Zuviel Geld

Ich habe gerade 1000 Euro in den Wind geschossen. Ich muß wohl zuviel Geld haben …

Habe ich nicht, besonders ab dem nächsten Sommer wird es noch knapper, weil dann meine Hilfskraftstelle an der Uni endgültig ausläuft, aber:

Wenn eine Arbeit so ätzend und unnütz ist, im Laufe der Zeit auch noch immer irrsinniger und verzwickter sich entwickelt, man sogar sonntags entrüstete E-Mails von halb dementen Professoren bekommt, weil man auf die Mail vom Samstagabend noch nicht geantwortet hat und irgendwann nur noch von kaputten Umschriftzeichen träumt, sollte man gehen.

1000 Euro um eine Tagung vorzubereiten, das klingt viel und kann auch viel sein, aber ein weiteres Dreivierteljahr gefühlte Leibeigenschaft eines völlig verplanten Professors ist das definitiv zu wenig. Änderungen, die man auf seinen Wunsch vornimmt und für die man zusammengeschissen wird, obwohl man doch gleich angemerkt hat, dies wäre vielleicht nicht unbedingt die beste Lösung, Brüllorgien für Projekte, mit denen man gar nicht betraut ist, das ließe sich fortführen.

Tja, und so kommt es, daß die so harmoniesüchtige Julie, die lange lange alles heruntergeschluckt hat, bei dem beiläufigen Satz „Und das machen Sie ja dann auch“ einfach mal gesagt hat:

„Nein.“

Oktober 16, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. *schulterklopf*

    Hut ab, Julie. Mehr kann man dazu kaum noch sagen - manchmal ist halt ein Schlusstrich nötig, der gerade uns harmoniesüchtigen verdammt schwerfällt (ich bin wirklich auch so einer).

    Deswegen: Hut ab.

    Kommentar von diaet am 16. Oktober 2007 um 12:56 | Link

  2. Bravo! An einer Hochschule zu arbeiten ist fürwahr kein Zuckerschlecken. Gute Bezahlung, ja, aber von Freude am Job keine Spur. Ich habe seinerzeit die selbe Konsequenz gezogen. Ich freu mich für dich.

    Kommentar von Ivo am 16. Oktober 2007 um 13:00 | Link

  3. Deine Entscheidung war vollkommen richtig! Professoren sind schon ein sonderbares Völkchen.

    Kommentar von Markus am 16. Oktober 2007 um 13:28 | Link

  4. Richtig so! Wer nicht nein sagen kann, wird über kurz oder lang immer ausgenutzt!

    Kommentar von SirParker am 16. Oktober 2007 um 14:48 | Link

  5. Was sind schon 1000 Eur für nen Drei-Viertel-Jahr Ausnutzen lassen? Das kannste auch in ner Leiharbeiter Firma wenn du jeden Tag 8 Stunden lang Plastikteile zusammensetz haben, und zwar im Monat….

    Wenig lyrischer Anspruch, und nen Fulltime Job, aber so siehts eben aus. Niemals unter Wert verkaufen, das ist das erste was man lernen muss denke ich. Ich klappe für unter 15 Eur die Stunde nichtmal mehr meinen Werkzeugkoffer auf, falls ich mal meine Lohnsteuerkarte nicht benutze…

    Kommentar von Sushiator am 16. Oktober 2007 um 18:48 | Link

  6. cowabunga!

    Kommentar von Herm am 16. Oktober 2007 um 18:54 | Link

  7. Gut gebrüllt, Löwe!

    Kommentar von schtoeffie am 17. Oktober 2007 um 07:45 | Link

Rock my Boat!