kinder-Paletten zu, ich nehme einen anderen Weg durch den Supermarkt, lasse die Eistheke hinter mir, bediene mich beim Limo-Pröbchen-Stand und nehme auch einen Becher für den Karpaten mit, passiere die Biermeile und greife mir einen der immer herumstehenden leeren Flaschenkästen. Diesen stelle ich neben dem Karpaten und den Paletten auf, setze mich umständlich (ich kann mir derzeit nur noch umständlich setzen), nehme dem Mann Jacke, Schal und Rucksack ab und los geht’s:
Shake it, Baby!
Systematisch, ein Ei nach dem anderen, wird durchgeschüttelt, links, rechts, links am Ohr vorbeigeführt, und auf eine der drei extra gestellten 24er-Plastik-Eierschalen gelegt: Keine Figur — nochmal schütteln — Figur! So geht das dann rund eine halbe Stunde lang, ungefähr die Kampfzeit, die der Karpate durchhält. Denn die Arme ermüden und die Konzentration läßt nach, da hilft auch die beste Limo nichts mehr. Die verständnisvolle Ehefrau sitzt daneben und lächelt ermutigend, sobald soch erste Anzeichen von Schwäche zeigen, mehr helfen kann und darf ich leider nicht. Aber ich bin da, das ist wohl das wichtigste. Vorbeikommende Kunden, die befremdet oder belustigt schauen, werden mit fröhlichen Blicken weitergeschickt, bisher hat noch kein Erwachsener gewagt, dem Karpaten bei seiner Arbeit in die Quere zu kommen. Nur ein kleiner Junge stand einmal ungläubig neben uns und fragte, was er da tut. Oh, armes Kind, zu unserer Zeit kannte jedes Kind den Schütteltrick! Der Karpate gab ihm eines des Eier, die mit ziemlicher Sicherheit eine Figur enthielten und dazu einen Euro, grinste ermutigend und wandte sich dann wieder seiner Aufgabe zu. An diesem Abend fanden wir sieben Figuren in zwölf Eiern, an anderen Abenden lag seine Erfolgsquote bei 100%, da schüttelte er solange, bis nur je zwei oder drei Eier übrigblieben, die Manni Manndecker oder einen seiner Kameraden enthielten.
Boom-shack-a-lack-a! Yeeehaaaw!
Ich glaube, wir bekommen dort bald Hausverbot.
Mit dieser Begründung hat einmal ein Bekannter vom Karpaten mit seiner Freundin Schluß gemacht. Autsch!
Ich scheine mir auch ein gewisses Image aufgebaut zu haben, nur daß ich bei den bisher gehörten Äußerungen dazu eher schmunzeln muß. So wie bei dieser hier zum Beispiel, von Ghostdog bei Twitter:
Irgendwas stimmt mit @julieparadise nicht. Bei last.fm steht in der Liste der zuletzt gehörten Tracks nicht einmal Pearl Jam. (11:56 AM February 17, 2008)
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