Es war einmal ein Mädchen aus einfachen, kleinen Verhältnissen, die aber immer groß genug waren für unglaublich viele Freiheiten und Träume, für endlose Spielenachmittage und Kisten voll Spielzeug und Büchern. Die Bücher hatte die Mutter des Mädchens teilweise selbst gestaltet, damals, als sie noch ganz klein war. Im Wohnzimmer der Mutter fanden sich tausende von anderen Büchern, weniger bunt, wüst gestapelt und unverständlich, aber nie furchteinflößend, denn was sie nicht zu begreifen vermochte, erklärte man ihr, behutsam aber ehrlich. Und so wuchs dieses Mädchen heran, wurde krank und gesund und wieder krank, wurde glücklich und gebrochen und rappelte sich auf, öffnete und verschloß sich, um irgendwann zu wissen, was gut für sie war und nur noch wenige Dummheiten zu begehen.
Sie lernte Menschen kennen, viele Menschen, auch solche, die sich untereinander ebenfalls kannten, die sich mochten oder haßten, und nur wenig Liebe war unter diesen aber umso mehr Neid. Einige dieser Menschen versuchten sie einzufangen, sie in Kreise zu sperren, ihr zu vermitteln, wen sie mögen durfte und wen nicht und lange Zeit plapperte sie nach, was andere plapperten, weil diese ihr einst geholfen hatten, weil sie sie mochte und nicht zu brechen wagte mit ihnen, zu dünn schien doch das Eis dieser Freundschaften. Zu gewagt schien es auch, auf eine Ehrung angemessen zu reagieren, die man ihr angetragen, und je länger sie eine passende Antwort überlegte, umso schaler klangen all die Worte, bis sie glaubte, nun wäre es zu spät noch die Freude zu äußern, und so bleibt diesem immer noch ängstlichen Mädchen nur ein Weg.
Sie will danke sagen, um Verzeihung bitten und hoffen, der Ehrung würdig zu bleiben.
Rock my Boat!