Kommt ein Stöckchen geflogen, täschelt lieblich meinen Bauch …
Frau Jett wirft und der Karpate zuckert mit Watteschnee, das Ergebnis sieht so aus:

Nämlich gestern, als der Dr. Sno* zusammen mit MC Winkel, dem Nilzenburger, Roman Libbertz und Prime Lee in der PFA Bar des Berliner Rodeo Clubs zur Blogshow antraten.
Ziel der Übung war es, zu beweisen, daß die Zeichnungen von Dr. Sno*, die er eigenen Behauptungen nach anfertigt, wenn sonst kein Thema zum Bloggen vorhanden ist, schnell improvisiert sind und daher umso höher gelobt werden können (meine Einschätzung). Irgendwie sprach da aber auch unnötige Unsicherheit ob des Wertes der eigenen Schöpfung aus der Künstlerseele, unnötig weil: Wer wollte schon auf diese Frettchen verzichten!?

Das hier sind unsere neuen Tierchen aus dem gelb-blauen Schwedenmöbelhaus: Das untere scheint heute seinen devoten Tag zu haben. (Die Stellungen wechseln täglich.)

Er so: Na, wie geht’s meinem Kotzi?
(Ich hatte ja erwähnt, daß ich mich jetzt manchmal “unwohl” fühle. Aber daß ich deshalb nun den Titel einer Kneipenbekanntschaft erben soll, die wir einst in der Sonntagstraße machten … Dort hatten wir nämlich das zweifelhafte Vergnügen, jungen Menschen bei ihren ersten Versuchen mit Väterchen Alkohol zusehen zu dürfen. Sie wurden immer lauter und fröhlicher, auch immer derber und ihre Gesichter färbten sich aufs Schönste, bis auf einmal für einen von ihnen der Spaß ganz schnell vorbei war. Mit einem entsetzten Ausdruck in den Augen, hinter schon bespritztem Haar, konnte er nur hilflos dem Schwall hinterherblicken, der sich in seinen Schoß ergoß, mitten in der Cocktailbar. Darf ich vorstellen: Kotzi.)
und dann fragt er zum Beispiel, wenn er mich in der Wohnung sucht:
Wo ist meine kleine Familie?
Ich liebe es, wenn er mich so nennt!
Ach, Sie, hören Sie auf, mir von feinen italienischen Stiften vorzuschwärmen!
Faber-Castell bringt mich nahe an den finanziellen Ruin, was wird erst, wenn ich noch Besseres kennenlerne? Man steigt ja ungern wieder herab von den Annehmlichkeiten, die sich so einstellen. Die Freude, Schönes zu besitzen, sollte nur in äußerst homöopathischen Dosen gekitzelt und gesteigert werden, da mischt sich bei mir Bescheidenheit und mit verhaltener Gier, zwei Dinge, die wider Erwarten auch beisammen aushalten, sich in Schach halten und den letzten, den großen Kaufrausch bislang stets zu verhindern vermochten.
Hier ein Engelchen auf der Schulter, das sagt: Das brauchst Du nicht, das ist Luxus, schön und gut, aber Luxus ist nicht das, was man sich nicht leisten kann, sondern das, was man sich leistet, weil man eben kann. Nur dann kann er ohne Reue genossen werden.
Dort aber ist das Teufelchen, das sagt: Nur dies eine Mal, jetzt ist die Gelegenheit! Tu es! Du wirst es nicht bereuen.
Letzenendes hat mich das Teufelchen selten gut beraten, weil es Scheuklappen trägt vor den Erfordernissen des restlichen Monats und meinen wahren Verhältnissen, weil es flüstert und schmeichelt und mir zuraunt: Jaaa, jaaa, komm schon, es wird herrlich sein.
Beinah der einzige Luxus, den zu genießen ich mich entspannen konnte, war der von Geschenken. Sie kommen unerwartet und selten. Mitten aus dem Nichts und Alles, denn nichts anderes als dies Doppelding ist die Überraschung, die einem mit bester Absicht ein lieber Mensch zukommen läßt, gelangen sie zu einem und sollen nur: Glücklich machen. Genossen sein.
Kennt jemand ein Blog eines „schwangeren“ Mannes?
Mich würde interessieren, wie sich so eine schwangere Freundin auf die jeweiligen Männer auswirkt, aber der Karpate ist ja eher so der Schweigsame, der guckt nur immer lieb, streichelt, umsorgt mich. Über Gefühle sprechen ist nicht so seins.
Kleiner Hilferuf an alle, die das mit dem Schwangersein schon mal hinter sich hatten und dabei nicht erleichtert nach drei Monaten die Hände in den Schoß legen konnte und zusehen, wie das Bäuchlein wächst, weil die Phase der ständigen Übelkeit danach vorbei war:
Kann ich irgendetwas dagegen tun, daß ich nach jeder noch so kleinen und vollwertigen oder leckeren Mahlzeit ein stundenlanges Würgegefühl oder sogar penetrante Übelkeit verspüre bzw. gleich wieder schauen kann, was ich gerade bereits gegessen hatte? So langsam wird es nämlich schwierig, keine generelle Abneigung gegen Essen zu entwickeln, wenn sich hinterher so gar kein Wohlgefühl einstellen will. Jede Mahlzeit doppelt und dreifach zu essen ist auch allein schon aus finanziellen Gründen nicht mehr allzulange praktikabel.
Also, all the Muttis in the nation, was habt ihr gegen dieses Scheißgefühl getan? Kann man etwas tun? Oder muß ich da durch?
Meine Freunde kennen mich. Wenn es etwas zu Stiften im Internet gibt, dann werde ich benachrichtigt.
Für andere mögen sie ein Gebrauchsgegenstand sein, aber: Stifte sind für mich etwas ganz Besonderes.
Jeder Stift ist die große, die unendliche Möglichkeit.
Konkret und in meiner Hand, sind die Möglichkeiten, die ich mit einem beliebigen Stift habe, schon wieder viel kleiner. Je länger ich ihn benutze, umso mehr lege ich mich unwillkürlich in eine Richtung fest, bin enttäuscht, weil ich doch wieder nicht so hübsch zeichnen, so gleichmäßig schreiben kann, was das Schriftbild angeht, aber ein Stift sagt mir dennoch immer: Ich könnte. Eigentlich.
Laienpsychoanalytisch steht der Stift durch seine längliche Form ja auch für den Phallus, für Potenz, und was anderes ist Potenz als die Kraft und die Aussicht, etwas erschaffen zu können?
Diese Kraft sehe ich in jedem Stift. Dazu noch ein schöner Grund für meine Versuche in Form eines besonderen Heftes, eines Skizzenbuches, weiße Seiten, die mich hindern und locken, immer mehr locken, und schließlich gebe ich nach. Male herum, bin entsetzt (häufig) oder überrascht (selten), mache weiter oder gebe auf. Wenn mir eine Zeichnung so gar nicht gefallen will, schreibe ich darüber. Wörtlich. Ich schreibe einen Text auf die Zeichnung. Viele der Stifte, die ich zum Zeichnen benutze, sind nämlich verwischbar oder radierbar, so daß eine blasse Ahnung meines Scheiterns bleibt, unter dem schriftlichen Eingeständnis desselben. Dies nun aber ist der Punkt, an dem sich meine Niederlage in einen Triumph wandelt.
Ich mache weiter!
Und ich werde besser. Früher habe ich jahrelang all meine Zeichenstifte weggelegt nach solchen Erlebnissen, denn ich dachte, ich müßte bestimmte Dinge auf genau diese oder jene Art zu zeichnen imstande sein. Muß ich nicht. Solange es mir gefällt und ich mich eine Weile entspannt habe, hat es sich gelohnt. Ich benutze meine Stifte jetzt also. Das ist gut so, denn es befreit.
Einen meiner Bleistifte (Faber-Castell Jupiter HB) habe ich zu Beginn der siebten Klasse mit Doreen in einem kleinen Schreibwarenladen gekauft, der sich hier immer noch in der Edisonstraße befindet. Der Verkäufer hatte wohl die Preisschilder vertauscht, oder es waren wirklich Auslaufmodelle, denn fortan sah ich beinah nur noch die klassischen Faber-Castell 9000, also kaufte jeder vier oder fünf davon, den Rest des Sortiments. So ein Bleistift kann Jahre halten, wenn er hochwertig ist. Faber-Castell ist hochwertig. Die siebte Klasse ist inzwischen dreizehn Jahre lang Geschichte, aber drei der Jupiter habe ich immer noch, einer dramatisch geschwunden und kurz vor der Unbenutzbarkeit, trotz Verlängerung, zwei immer noch jungfräulich vorgespitzt und völlig ungebraucht. Bei guten Bleistiften bricht die Mine nicht und das Gefühl, sie zu spitzen ist ungleich besser als bei widerspenstig-holzigen Billigprodukten. Zusammen mit einer Schutzkappe ist er immer noch der perfekte Bleistift.
Der Karpate hat mir den orlow-techno 6300 von Lyra von der Bundeswehr mitgebracht (HB und 6B) sowie zwei andere Modelle von Hetzer, die alle sogar auf durchnäßtem Papier schreiben. Wirklich brauchen werde ich die wohl nie, aber ich könnte, denn ich hab sie ja.
Und eben dies mag dumm klingen, naiv und weltflüchtig, daß gerade so kleine schmale Dinge wie Stifte mir immer und immer wieder dieses Gefühl geben, welches sonst nur selten aufschimmert:
Ich könnte. Und manchmal sogar: Ich kann. Ich habe.
Ein Museum für Füllfederhalter. Und ein alter Mann, der alte Füller repariert. Und überhaupt …
(irgendwie via René)
In letzter Zeit bin ich etwas grantig, will mir scheinen. Und mißtrauisch. Weniger anderen gegenüber, auch wenn dies so aussehen mag, sondern eher gegen mich selbst. Nur daß die anderen es ab und zu ausbaden müssen.
Soviele Eindrücke, von innen und außen, da bekomme ich schnell mal nur die Hälfte mit. Die klingt vielleicht seltsam und schon braut sich aus dem Halbgehörten und der schlechten Laune eine Bemerkung zusammen, die so bestimmt nicht gemeint war. Egal, weil, ich rede meist bevor ich denke und habe schon losgerotzt, daß das jetzt nicht nett war, wenn ich bemerke, daß vielleicht ich etwas mißverstanden habe. Nun ja, tut mir leid. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.
Trotzdem dumm, jedesmal die Scherben auflesen zu müssen, vorzufühlen, ob der andere es auch so verstanden hat, wie es aus meinem Mund doch unbeabsichtigt aber dennoch patzig klang, sich zu entschuldigen und zu hoffen, daß hinterher dann wieder alles in Ordnung ist.
*(Kleene dürfen mich übrigens nur zwei Leute nennen. Zumindest einer davon ist derjenige, der auch zu mir so grantig sein darf wie er eben manchmal muß. Bei ihm weiß ich dann nämlich, daß er nur traurig und müde ist und mich gerade braucht.)
(Kommt hier nicht so oft vor. Und abgesagt hat auch über die Hälfte der Gäste. Aber egal, weil: Besuch!)

Hübsch, oder? Man beachte die SchleifGebrauchsspuren.




Suppenschüssel einer Berliner Armenküche

Eingang zum Konzentrationslager
Hermann Schütte (Osnabrück 1893 — 1974 Hamburg)
Deutschland 1934, Tuschzeichnung
Das Eingangstor zum Konzentrationslager zeichnete Hermann Schütte als Gesicht einer hungrigen Krake. Nahe dem Geburtsort Schüttes wurden im Emsland 1933 u.a. die Lager Börgermorr und Esterwegen errichtet.


