hoffentlich habe ich Dich nicht allzu sehr enttäuscht!
Eben habe ich bei Dir 100g gebrannte Mandeln gekauft, dabei mißmutig daran gedacht, daß das Apfelnetz schmerzhaft in meine Finger schneidet, gerade wieder eine Straßenbahn vor meiner Nase wegfährt und die 2,20€, die ich Dir gebe, mein allerletztes eigenes (das heißt selbstverdientes) Geld in diesem Monat waren.
Nur so nebenbei habe ich gemerkt, daß Du mir, anders als dem grimmigen Alten vor mir, nicht die kalten, aufgeschütteten Mandeln ins Tütchen getan hast, sondern Dich extra nach hinten wandtest, wo neue, noch ganz warme Mandeln gerade fertig geworden waren. Diese hast Du mir mit einem besonders warmen Lächeln in die Hand gegeben, mir einen guten Appetit und einen wunderschönen Abend gewünscht, und was mache ich: Quäle mir ein müdes Lächeln ab, welches man vielleicht auch als Genervtsein hätte verstehen könne, sage kaum hörbar “Danke” und verschwinde.
Deine Mandeln waren himmlisch! Sie waren so lecker, daß ich mich auf dem Heimweg, in der Kälte, aber diese nicht mehr spürend, ans Brückengeländer stellte, immer ruhiger und weniger gierig, schließlich völlig entspannt und glücklich Dein Naschzeug verputzte und plözlich wieder der glücklichste Mensch der Welt war.
Morgen komme ich wieder zu Dir, sage “Danke” und kaufe 200g, die ich in die Innentasche meines Mantels stecke damit sie warm bleiben und dann, wenn der Karpate ausgeschlafen hat, mit ihm teile.
Und dann bekommst Du auch das Lächeln, welches ich heute leider nicht zustande brachte.
Deine Julie
Schöne, kleine, nette, herzerwärmende Geschichte.
Weiter so!
Kommentar von Jens am 13. März 2008 um 13:04 | Link