ULO für alle!

Manche Blogs sind so großartig, die müssen einfach mal ganz laut gelobt werden! Bei diesen beiden hier darf man sich beinah täglich über wunderschöne Fotos freuen:

ULO und ULO Stickers

Januar 28, 2008 | In Soso | 7 Comments | TrackBack-URL

Wo ist der Zusammenhang?

Einen Preis für stringentes, logisches Argumentieren wird wohl kaum jemand hierher senden, aber sicher ist doch: Er ist immer irgendwie da, der Zusammenhang.

Manchmal liest er nebenan auf dem Sessel Zeitung oder liegt als kleine Eule am Lederband in der Schublade, wobei, halt, beim Nachsehen eben war er gar nicht da, es muß also eine Schublade in der alten Wohnung sein, die mir vor Augen steht, aber vergessen ist die Eule nicht und so ist er immer noch da, der Zusammenhang.

Ein seltsamer Kauz ist er, der Herr Z., und wandlungsfähig wie ein Geist. Für jeden sieht er anders aus und nicht jedem erscheint er unverstellt. Glaubt mir, er und ich, wir mögen uns, nur muß man ja nicht mit jeder Freundschaft hausieren gehen.

(Nicht abgesandte Antwort auf eine Anfrage per Mail, “[w]o [...] denn da der Zusammenhang” wäre.)

Januar 28, 2008 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Einer für alle, alle für einen!

Ganz im Ernst: Es gibt Menschen, denen man wohl nie begreiflich machen wird, was eine Solidargemeinschaft ist und wie sie funktioniert. Zum Glück gibt es aber auch noch andere.

(Diskussion in den Kommentaren, ab #20)

Ich wage ja trotz der bestehenden Probleme immer noch zu behaupten, daß diese Solidargemeinschaft in Deutschland ziemlich gut funktioniert, wofür ich schon oft sehr dankbar war. So etwas muß ja auch mal gesagt werden bei der Gelegenheit. Nimmt man zum Beispiel die angesprochene Gesetzliche Krankenversicherung (Vom Studententicket mal ganz zu schweigen.), dann hätten meine Krankheiten wohl meine gesamte Familie finanziell ruiniert. Bis auf die eine Großmutter vielleicht, die hat nämlich nicht einmal damals, als ich im Koma lag, etwas von sich hören lassen.

Womit wir wieder hier wären, jeder reagiert eben sensibel auf Themen, die ihn schon einmal existenziell berührt haben.

Januar 28, 2008 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Jetzt! Hier! Abstimmen!

Wir können uns nicht für einen Babynamen entscheiden. Zur Auswahl stehen

Dörte Love (Müller)

Lavinia Chantalle Love (Müller)

Sina Love (Müller)

Lukrezia Luv (Müller)

Gundula Luv (Müller)

Sigrun …

nein, das ist natürlich ein Scherz (Denn so heißt schon meine Schwester, die zwei Monate zu früh auf die Welt kam und so schwach war, daß die Ärzte meine Mutter anblökten, sie solle dem Kind schnell einen Namen geben, irgend einen, “es stirbt gleich”. Sigi erfreut sich jetzt übrigens mit ihren 36 Jahren bester Gesundheit und leidet auch kaum noch unter ihrem ungewöhnlichen Namen. Meine Mutter schwört, daß sie neben “Helmut”, was schwerlich als Mädchenname durchgeht, keinen anderen Namen in ihrem Gedächtnis hatte, aber selbst ihren eigenen hatte sie ja mal vor Aufregung während einer Prüfung vergessen. Wir aber sind vorbereitet!)

Januar 28, 2008 | In Soso | 5 Comments | TrackBack-URL

Nestmäuse in der Morgensonne

nestmaeusecsm.JPG

(Ich liebe zusammengesetzte Nomina. Und unsere puscheligen Stinketierchen.)

Januar 28, 2008 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

So

macht das keinen Spaß.

Januar 27, 2008 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

Liebe Freunde,

wenn ihr schon eure Wunschzettel bei Amazon hinterlegt, sollten diese auch halbwegs aktuell sein. Eine Liste, die das letzte Mal vor einem Jahr befüllt wurde, sieht mir nämlich weniger nach Genügsamkeit als nach Vernachlässigung aus.

(Ich geb ja zu, ich hab nur draufgeschaut, weil ich selbst keine gute Geschenkidee hatte, Asche auf mein reuiges Haupt.)

Januar 25, 2008 | In Soso | 1 Comment | TrackBack-URL

(Ceci n’est pas une pipe)

Mais en français on dit:

Julie Paradis
Balancant les banlieues depuis 1980

(Seulement pour le cher Monsieur)

Januar 25, 2008 | In Soso | 8 Comments | TrackBack-URL

Die wahren Idealisten

Vielleicht sind Stalker ja die wahren Idealisten, was die Vorstellung von der möglichen Schönheit eines Frauenkörpers angeht. Immerhin hat das (grundlos) fanatische Verliebtsein ja neben der psychopathologischen auch eine sexuelle Komponente, die widerum oft sehr darauf drängt, der Angebeteten auch körperlich nahe zu sein. Das aber setzt voraus, daß das Objekt der Begierde als schön oder zumindest anziehend empfunden wird — was in den allermeisten Fällen wohl gleichzusetzen ist.

Wie schon Lenny_und_Karl letztens so wahr schrieb, sieht die Realität leider meist anders aus. Vielleicht gilt dies nicht für die Kreise, in denen sich die Reichen und Schönen die Näschen wegkoksen und dabei entweder auf ewig schlank und sexy bleiben oder mit Ende zwanzig Selbstmord begehen (oder heiraten und brav werden, möchte an dieser Stelle vielleicht ein gewisser Herr einfügen), aber für die Menschen, die ich kenne, ist der Blick in den großen Spiegel nicht nur von Freudenschreien begleitet.

So müssen also die meisten von uns mit frühen Fältchen, Röllchen, grauen Härchen und schlaffen Bäckchen zurande kommen, die durch die dämliche Verniedlichungsform beileibe nicht weniger ätzend und schwer zu ertragen sind. Aber bis zum Zeitpunkt der völligen Resignation gilt: Lang lebe der Diminutiv! Ab dem Moment der realistischen Wahrnehmung der äußeren Erscheinungsform des eigenen Körpers erfolgt dann entweder der völlige ästhetische Zusammenbruch (wie andes als mit diesem Zustand der Katatonie ist denn die typische Erscheinung des häßlichen Touristen erklärlich?) oder der Eintritt ins Nirvana. Menschen, deren Gedanken sich nicht mehr nur um die Schönheit ihrer sterblichen Hülle bewegen, haben dann mehr Kraft und Zeit für andere. Leider denke ich boshafterweise sofort an unrasierte Ökotrutschen. Ungewaschen ist der nächste Gedanke. Aber man hat mir heute schon gesagt, ich sei böse, und tatsächlich, meine Stimmung ist dazu gemacht, mit stinkenden Schlammbrocken zu schmeißen. Immer feste druff!

Jedenfalls (… ist beim Aal der Kopf dicker als der Hals. Ein Sprichwort, welches mein Opa stets an das Wörtchen jedenfalls anzuhängen pflegte, und ich gedenke, diese Familientradition weiterzuführen. Ehrlich gesagt kann ich es mir auch gar nicht mehr abgewöhnen, dies nicht zumindest immer dazu zu denken.) ist die Vorstellung der meisten Männer von der Schönheit ihrer Liebsten beinahe rührend naiv. Es mag Damen geben, wo die kühnsten Träume von Kurven und Fleisch und der richtigen Mischung aus zart und kräftig wahr werden, aber das dürften doch die wenigsten sein.

Und so sollten wir Frauen lernen zu schweigen von unseren Fehlern, der abendlichen Erkenntnis, daß zwei in die Hose gestopfte Unterhemdchen böse böse Knitterfalten produzieren und die Hosentaschen am Po sitzbedingt stundenlang wiederzuerkennen sind, daß wir morgens beinah immer aussehen, als hätte die Nacht nicht acht sondern zwei Stunden Schlaf plus Kampf mit dem fiesen Kater gehabt und daß Frauenhaare am Morgen einfach nur grauenvolle Borsten sind. Lassen wir sie alle in dem Glauben, wir wären auch nackig stets so hübsch, wie es unsere Formen unter der Kleidung vielleicht noch versprechen und genießen die Komplimente und das Begehren der Ahnungslosen. Manche dieser Ahnungslosen sind auch nur Furchtlose, die eigentlich wissen, was sie erwarten könnte (Cellulite sieht man meist nicht durch Hosen hindurch, aber ein weibliches Wesen über 15 ohne zu erwischen gilt wissenschaftlich als beinah ausgeschlossen. Und schließlich: Wozu gibt es Photoshop?) und es trotzdem immer weiter versuchen. Flirten wir mit ihnen und genießen. Still, so wie es früher die Kavaliere taten.

Das nur nochmal dazu.

Januar 24, 2008 | In Soso | 14 Comments | TrackBack-URL

Irgendwie

komme ich von der Idee nicht los, daß die prallen Zeiten bald vorbei sind und ich den Zustand meines Körpers noch einmal dokumentieren sollte, bevor hier alles den Bach runtergeht. Aber wer will schon Home-Porn-Bildchen mit der Stechpalme im Hintergrund?

(Bitte einsortieren bei: Zuviele Hormone verursachen schlechte Scherze und noch schlechtere Ideen. Vergessen wir es also.)

Januar 24, 2008 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Moment mal

Britney ist gar nicht so doof?

Das 21. Jahrhundert. Nichts ist mehr, wie wir es kannten.

Januar 24, 2008 | In Soso | 1 Comment | TrackBack-URL

Halbvergessen der begierige Mann

Gestern, im Bus, abends, ein Gruselbild.

Halbvergessen war der begierige Mann, doch eben, im Halbschlaf, war er wieder da, so daß ich nun lieber von ihm schreibe, als ihn noch einmal in einen Traum zu lassen:

Ganz hinten links im Bus sitze ich, es ist spät und die Heimfahrt ist beinah überstanden, der Punkt erreicht, an dem fast mir immer die Augen zufallen. Doch nicht so heute.

Vier aufgedrehte Mädels steigen ein, fünfzehn Jahre alt vielleicht, hübsch sind sie, aber sehr laut, sehr gackerig, sie wollen auffallen. Und gleichzeitig mit ihnen erwacht die Sitzreihe davor, ich kann es in der Scheibe beobachten.

Zum Gang hin sitzt ein Junge, er mag zwölf sein, es ist schwer, sein Alter zu schätzen, denn sein Gesicht ist fein geschnitten, schmal, er sieht aus wie ein Mongole oder Tatar oder Uigure, wie ein Zauberlehrling aus den russichen Schelmenmärchen, die früher meine beiden Lieblingsschallplatten gefüllt haben. Das Seltsamste an ihm ist sein Bart. Er hat einen feinen Oberlippenbart, der so gar nicht zu seinem kleinen Körper und dem jungen Gesicht paßt. Fasziniert sieht er zu den verrückten Hühnern hinüber, mit offenem Mund.

Neben dem Jungen sitzt ein Mann, ich würde ihn auf Ende dreißig schätzen, wichtiger als sein wirkliches Alter aber wiegen seine Art, herumzublicken und die Kleidung, die er trägt. Diese sieht gewollt jugendlich aus und paßt so gar nicht zu den tiefen Ringen unter seinen Augen und der Frisur. Sah er vor dem Einsteigen der Mädels müde aus und ließ sich träge in den Sitz fallen, so strafft er sich jetzt, macht sich groß, atmet tief ein, bläht den Brustkorb aus und spreizt schließlich die Beine, daß ihm die Hosenbeine bis über die Socken hochrutschen. Obwohl es auffallen muß, starrt er die Mädchen an, rutscht in seinem Sitz hin und her und bleibt schließlich weit vorn sitzen. Die vier gackern weiter, zunächst leicht irritiert und gleichzeitig geschmeichelt von der offensichtlichen Wirkung, die sie ausüben. Dann lockern sie sich, als er scheinbar nur noch hinaus zum Fenster starrt, sie aber ebenfalls durch die Scheibe beobachtet, beachten ihn nicht weiter und können wohl aus ihrer Position, verdeckt durch den Rucksack auf dem Schoß des Uigurenjungen, nicht sehen was ich sehe. Der Mann rubbelt verschämt in seinem Schritt herum und sieht dabei so gequält aus, daß ich nicht einmal angeekelt sein kann. Nach wenigen Augenblicken zerfällt sein Gesicht in matte Erlösung und die Andeutung eines schlechten Gewissens und ich bin sehr getroffen von dem, was sich eben, wie in Zeitlupe wahrgenommen, vor meinen Augen abgespielt hat.

Januar 23, 2008 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Die sterben alle viel zu schnell

So von weitem wird man ja leicht pietätlos.

Die, das sind soviele Menschen, deren Tun man von Ferne über die Jahre so halbinteressiert mitbekommt, die einfach da sind, deren Namen man gewohnt ist, hier und da immer wieder zu hören.

Und plötzlich ist wieder einer tot.

Und plötzlich fällt mir auf, daß es vielleicht doch mehr als ein Name war, daß ich etwas verbunden habe mit dem Leben dieses Menschen, daß er zwar für mich weit weg ist, aber mich doch berührt hat mit dem, was er tat.

Das war vor kurzem erst bei Benazir Bhutto so.

Ich habe nie viel über sie oder die Geschichte ihrer Familie gewußt, habe mich nie sonderlich für Pakistan interessiert oder für Frauen in der Politik, und dennoch war ihr Name über die Jahre eine Konstante, seit dem Ende der Achtziger Jahre, als sie erstmals Premierministerin ihres Landes wurde. Korruptionsvorwürfe und Details ihres Lebens einmal ausgeklammert, war sie für mich eine Frau, die dort etwas zu sagen hatte, wo man sonst nur Männer sieht, finstere Anzugträger und exotische Araber mit Turban, so meine naive Vorstellung von Politik und dem Mittleren Osten früher. Die etwas zu sagen hat.

Getötet bei einem Attentat, verpuffen die Selbstverständlichkeit und halbe Gleichgültigkeit, mit der man den Klang ihres Namens hört. Und ich frage mich, warum ihr Tod, von dem ich auf einem Bahnsteig in der Berliner Friedrichstraße erfahren habe, mich mit solch einem großen Kloß im Hals zurückläßt. Eine Ansage dröhnt: “Der Zug nach Wannsee verspätet sich vorraussichtlich um fünf Minuten”; ganz beklommen fahre ich heim.

Und jetzt Heath Ledger. Wieder höre ich vom Tod eines Menschen, der mich berührt hat, ja, aber eigentlich doch nicht länger als für die Dauer der zwei, drei Filme, die ich mit ihm gesehen habe. Dachte ich, beziehungsweise dachte ich nicht, denn offen gestanden habe mir nie Gedanken über ihn gemacht. Nun, anscheinend war die Wirkung doch eine tiefere, denn wieder macht sich ein übles Gefühl in mir breit.

Es ist schade und traurig. Jedes Mal wieder.

Januar 23, 2008 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL