Zumindest bei gekürzten Jeanssäumen ist das ganz einfach: Man nehme einen Hornhauthobel und schrubbele solange über den eben noch peinlich glatten Rand, bis der erwünschte Abnutzungseffekt sichtbar wird.
Ich hab den leisen Verdacht, daß Authentizität andernorts ähnlich unsanft zu erzeugen versucht wird.
Eine Schlacht ist eine Landschaft, die auf dich schießt.
Da war sie wieder: Die störrische Locke vor dem Ohr. Sie kringelte sich nach oben und sah putzig aus.
Putzig!
Nachdem dieses Wort gefallen war, wußte ich: Das Ding muß weg! Und wie schon zuvor, habe ich die abstehende Locke einfach weggeschnitten. Schnipp schnapp ab!
Aus den kleinen Dingen läßt sich oft viel über die großen Dinge erfahren, was also sagt die Szene mit der störrischen Locke über mich aus?
Locken-Nazi! scherzte der Karpate. Dem Thema kann man sich ja nur im Eiertanz nähern, aber, ganz im Ernst: Alles unbarmherzig wegzukürzen, was aus der Reihe tanzt — bin ich im Keim so radikal oder ist das doch nur eine Kleinigkeit, die man nicht überbewerten darf?
(Und: Hat außer mir noch jemand anders solche Gedanken?)
Krankheiten können mir nichts anhaben. Ich bin unverwundbar, und selbst wenn Narben zurückbleiben: Ich steh über den Dingen. Wirklich? Manchmal äußere ich mich wohl verletzend über Krankheiten, tue sie als harmlos ab, obwohl viele Menschen darunter leiden, weil ich meine, mit meinen bisherigen Erfahrungen hätte ich das Recht zu entscheiden, woran man wirklich leidet. Ziemlich arrogant.
Krebs? — Pah! Hab ich schon gehabt. Sogar bösartig, und jetzt ist alles wieder gut.
Herzkrankheiten? — Kleinkram, passiert ja nix bei. Der soll sich nicht so haben.
Operationen? — Kein Ding, die Ärzte machen das schon.
Dir tut was weh? — Ja, damals, der eine Eingriff, haaa!
Du bist Brillenträger und jammerst? — Ich bin blinder als Du!
Ist es ein Schutzmechanismus, der mir erlaubt, bestimmte, wiederkehrende Arten von Schmerzen oder körperlichen Schwierigkeiten gut zu ertragen? Jedenfalls glaube ich manchmal kaltherzig, daß der eine oder andere sich doch ein wenig mehr zusammenreißen könnte. Jammern ja, aber worüber zu jammern angemessen ist, maße ich mir an zu entscheiden. Wer nicht mehr kann, ist selbst schuld, nur die Harten komm’ in’ Garten!
Ich bin immer davongekommen und benehme mich jetzt zuweilen, wie bittere chronisch Kranke, die anderen das Recht absprechen, ebenso malade zu sein.
Die Arroganz der Davongekommenen hat auch mich erfaßt.
Schreibt ihr Einkaufslisten auch ins Notizbuch? Oder ist das zu schnöde? Darf man die Blätter einfach rausreißen oder muß das Ding als Gesamtkunstwerk sorgsam gehütet werden? Gebrauchsgegenstand oder tagebuchartiges Ritualmaterial, das unbedingt aufzubewahren ist, vor fremden Blicken geschützt und alle Jahre wieder vorgekramt?
Wieviel von mir steckt in meinem Notizbuch?
Ich versuche ja nicht einmal mehr, besonders ordentlich zu schreiben, es ist wirklich egal, solange ich nachher meine Sauklaue noch entziffern kann. Bleibt das so oder ist das nur eine Phase? Würde ich mir mehr Mühe geben, wenn ich gerade ein hübscheres Notizbuch benutzen würde, und wenn ja, wieso eigentlich?
So, jetzt muß ich die Einkaufsliste zuende schreiben.
Beim Müllrausbringen mal wieder Nachbars Hund beim Scheißen zusehen müssen: Schon faszinierend, wie die Kreatur sich da quält. Die Augen treten hervor und bevor es vollbracht ist, jault er jämmerlich. Das ekle Geschäft wird abgeschlossen durch ein entwürdigend mattes Zittern, dem Köter ist wohl selbst peinlich, wie er sich gerade abmühen mußte.
Katzen scheißen genauso.
Alle widerlich.
Nur Nagetiere: Nagetiere machen unbemerkt kleine Kökel, die sind sofort trocken und hart, stinken nicht und vor allem muß man dem Tier nicht bei der Beschäftigung zusehen, mit der Leine danebenstehen, peinlich berührt in die Luft schauen und sich wundern, daß die Evolution Fifi seit Jahrtausenden dazu zwingt, sich derart zu erniedrigen.
aber meine Strahlen sind wenigstens ganz hübsch.
So, Du Möchtegern-Flutlichtanlage, jetzt habe ich es Dir aber gegeben!
Und das an nur einem Wochenende. Lebens-erste-Male und unwichtigere erste Male, unsortiert:
Seit dem 7. Dezember 2006 blogge ich. Gestern, am Samstag, habe ich zum ersten Mal seitdem keinen einzigen Artikel veröffentlicht. Sonst habe ich es immer geschafft, selbst wenn ich nicht da war oder keine Zeit hatte, doch irgendetwas Nettes zu veröffentlichen, aber gestern streikte zuerst 1und1 und danach mußten meine Schwester, der Karpate und ich einen Umzug stemmen. Mal wieder und immer noch Muttis Kram.
Meine Mutti habe ich vorher noch nie weinen sehen. Noch nie. Ich hätte kurz nach meiner ersten Operation die Gelegenheit gehabt, sie derart außer Fassung zu erleben, aber aus mir immer noch unerfindlichen Gründen habe ich in den zwei Wochen, die ich dort auf der Intensivstation verbringen mußte, meine Brille nicht aufgesetzt bekommen. Damals hatte ich bereits -7 Dioptrien, meine Brille hätte mir also schon dabei geholfen, nicht völlig desorientiert und hilflos zu sein. Aber das ist so ein alter Groll, genau wie wegen der Sache mit der [Edit]. Vielleicht komme ich ja mal an den Punkt in meinem Leben, in dem ich mich nicht mehr maßlos über Dinge ärgere, die weit zurückliegen und schon damals außerhalb meiner Macht standen.
Im Garten der Karpateneltern, tief im Böhmer Land also, entdeckte ich eine dicke fette Kreuzspinne in den Gebüschen am Pool. Und dann noch eine. Und noch eine. Und dann noch drei. Eine größer und feister als die andere. Sieben insgesamt. Und im Gegensatz zu früher habe ich mich nur ein wenig geekelt, nämlich bei der Vorstellung, die Vielbeiner anfassen zu müssen. Aber ansehen ist kein Problem, da hat sich die Faszination vor den Ekel gedrängelt. Etwas, das so unglaublich seltsam aussieht, kann ich nicht langweilig finden. Wie furchteinflößend und räuberisch sie aussehen, die dicken Gelenke und die dichten Härchen, die bösen Augen — ich werde noch zum Spinnenfreund, von Weitem, versteht sich.
Noch nie habe ich mich tagelang auf eine Veranstaltung gefreut und bin dann nie dort angelangt, weil ich im Zug eingeschlafen bin. Heute sollte es eine Veranstaltung von Dropping Knowledge sein, Schatten auf Berlin, im Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz. Auf dem Weg dorthin hat mich der Sandmann mit seinem feinen Schlafsand erwartet, und anstatt ihn sachte über mein müdes Haupt zu streuen, hat der gnatzige Kerl mir das Zauberpulver säckeweise entgegengeschleudert, so daß ich wie von Faustschlägen getroffen niederging und erst wieder aufwachte, als die Ringbahn mit mir schon in Charlottenburg einfuhr.
Zum Schluß gibt es da noch den Pullover, den der Karpate noch nie trug, von dessen Existenz ich auch bis zum Mittag nichts wußte. Es ist also möglich: Man kann Jahre miteinander verbringen und glauben, man wüßte alles übereinander und dann muß man feststellen: Ganz hinten im Schrank muß sich seit drei Jahren dieser wahnsinnig häßliche Pullover versteckt haben.
Ich bin erschüttert.
Wer Spinnen nicht sehen kann, sollte sich überlegen, ob es klug ist weiterzuklicken.
Frau Anne wirft mit Lieblingsholz. Es geht um meinen gänzlich unverfeinerten Geschmack zu Kinderzeiten, also Kinderlieblingsessen (habe ich jedenfalls so verstanden).
Bei Mutti mochte ich besonders die Spaghetti mit Tomatensoße. Da waren Teufelswürstchen drinne, also angebratene Wiener. Und der Gulasch, Leute, ich sach euch, der Gulasch! Braune, schwere Suppe mit ganz viel Paprika und Fleischwürfeln, dazu Kartoffeln, himmlisch. Das paradiesisch-mirakulöse an diesem Gulasch war: Der wurde immer besser! Am ersten Tag war er lecker, sehr sehr lecker, dann wurde er himmlisch, ich sagte es bereits, aber am Ende des zweiten Tages war er göttlich.
Das Schöne am Muttilieblingsessen ist: Das gibt es immer noch!
Leider macht sie den Tomatensalat nicht mehr, mit Gurke und Zwiebel ganz viel Pfeffer, auch den selbst angerührten Matjessalat gab es auch schon lang nicht mehr. Und der Mohnkuchen — oh, ich darf gar nicht daran denken …
Wo diese Erinnerungen herkommen, gibt es noch so viele mehr, ich werde mal nachhaken, was es früher noch so gab, und wenn Muttis Haus fertig ist, dann bekomme ich für den Rest meines Lebens sowieso nur allerliebstes Leibundmagenessen vorgesetzt. Dann gibt es hier vielleicht auch Rezepte!
Kein Rezept habe ich zum Beispiel für Omis Uschki. Ich habe sie vorher schonmal erwähnt (fragt nicht, wo). Am liebsten mochte ich dabei nicht die Fleischbällchen im Teigmantel, der so zusammengeknetet war, daß er aussah wie kleine Öhrchen (Uschki!), sondern die klare Brühe, in der die Hauptspeise für die anderen schwamm. Mein Leben könnte ja komplett aus Suppe, Brühe, Brei, Mus, Pamps, Grütze, Pudding bestehen.
Wozu Zähne? Wozu kauen?

Ellifant will nach Miami
Ellifant will janz weit raus
Ellifant besucht Freund Samy
Denn der lebt in Saus und Braus

Rauchen schadet der Gesundheit und soll durch obige Fotos keineswegs propagiert werden.


Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv!Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv! Ich will ein Makro-Objektiv!
Habe ich bereits erwähnt, daß ich gern ein anderes Objektiv …