Seit gestern habe ich schriftlich, was ich lieber nicht wahrhaben würde: Mein Herzchen freut sich nicht eben über die zusätzlichen Anstrengungen der nächsten Zeit. Was mein Herzchen sagt, hat mich aber nie sonderlich interessiert, solange es nicht freudiges Bumpern war.
„Tu immer, was Dein Herz Dir sagt“ – blödes Motto.
Als nächstes fangen wir dann an, auf die Lungen zu hören, danach dann auf den Verstand, und schon können wir dichtmachen.
Nee nee, da halt ich mich doch lieber an Songtexte. „Hope you’re in my tree.“ Kommt alle in meinen Baum!
Wer die Wuhlheide in Berlin-Köpenick kennt, die Drachenwiese und die verschlungenen Waldwege abseits des Eichgestells, der kennt meinen Baum – bestimmt nicht. Es gibt da diesen einen Baum, etwas entfernt von dem Weg zum Haus für Natur und Umwelt, der aussieht, als hätte er eine lange Geschichte hinter sich und noch viele Jahre vor sich. Über und über bewuchert von Schlingpflanzen, die mitten in diesem gräulichen Berliner Innenstadtwald unwirklich dschungelhaft aussehen, steht er da und scheint sich lustig zu machen über seine geduckten Nachbarn. Auch über den einen, kleinen Ahornbaum, der scheu an seiner Seite kauert. Dieser Ahornbaum, das war mein Baum. Nie habe ich jemandem gezeigt, wie leicht man auf seine mittleren, ausladenden Äste kommt, wo es den einen Ast gibt, auf dem man bequem wie auf einem Sofa liegen kann. Von dort hat man die perfekte Sicht auf den verwunschenen Riesen daneben und ist doch so von Blattwerk umgeben, daß einen auch von direkt unten niemand entdeckt.
Lange war ich nicht mehr dort, aber heute nacht habe ich von meinem Baum geträumt und davon, wie ich jemanden dort hinführe, wir zwei dann auf dem einen Ast liegen und hinüberschauen, träumen und leise vor uns hinsummen.
Rock my Boat!