Systemdenken

Wenn ich mir gleich 12 Mamba-Kaubonbons auspacke, um die dann alle nacheinander ohne Papierknistern und Fummeln essen zu können, habe ich das Auspacken bzw. die Vorbereitung des Naschgenusses systematisch betrieben.

Was müßte ich tun, damit es systemisch wäre? Keine Fangfrage, sondern ernst gemeint.

Oktober 27, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. Du müsstest vorher die Produktionsanlagen des Naschwerkherstellers studieren und den Produktionsprozess analysieren, den Weg der Distribution verfolgen und Marktanalysen anfertigen, dann Kundenbefragungen betreiben. Und dann erst alle Papierdings entfernen und alles auf einmal in den Mund stopfen. ;-)

    Guten Appetit!

    Kommentar von René am 27. Oktober 2007 um 13:39 | Link

  2. die erfüllung der bedingung des systematischen handelns hängt nicht von einem bestimmten grad der komplexität oder kompliziertheit der handlung, sondern allein vom umstand der zielgerichteten und zielerfüllenden planung und vorhersehbarkeit der zweckdienlichen handlung ab.

    mit anderen worten wenn es erwartbar und planbar den zweck erfüllt ist ein handeln funktional-systematisch.

    ansonsten schließe ich mich meinem vorredner an
    und wünsche guten appetit.

    Kommentar von westernworld am 27. Oktober 2007 um 14:57 | Link

  3. Hm, systemisch vielleicht , wenn du dein Handeln innerhalb eines Codes eines bestimmtem Subsystems vollziehst…also wenn die Aktion unter dem Aspekt mehr Genuss-weniger Genuss geschieht, befindest du dich im Subsystem des Naschgenusses^^.
    (so ein Luhmann-Seminar ist schon prägend…)

    Kommentar von urpl am 27. Oktober 2007 um 17:37 | Link

  4. oh gott, das kommt davon wenn mann die frage nur halb ließt…

    systemisch wäre es wenn dieses handeln, ich nehm hier der einfachheit halber den handlungsbegriff, ein eigenes system bildet, um systemisch sein zu können ist ausgebildetes system notwendig. system heißt ja das verbundene auf griechisch- da bist ja du die expertin- wenn du die aufeinander bezogenen handlungen als eigenen abgeschloßenen zusammenhang betrachtest bilden sie ein system, einen verbund. der unterschied ist eigentlich nur einer der grammatischen perspektive was dein beispiel angeht.

    vielleicht könnte man sagen das systemisch in der tendenz auf ein größeres beharrungsvermögen des handlungszusammenhangs hindeutet.

    allgemein meint systematisch die verbundenheit hinsichtlich der zielereichung, während systemisch eher auf die wechselwirkung durch verbundenheit im system, also zwischen den elementen abhebt.

    Kommentar von westernworld am 27. Oktober 2007 um 19:49 | Link

  5. Mhm….sehr interessant. Ich hätte pauschal nichtmal geglaubt das es da nen riesen Unterschied gibt…

    Kommentar von Sushiator am 27. Oktober 2007 um 20:22 | Link

  6. Na doch, nur die wenigsten achten bei den bösen Fremdwörtern auf die Feinheiten der Endung. Physisch ist was anderes als physikalisch, obwohl beides irgendwie was mit “Körper” zu tun hat. Real, reell, ideal, ideell, aber gut, wenn anscheinend und scheinbar schon kaum noch auseinandergehalten werden, wen wundert’s. Ich bin nur selbst vorhin ins Schleudern geraten, als meine Mutti und ich bei meinem systematischen (mit System, also eine geordnete, technisch zu nennende Arbeitsweise die bestimmten Mustern folgt) Auspacken der Mamba-Bomse überlegten, wann es denn eben systemisch wäre. Unsere Erklärung: Das Ganze hätte innerhalb einer übergeordneten Handlungsweise, als Teil des Systems, stattfinden müssen. So ganz sicher waren wir uns dann aber auch nicht.

    * / **

    Kommentar von Julie Paradise am 27. Oktober 2007 um 20:52 | Link

  7. Achtung, ein Laie mit Gefährlichem Halbwissen™ spricht: Wäre es nicht systemisch, wenn Du sie bei einer anderen Vorgehensweise gar nicht erst essen könntest?

    Oder wäre das jetzt schon wieder systemimmanent?

    Kommentar von diaet am 27. Oktober 2007 um 22:18 | Link

  8. Du könntest die 12 Stücken nehmen und ein Labyrinth draus basteln.
    Dann hättest du dazu noch einen systemischen Gegenstand - “ein aus einzelnen Gegenständen zusammengestelltes Ganzes, welches emergente Eigenschaften aufweist” (wikipedia)

    Systemisch in Bezug auf das Handeln verstehe ich das so, dass das Handeln nicht nur Teil des Systems ist, sondern vom System (inkl. anderer Akteure im System) determiniert ist. Also ein Stück weit agiert der Handelnde auf Basis des Systems. Für den Fall z.B., dass das systematische Auspacken eine Zwangshandlung wäre, wäre dieses Handeln systemisch untersuchbar.

    Kommentar von miss sophie am 27. Oktober 2007 um 22:57 | Link

  9. Luft anhalten beim Essen!

    Kommentar von MC Winkel am 29. Oktober 2007 um 15:04 | Link

Rock my Boat!