auf welch vielleicht erbärmlichen Niveau auch immer, ist ein Tag, an dem eine Geschichte stirbt. Nie zum Leben erwacht, weil ich ihr keinen Raum gebe. „Geschichte“ ist ja auch schon wieder zu hoch gegriffen, da fließt irgendwas aus mir raus und befreit sich von mir, ich mich von ihm, und dann geht es uns beiden besser.
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Morgens im Bus saß so eine zartgrüne kleine Fruchtfliege auf meiner Buchseite.
Sie wanderte über Capotes Worte, die schlechte Übersetzung seiner Worte, über den „Zentralpark“ in New York und den Tod von Queenie, über den „Mysery Master“, der Träume kauft und den traurigen Clown. Wer kauft meine Träume und bezahlt mich? Sagt mir dann hinterher, sie wären alle aufgebraucht?
Seltsam schwebende Fahrt in morgendlicher Müdigkeit, mit einem Kloß im Hals und einem im Bauch und der bangen Frage: Wie wird das alles? Sollte ich je meine Träume verkauft haben und sie nicht zurückkaufen können, wohin dann? – Weiter, einfach weiter, Schätzchen!
Die Fliege wanderte weiter, von der Mitte oben an den unteren Rand der rechten Seite, ich wollte umblättern und sie balancierte auf dem Rand der Seite, die Flügelchen gespreizt und ohne zu wanken. Nachdem ich die Seite festgesteckt hatte, machte sie sich von Neuem auf den Weg. Drei, vier Sätze, ein neuer Name, ein neuer Name – und weg war sie. Saß auf dem Haar des schlafenden Mannes vor mir. Schien sich vor dessen Schuppen zu ekeln und verschwand.
Verstört suchte ich sie mit den Augen, war ganz aufgebracht wegen der kleinen Fliege, wenn auch nur für wenige Sekunden, schalt mich selbst närrisch und wollte weiter lesen. Ein kleines Schuldgefühl blieb: Wäre sie geblieben, wenn …
>Weiter, einfach weiter, Schätzchen!
Bukowski lässt grüßen. Wir wollen doch alle nur überleben.
Kommentar von rene am 19. Oktober 2007 um 00:28 | Link