Zweimal Anfang mit B bitte

B wie Blog und B wie Buch, von Capote, dem dämonischen Freund von Gier und Haß. Innen und Außen, Jugend und KLMNOP, wie das Alphabet geht, dürften die meisten ja wissen. Zurück zum Thema:

Buli-Parade, what goes around comes around.

Ich bin eine ganz normale Frau, aber manche Texte schreibe ich doppelt, das Ende ist dann anders oder der Gehalt von Wahrheit. Man könnte mich als erfolgreich betrachten oder als gescheitert, wer weiß das schon so genau. Wäre ja auch langweilig.

Der Hang zum Kryptischen nimmt zuweilen Überhand, aber Freunde verübeln einem so schnell nichts, und so will ich erzählen:

Zu meinem Studium habe ich mich entschlossen, weil die Schule mich in Teilen langweilte und in anderen überforderte. Da die beiden Bereiche, in denen ich Triumph und Scham erlebte, so klar getrennt waren, wähnte ich mich begabt. Lernen habe ich nie gelernt, ich kann es heute noch nicht. Was nach außen hin wie Mühe aussieht, ist Schreibtischgedaddel, Herumkrakeln und Stifteleeren. Was ich mir beim ersten Mal nicht merke, fliegt für alle Ewigkeit an mir vorbei. Bis zum vierten Semester hatte ich dann ernüchtert festgestellt, daß ich nicht mehr Klassenbeste war, weil manche Kurse hier nur aus Klassenbesten bestanden, die waren so, wie ich früher war und besser. Oh, wie ich sie haßte! Aber deswegen anstrengen?

Nun bin ich im fünfzehnten Semester und gänzlich – ja was? Demotiviert? Nein, eigentlich nicht. In jedem Semester lerne ich eine neue Sprache, mache anfangs Fortschritte wie mit Siebenmeilenstiefeln und habe dann doch keine Lust mehr. Kann ich alles, weiß ich alles, langweilig. Die spannendsten Stunden sind dann die in der Staatsbibliothek. Faule Autodidakten. Meine Mutter bezeichnet sich auch mit dem A-Wort und es klingt wie eine Auszeichnung, ich hingegen denke manchmal, es heißt auch, daß ich nichts annehmen kann von anderen. Das ist dann wohl ein Charakterfehler.

Ich bin eine ganz normale Frau. Ich hab mich lieb und Dich auch, ich hab euch alle lieb und hasse doch die ganze verdammte Bagage. Übrigens: Nachher soll die Sonne rauskommen!

Oktober 9, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. auch lernen will gelernt sein, da gebe ich gerne recht. gute schulnoten auch ohne fleiss zu erreichen rächt sich, später.

    Kommentar von Þórr am 09. Oktober 2007 um 11:42 | Link

  2. Diese Geschichte kommt mir sehr bekannt vor! (nicht weil du das schon mal geschrieben hättest, sondern aus eigener Erfahrung)

    Kommentar von juliaL49 am 09. Oktober 2007 um 13:18 | Link

  3. Werte Frau Paradise,
    man kann sich natürlich ständig einreden, man sei eine ganz normale Frau. Es ist ja auch nicht unnormal, wenn man sich langweilt, wo andere ganz fasziniert sind, wenn man immer vorher schon weiß, was passiert, was gesagt wird, was gedacht wird, wenn man irgendwie immer einen Schritt schneller und einsamer ist, wenn man ständig das Gefühl hat zu Scheitern, während man von anderen in den Himmel gelobt wird, wenn man irgendwann erkennt: Das Glück ist mit den Doofen. Alles ganz normal. Ich wünsche es Ihnen trotzdem, das Glück.

    Besonders und herzlich
    Ihre FrauvonWelt

    Kommentar von FrauvonWelt am 09. Oktober 2007 um 22:20 | Link

Rock my Boat!