Zwei graugelockte Köpfe im Bus.

Eine Stunde lang hielt ich beide für alte Damen.

So kann man sich irren.

Januar 31, 2008 | In Soso | 1 Comment | TrackBack-URL

Bitte nicht!

Aber auf mich hört wohl keiner.

(Betrifft nur Berliner.)

Januar 31, 2008 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

Jürgen von der Lippe – Das Beste aus 30 Jahren

Wenn das schon als Ankündigung auf einem Plakat steht, weiß man doch, was einen erwartet: Alte Witze.

Die mögen ja bei einem Jürgen von der Lippe, je nach Geschmack, gar nicht mal schlecht sein, trotzdem: Behaglichkeit und Witz schließen sich irgendwie aus. Behaglichkeit heißt, man lehnt sich zurück und kann sich entspannen. Und sicher sein: Es wird schon nicht zu böse werden, zu pieksig, zu wild. So etwas nennt sich dann (deutscher) Humor und der Bürger lacht gern. Er lacht auch laut, schließlich soll ja jeder sehen und hören, daß er Gschpass hat.

Witz muß auch wehtun, so wie es früher bei Harald Schmidt war. Erst schockiert sein, unsicher, dann langsam begreifen und vielleicht immer noch irritiert gucken und noch ganz lange drüber nachdenken können, was mit dem Gesagten eigentlich alles zusammenhängt. Jede Pointe eine kleine Welt.

30 Jahre alte Witze als Best Of. Klingt ziemlich schrecklich, finde ich.

Januar 31, 2008 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Selbst schuld

Ohoh, hätte ich mal nur früher mit dem Lesen der Texte für morgen begonnen. Nun muß ich mich müde durch einen Wortwust namens Pisa und seine Landschaft quälen, in dem ein Satz mit der Länge des folgenden nur durchschnittliche Bandwurmqualitäten besitzt:

Das Absinken der ehemals gewaltigen und höchst ehrgeizigen Metropole zu einer stillen Landtstadt im Schatten der florentinischen Macht und der unbedenklichen dortigen Propaganda von Jahrhunderten zieht den Strom der Fremden wie den Blick des einzelnen Beobachters von einem Bilde, das ihn soviel lehren könnte, nicht erst seit gestern ab, und die nahegelegenen vielbesuchten Seebäder von Viareggio und Forte Dei Marmi haben die unvergleichlich schöne und formenreiche Umgebung, die nähere und weitere Pisaner Landschaft nicht aufgeschlossen. (Rudolf Borchardt, Prosa III, Landschaftshistorische Monographien. Hrsg. von Marie Luise Borchardt unter Mitarbeit von Ernst Zinn, Stuttgart 1960.)

Gute Nacht!

Januar 30, 2008 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

Gekauft! (Ticket für die re:publica 2008, 2.-4. April)

Ich hab natürlich auch sofort mein Ticket für die diesjährige re:publica geordert. Dieses Jahr stehe ich also nicht ratlos vor dem Einlaß und muß versuchen, mit meinen letzten 20 Euro etwas zu reißen.

Und jetzt kann ich mich ganz beruhigt darauf freuen, daß alles noch toller als letztes Jahr wird, weil wir (Miss Sophie, Anne Dear und Björn Grau) seit dem letzten Frühling viele neue Freunde über das Bloggen gefunden haben, von denen wir einige im April dann persönlich kennenlernen werden.

Und Besuch hat sich angekündigt. Da freu ich mich mit am meisten drauf.

Hach, wat kann dit Leben schön sein!

Januar 30, 2008 | In Soso | 9 Comments | TrackBack-URL

Grunzmusik

Von René kommt ein etwas schüpfriges Stöckchen. Aber ich bin ja nicht so.

Hier also meine „most fuckable“ Menschen, die sich tätig in der Öffentlichkeit bewegen.

5. Auch wenn er etwas in die Jahre gekommen sein mag und das Gesicht früher mal nicht ganz so verrutscht aussah: Intellekt ist sexy. Und das eine Poster, damals, in der VISIONS, der Nacken mit Tattoos zum Aufklappen, erinnert sich wer? Henry Rollins.

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4. Evan Seinfeld. Dieser Mann hat mir im zarten Alter von 18 mal einen Heiratsantrag gemacht. Nachdem wir uns eine dreiviertel Stunde unterhalten hatten. Tja, so sind sie, die Amis. Er war aber nüchtern! Die Bildersuche bei Google und ein kleiner Blick auf das Foto mit seiner Frau (hinter dem ersten Link auf der Wikipedia-Seite) offenbaren mir aber auch sehr deutlich, wieso ich (von den Klamotten der Damen neben ihm mal abgesehen, die sind großteils nuttig) in sein Beuteschema gepaßt haben könnte. Damals hatte ich immerhin lange Dreadlocks. Ähem.

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3. Das Mad Lakenmonster. Gilt nicht? Nur weil wir verheiratet sind? Pöh!

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Den zweiten Platz gibt es doppelt, da sich diese beiden charmanten Herren (die doch ziemlich unterschiedlich daherkommen) den ersten Platz teilen:

2. Matt Cameron (Pearl Jam – ein Video mit Action gibt es hier bei youtube)

2. Rob Flynn (Machine Head – Anschauungsmaterial hier: youtube)

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1. Cat Power. Chan, ich liebe Dich!

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Januar 30, 2008 | In Soso, Video | 8 Comments | TrackBack-URL

Ahem, ihr Auskenner da draußen,

kann mal jemand zu Hülf kommen!?

Was habe ich falsch gemacht, wenn nach einem Thunderbird-Update alle Server den Zugang verweigern, obwohl die Paßwörter weder geändert noch gelöscht wurden? Das ist jetzt einigermaßen dringend, weil ich doch endlich mal anfangen wollte mit arbeiten heute! Kein Scherz (nur die Arbeit wäre mit den Mails auch schon wieder beendet gewesen, ätsch!).

Ich bin doch so eine Sicherheitsfanatikerin und mag es, meine Mails nicht nur online bei dem jeweiligen Anbieter gespeichert zu haben (u.a. deshalb), sondern immer auch offline lokalen Zugriff zu bekommen.

Januar 29, 2008 | In Soso | 23 Comments | TrackBack-URL

Die klassische Kleinfamilie

Vater - Mutter - Kind

kenne ich aus eigenem Erleben gar nicht. Daher sind mir Horrorszenarien anderer von der (vermeintlichen) Spießigkeit dieser Lebenskonstellation unverständlich. Bei uns gab es meine Mutter, meine Schwester und mich. In diesen Dreierkreis aus Mädels hat sich einmal ein sogenannter Lebensgefährte einschleichen können, der dann aber auch schnell wieder verschwand. Klischees über das Zusammenleben mit einem Mann kenne ich nur aus dem Fernsehen oder von Freunden, die einen Vater hatten, der sogar (!) bei ihnen lebte.

Vielleicht liegt es in dieser Abwesenheit eines Vaters im Alltag begründet, daß mir mein Schwiegervater jahrelang beinah wie ein fremdes, gefährliches Wesen erschien, das ab und an laut poltert und grummelt. Außer mir schien das niemanden weiter zu interessieren, aber ich kannte so etwas ja nie: Einen Mann im Haus, der mitunter glaubt, er wäre der Chef vom Ganzen. Inzwischen beeindrucken mich seine (insgesamt doch recht freundlichen) Ausbrüche auch kaum noch, aber dazu hat es an die fünf Jahre gebraucht.

Wenn der Karpate und ich nun also beschlossen haben, unser Zusammenleben durch Heirat und Kind zu (und jetzt fehlt das Verb. Vorschläge vielleicht in die Kommentare. Alles, was mir einfällt, ist bereits so wertend: krönen - pathetisch, sanktionieren - unnötig, in solchen Kategorien denke ich nicht und eine Erlaubnis brauchten wir auch nicht, zieren - Heirat als Kirsche auf dem Kuchen? siehe sanktionieren, beschließen - klingt wie: beenden, beleben - auch die Notwendigkeit dazu würde ich bestreiten, man sieht: Verben finden ist schwer.), dann ist das für ihn das Normalste von der Welt, denn in seiner Familie gab es nie große Mißklänge, die zu einer Abneigung gegen das Familienleben hätten führen können. Und bei mir gab es gar nichts davon, nicht einmal die Sehnsucht danach, so zu leben. Es war so, wie es war und nun ist es so, wie es eben ist.

Wenn man in einer Kleinstadt aufwächst, in der die Nachbarn tuscheln, weil uneheliche Kinder und “wildes Zusammenleben” undenkbar sind und zum Skandal führen, mag all das anders sein, mir fehlt für diese Art Denken der Hintergrund. Und mir fehlt die vom Graubrot lange angekündigte Betrachtung des Themas. Da wollte er nämlich “schon lange” was zu machen, seine Sicht der Dinge fällt dann bestimmt weit ausführlicher aus. Ich bin gespannt.

Januar 29, 2008 | In Soso | 9 Comments | TrackBack-URL

Ich bin immer nicht sicher:

Ist das jetzt Magendrücken oder meldet sich das Baby?

Manchmal macht es mir ja ein wenig Angst. Es scheint über soviel Intelligenz zu verfügen, sich beinah ganz hinter der Plazenta verschanzt zu haben, so daß von außen rein gar nichts zu erfühlen ist. Der werdende Vater kommentierte das mit dem launigen Satz: “Na toll, es ist noch nicht mal da und sagt mir jetzt schon ein dickes Fuck You!

Und es verschafft sich seinen Platz: Wenn ich mich fleze und die gerade Haltung zugunsten des zusammengesackten Krummrückens aufgeben möchte, trampelt es solange, bis ich wieder aufrecht sitze.

Wann immer Ausdrucke vom Ultraschall gemacht werden sollen, dreht es sich weg. Das war bisher vier Mal so und so langsam glaube ich nicht mehr an einen Zufall. Wo vorher beim Betrachten des Bildschirms ein perfekt zu beobachtendes kleines Wesen zu sehen war, zeigen sich auf den Ausdrucken nur alienmäßige Schemen. Das macht es mit Absicht.

Komisches kleines Ding!

Januar 29, 2008 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL

Aber hier leben? - Nein danke!

Wie kommt man in die Politik? Und warum würde ich das am liebsten kursiv schreiben, dieses “in die Politik”, als wäre es nur eine abstrakte Bezeichnung für etwas? Als wäre es unwirklich oder fiktiv? Warum ist das alles so weit weg?

Ich habe Freunde, die sich beteiligen, im Studentenparlament, in der “richtigen Politik”, ich selbst wollte damit nie etwas zu tun haben. Oder nur von ferne. Ich schimpfe aber auch nicht allgemein über Politiker, die sind nicht alle böse-korrupt-gierig-dumm. Eigentlich machen viele von denen doch die Drecksarbeit, das, wofür mir das Interesse, die Kenntnisse, das Engagement fehlt.

Wenn ich mich aufrege, dann über Aussagen wie “Die Linke im hessichen Landtag - die Stasipartei”. Da weiß der Ostdeutsche: Wer früher in der DDR Opportunist war, ist nach der Wende in die CDU gewechselt, ich selbst kenne mehrere Fälle von Menschen, die früher gutgestellt waren, die haben alle ihre Schäfchen ins Trockene gebracht und oft noch mehr als eine Herde dazugewonnen. Jetzt doch wieder ein Vorurteil?

In meiner Familie gibt es eine tiefe Scheu davor, eigene Interessen auf einer Ebene zu vertreten, die über das “Jetzt werd ich aber mal pampig im Amtszimmer” hinausgeht. Schon Klassensprecherin wollte ich ja nie werden. Wer immer nur die Klappe hält, darf sich hinterher auch nicht beschweren.

Oder?

Januar 29, 2008 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Joanna, geboren um Liebe zu geben

Noch jemand da?

Ich jedenfalls bin noch hier. Denn wenn schon die einstige Unbeschwertheit weg ist, früher bewundert von ebenjenen, die uns zeigten, wie man sich eine Elefantenhaut zulegt, dann muß es eben ohne Unschuld weitergehen. Unschuld wird sowieso überbewertet.

Anklage: Schuldig des Besitzes von Andrea Berg-CDs (zwei, einst angeschafft als Geschenk für die Karpatenmutter, die diese aber bereits besaß, und nun aufgehoben, bis im Frühling die Tante Geburtstag hat). Ich bekenne!

Wer Schlager nachmacht oder fälscht oder nachgemachte oder gefälschte Schlager in Umlauf bringt, wird mit Schlagertrupps nicht unter zweitausend Mann bestraft.

Und der Running Gag bei der Namenssuche: Johanna ist ein schöner Name, Joanna auch, aber wo ich an Joanna Newsom (Wikipedia) denke, singt der Karpate das hier.

So etwas läßt sich eigentlich nur steigern durch die Geschichte rund um seinen ehemaligen Mitschüler Iven, der zu eben jener Zeit neu in die Klasse kam, als die Backstreet Boys mit ihrem Song Quit playing games with my heart Erfolg hatten, der ja folgerndermaßen begann:

Baby…Ooh…
Even in my heart, I see / You’re not being true to me
Deep within my soul, I feel / Nothing’s like it used to be
Sometimes I wish I could / Turn back time
Impossible as it may seem / But I wish I could
So bad, baby / Quit playing games with my heart

Quit playing games with my heart / Before you tear us apart (with my heart)
Quit playing games with my heart [...]

Immer wenn der Lehrer den armen Iven beim Namen rief, begann die gesamte Klasse (nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von vielleicht drei Versuchen, und neben dem Karpaten können dies auch seine Freunde bezeugen) den Song zu singen — und zwar komplett. Nach etwas mehr als einer Woche war der Spuk vorbei, denn die Lehrer hatten sich darauf verständigt, Iven fortan nur noch beim Nachnamen zu nennen.

Manchmal wünsche ich, ich hätte den Karpaten früher kennengelernt und wäre mit ihm auf eine Schule gegangen. Wir hätten uns beiden viel Frust erspart und wären die perfekte Ergänzung zum Abspicken gewesen, denn unsere guten Fächer und die schlechten ergänzen sich perfekt. So aber bleibt uns nur die Erinnerung und eine Vielzahl grausiger Schlager und schlimmer Popsongs, und, ganz pathetisch, die Zukunft: Mit Anita!

Januar 29, 2008 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Und zum Abend noch etwas nette Musik

Wieso denke ich dabei an die Szene aus dem Larry Flint-Film, in der er mit dem Rollstuhl ankommt und ruft: “Der Perverse ist wieder da!”?

THE MARS VOLTAWax Simulacra (youtube; aus dem neuen Album The Bedlam In Goliath)

Januar 28, 2008 | In Video | 2 Comments | TrackBack-URL

Nachts der helle Streifen an der Wand

Im Schlaf übernimmt jemand anders die Bestimmung darüber, was ich denke, träume, fühle. Angst kann wehtun. Im Magen stechen, zu Tränen reizen, das Herz rasen machen, daß es bald zerspringt. Frost kriecht durch die Zudecke und wird zu Eis auf der naßgeschwitzten Haut. Das Zusammenpressen der Arme vor der Brust, das Anziehen der Beine unters Kinn, bis die Muskeln krampfen oder zu erschöpft sind, dem Wasauchimmer zu gehorchen.

Dann irgendwann das Erwachen, Fühlen, gebannt Horchen, neben mir atmet jemand, ist warm, schnarcht vielleicht. So banal, normal, in einem schöneren Traumland, daß mit einem alle Erinnerung weg ist und ich vor Erleichterung beinah auflachen muß.

Fast blind in der Nacht setze ich dennoch meine Brille auf und warte, bis der helle Streifen an der Wand sich zeigt. Er ist immer da, zeigt mir, daß ich sehe, daß ich wach bin, daß alles in Ordnung ist. Mit offenen Augen ist es leichter, mit scharfem Blick ist die Angst unnötig. Mit Brille schlafe ich wieder ein, dann träume ich vom hellen Steifen an der Wand, die strahlend gelb ist tagsüber, wenn die Sonne sie trifft.

Januar 28, 2008 | In Soso | 2 Comments | TrackBack-URL