Mal wieder ich sein

Rauschen im Ohr. Mein Blut. Ich genieße einen tiefen Atemzug und komme wieder zu mir.

Was gab es in den letzten Tagen?

Arbeit — langweilig.

Mißverständnisse — ich berichtete.

Sex — kennt man ja.

Musik. (… und es fehlt die dramatische Musik.*.pdf)

Während meine Mutter beinah an der Last des Alltäglichen zugrundegeht, mache ich weiter wie bisher, denn ich darf mir nichts anmerken lassen. Jede Bemerkung, jeder Rat werden unwirsch als Einmischung ausgelegt. Also stumm weiterarbeiten, aus der Ferne beobachten und hoffen, daß wir schnell genug fertig werden mit dem Bauen.

Dann: Vorfreude. Geburtstag! Das Jahr der Rocker.

Vorher aber noch der Besuch des Geburtstagskäffchens von Schwiegermutti. Pünktlich zu den Feiertagen ist bei den Karpaten gern mal die Kanalisation im Arsch. Vor vier Jahren zu Weihnachten legte der Karpate selbst ein dickes Ei, welches den Abfluß lahmlegte, wer in diesem Jahr schuld war, ließ sich nicht mehr zweifelsfrei ermitteln. Das Ausweichklo der Tante (mit Shuttleservice!) verfügte über eine hochmoderne Personenwaage und welcher Wahnsinn mich trieb, mich den Grausamkeiten des objektiv ermittelten Gewichtes zu stellen, möchte ich lieber nicht wissen. 60,1kg!!! Scheiße! Festtagsstimmung sieht anders aus. Als Trost erstmal ein Stück Torte, so sind sie, die Damen!

Und dann ist es soweit! Der Vorabend meines Geburtstags. Einweihungsparty eines Karpatenfeundes, ein anderer hat am selben Tag wie ich das Licht der Welt erblickt und betreibt wie ich seit Jahren das Partyschnorren professionell. Und dann auch noch meckern …

Wenn man unten vor der Haustür den Disco-Remix von Der Tag, als Conny Kramer starb hört und hofft, es wäre eine andere Party als die, zu der man sich aufmachte, kann nur noch der Anblick der riesigen Reklame für BERLIN CHEMIE trösten. Die Erwartung, alle von eifrigen Fotogafinnen geschossenen Fotos mit zunehmend alkoholseligen Bekannten mit den Leuchttafeln im Hintergrund verziert zu wissen, ließ mich durchhalten. Es wollten überstanden werden: Eine Hüpfpolonaise, sieben Cocktails, welche deutlich zu scharf abgemischt waren (Na los, trink, Julie! — Hmmpf, na gut.YEAH!), Wiedersehen mit alten Bekannten, peinliche Momente, furchtbare Trinkssprüche und eine Schiebepolonaise. Letztere nenne ich so, weil ich an den Kopf der Spinnerschlange geriet und nun wirklich die Letzte bin, die fröhlich zu deutscher Stimmungsmusik herumschunkelt. Das ist wie Zwangsbespaßung im Fasching, da werde ich schlagartig unlustig, aber sowas von. Also sperrte ich mich, wurde aber von den Massen (immerhin an die zwölf Leute) vorneweg geschoben und konnte erst an einer offenstehenden Tür meinen Austritt aus dem Irrsinn erklären. Die mußten mich entweder loslassen oder zerquetschen. Als sie weitergezogen waren, gröhlte ich noch: So sehn Sieger aus, shalalalalaa!!! und ging den Bekloppten von da an aus dem Weg.

Am Tage dann weiterbauen. Laminat verlegen und Schnecken gucken.

zweischneckencsm.jpg

Kann man bloggen, muß man aber nicht. Wenn ich erst einmal eine Woche durchgeschlafen habe, gibt es vielleicht auch wieder mehr Julie, im Moment sind sowohl mein Hirn als auch mein Wortschatz auf Tauchstation.

September 3, 2007 | In Mennofaktur, Soso, Video | | TrackBack-URL

  1. cheers for the update. :)

    Kommentar von westernworld am 03. September 2007 um 04:33 | Link

  2. na sdarowje!

    Kommentar von Julie Paradise am 03. September 2007 um 13:30 | Link

Rock my Boat!