Rambazamba

Von René

Mein Vater sagte sagte immer „Rambo“ statt „Basta“, was ja irgendwie unlogisch ist, denn er hat den Film „Rambo“ nie gesehen. „Pappa, krieg ich noch ein bißchen Taschengeld?“ - „Hier, jetz is aber Rambo!“ oder so ähnlich klangen die Dialoge im Haus und wenn man das Wörtchen Rambo hörte, dann hielt man besser die Gosch. Denn mein Vater war, wie ich gleich nocheinmal erwähnen werde, Boxer.

Nun könnte einer sagen: „Ha, das ist aber mal äußerst inkonsequent“. Dem würde ich sogleich entgegen: „Pah! Du Pfeife! Ich nenne das sogar äußerst schlau!“ Man muss nämlich wissen, mein Vater hat als Indenspätendreißigerjahrengeborener und als Boxer durchaus das Recht, sich aus dem Œuvre Sylvester Stallones grade mal den „Rocky“ rauszupicken und auf den Rest einfach mal zu scheißen. Mein Vater hat’s sowieso nicht wirklich mit Filmen.

Im Gegensatz zu mir, wie sich der ein oder andere jetzt denken kann.

Übrigens ist, wenn man „Rambo“ als die Endstation der Bösewichter liest, dieses Wort vom „Basta“ ja wohl mal gar nicht allzuweit entfernt, was eine unheimlich elaborierte Transferleistung von meinem Vater darstellt, wie ich finde. Und das auch noch ohne jeglichen cineastischen Hintergrund. Ich finde das allerhand.

Warum er aber zu heftigen Feiern immer „Rambazamba“ gesagt hat, weiß ich nicht. Da habe ich wirklich keinen blassen Schimmer.

September 30, 2007 | In Soso | 6 Comments | TrackBack-URL

Mach dich nich so breit, dicker Jens!

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September 30, 2007 | In Soso | 4 Comments | TrackBack-URL

Profilstudie Tiffy

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September 29, 2007 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

Der perfekte Zugsong

von René

Solange Frau Paradies in Grippenhausen weilt, putze ich hier den Boden, räume ein wenig die Möbel um und pass auf, dass niemand was klaut. Außerdem trage ich mein Schärflein zur paradiesischen Unterhaltung bei, mal sehen, was mir so einfällt mit Tierchen und so. Mäuse habe ich keine zu bieten, dafür entschuldige ich mich bereits jetzt. Aber ich hätte da zwei Giraffen zu bieten.

Mit dem Bus fahre ich äußerst selten. In den letzten Jahren nur ein einziges Mal, als sich ein unglücklicher Mensch nicht weiterzuhelfen wusste und sich vor einen Zug warf. Da wurde die Pendlerhorde aus den Zügen in drei Busse verfrachtet, was ziemlich eng war. Dafür spielte mein Pod „Everybody hurts“, als ob er wüsste, was los sei.

Es gibt einige Songs, die sich vorzüglich zum Reisen eignen. Selten sind dies die Hurra-Partyknaller der Fratellis oder der Wombats, zu hektisch sind die und zu fröhlich. Eine Reise besteht ja bekanntlich aus zwei Gleichzeitigkeiten. Einerseits lässt man Dinge zurück, andererseits besteht das Ziel darin, irgendwo anzukommen. Deshalb ist der ultimative Reise-Song mit einigem Abstand „1979“ von den Smashing Pumpkins. Melancholisch genug, um den vorbeifliegenden Häusern und Bäumen Auf Wiedersehen zu sagen und mit genug Drive um die Dynamik der Fahrt abzubilden. Mal ganz davon abgesehen, dass „1979“ sowieso der beste Song der Pumpkins ist.

Ich liebe es, diesen Song zu hören und der Gegend beim vorbeibrausen zuzusehen, manchmal den Blick auf die Scheibe fixiert, damit alles zu tanzenden, bunten Schlieren verschwimmt, manchmal die Augen auf die Gegend fixiert, dass sie wie irre in den Höhlen zucken. Aber immer mit mit diesem Song im Ohr.

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We feel the pull in the land of a thousand guilts
And poured cement, lamented and assured
To the lights and towns below
Faster than the speed of sound
Faster than we thought wed go, beneath the sound of hope
Justine never knew the rules,
Hung down with the freaks and the ghouls

September 28, 2007 | In Soso | 1 Comment | TrackBack-URL

!

Scheiß auf die Blogpause, scheiß auf mein Fieber, den Husten und die Tatsache, daß ich bis heute bereits einen Keller ausgeräumt habe. Ich scheiß nämlich sogar darauf, daß ich jetzt völlig verdreckt und verschwitzt bin.

Ich könnte schreien. Aber … das hatten wir ja schon. Dann eben schreiben. Ohne fühle ich mich amputiert. So, als würde mir jemand den Mund zuhalten.

Als ich beim Warten vorhin kurz wegnickte, habe ich vom Schreiben geträumt. Davon, daß alle verwirrt sind, so wie ich es gerade bin und daß sich all meine Texte, auch die ungeschriebenen, die schönen, auf einmal auflösen. Einige kann ich retten, indem ich sie lese, aber dann vergesse ich plötzlich, was da gerade noch war. Man merkt: Es war ein Alptraum.

Ich geh mal wieder, die Knöpfchen drücken …

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September 28, 2007 | In Soso | 1 Comment | TrackBack-URL

Gruselmaus, passend zum Sofa

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September 28, 2007 | In Soso | 3 Comments | TrackBack-URL

Entschuldigungsversuch

Von mehreren Seiten wurde ich in den letzten Tagen gebeten, doch als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung in Blogs einzuspringen. Ich habe mich jedes Mal sehr geehrt gefühlt und natürlich zugesagt, mit der kleinen, einschränkenden Bemerkung, daß ich vielleicht doch nicht soviel Zeit und Energie haben werde, wie es sich der Hausherr vielleicht erhofft. Und nun stehe ich vor einem riesigen Berg von Ideen, die ich nach und nach in Texte umzuwandeln versucht habe, schniefend und mit fiebrigschwitzender Stirn, weil ich ja auch noch krank bin39 Dosen Fieber. Im Moment etwas mehr.

Tja, und was soll ich sagen: Auch wenn es einige enttäuschen mag, ich kann nicht mehr. Deshalb keine Urlaubsvertretungstexte von mir bei anderen. Ich bin raus. Nur für ein paar Tage, aber raus.

Morgen und Samstag muß noch Muttis Keller leergeräumt werden, danach müssen wir malern, damit die zu Montag gekündigte Wohnung übergeben werden kann und dann fahr ich erstmal nach Rerik an die Ostsee. Bis nächsten Mittwoch oder so.

Tschü ihr Lieben!

September 27, 2007 | In Soso | 6 Comments | TrackBack-URL

Statt eines Posts mit 39 Dosen Fieber,

die ich essen muß, Urlaub in Frankreich/ Bielefeld/ Würzburg, einer Autofahrt mit Matt Damon zum Funeral For A Friend-Konzert im Alexa mit Moneybrother auf einer Vierziger-Jahre-Showbühne als Support und vorzeitlichen Steintempeln ohne Dach einfach mal wieder kleine Mäuschen, die sich liebhaben:

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September 27, 2007 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

10 Euro in Berlin

Das macht eine Bratwurst für 1 Euro, einmal Kino für 5,50 und dann noch eine heiße Schokolade mit Honig für 1,50 und hinterher reicht es sogar noch für einen kleinen Döner. Der kostet ebenfalls nur 1 Euro und so kommt es, daß ich jetzt noch etwas übrighabe.

Da sage noch einer, die große Stadt sei teuer.

September 26, 2007 | In Soso | 8 Comments | TrackBack-URL

Sommermorgen im September

Septembermorgen, die sonnig sind, haben ein Versprechen, das sie nie einlösen.

Den ganzen Tag über schwebt es in der Luft, wenn bis zum Mittag die Wiesen taufeucht sind und man beinah glaubt, es greifen zu können: Da kommt noch ein Sommertag!

Aber nein, nur selten selten wird es so warm, daß nicht doch noch ein Rest Kühle bliebe, der einen frösteln läßt. An solchen Tagen weiß man, der Sommer ist vorbei.

Aber sein Versprechen, uneingelöst und doch schön, das ist noch da.

September 26, 2007 | In Soso | No Comments | TrackBack-URL

English evening with music

Magdalen is in Town. Remember Magdalen? My Pearl Jam-friend from Poland? She’s in town because of her studies, so we go out to watch the Pearl Jam-movie together. Since her German is not the best yet we speak English all the time.

Admittedly my Eglish has become really poor, whereas Magdalen’s (smart girl!) is admirable. She’d attended American School for eight years, so she learned American English instead of the snobby Oxford English we had to study. It’s still embarrassing, though …

After getting our tickets we go out again for a drink. A cold-night-girl-drink, which means: Hot chocolate for the Blondie and hot milk for me dark girl. With that combination, we should play Checkers she says.

Back in the Movie Theatre: Not too many people have gathered, but those who come are the truest fans. I hear them talking and some say: Yeah, and in this scene … Remember this one? — Oh, how I love the setlist! … I was in Pistoia myself! … TenClub … Gong! All of a sudden, the room is dark and the movie starts, but way too low! Someone manages to convince the master of film spools to turn up the volume — ah! From then on we were rocking and dancing in our seats, singing along and chatting about the faces we see.

Magdalen knows so many people, screaming out names: Carlos! Pablo! Sandra! Barbara! Did you see Mariet? Mariet! Oh, the Twins! And the Swedes! (sounds like Sweets for the girls from Sweden) I recognize only few of them, but I heard of most of those people, reading their threads in the Bugs-Forum daily. They’d all gone to Italy last year, it seems. Magdalen only did about twenty shows. Only!?

Watching those scenes makes me feel homesick, she says, homesick for the Pearl Jam-spirit, the music, the concerts, the people — all those people, y’know?

I only met about two dozen of them but I know too well what she means … The more concerts you’ve been to the more you want to see.

Hope you’re home now! This one’s for you.*

September 26, 2007 | In Soso, Video | 6 Comments | TrackBack-URL

Sammeltassen

Vorhin habe ich die Sammeltassen ausgepackt. Eigentlich kamen sie aus Omis Besitz in den meiner Mutter, als diese heiratete und sich einen Hausstand aufbaute. Als sie mit ihrem ersten Mann nach der Heirat zusammenzog, befanden sich in seiner Wohnung genau 1 Stuhl (kaputte Sitzfläche), 1 Tisch, 2 Teller, 1 Tasse, je 2 Löffel/ Messer/ Gabeln, ein eisernes Bettgestell sowie eine Matratze. Für 1 Bettgarnitur (Decke und Kissen samt Bezug) sowie etwas Seife und 3 Handtüchern hatte es sogar auch gereicht.

Immerhin war der Mann verurteilter Republikflüchtling. Versuchter Republikflüchtling natürlich, sonst hätte er nicht die 3 Jahre bis zu seinem 18. Geburtstag im Knast verbracht und danach den Rest seines Lebens in Armut, die auch Mutti nicht zu beseitigen vermochte. Gegen den Suff, dem er später verfiel, war sie dann genauso machtlos.

Die Sammeltassen jedenfalls gehörten ursprünglich Omi, die natürlich liebend gern dabei half, ihrer Tochter beim Beginn eines neuen Lebens unter die Arme zu greifen. Später sind dann einige der liebevoll zusammengekauften Kaffeegedecke zurück in Omis Haushalt gewandert, wo sie nur zu besonderen Feiern auf die Festtafel gehoben wurden, unter bewunderndem Ah! und Oh! der versammelten Verwandtschaft. Der Tisch sah mit den bunten und verschiedenen Sammeltassen immer besonders schön aus.

Falls jemand nicht genau weiß, was Sammeltassen (Sammelgeschirr) sind: Es handelt sich dabei um eine kleine (Tee-)Tasse, zu der eine Untertasse und noch ein kleines Tellerchen für den Kuchen gehört. Im Unterschied zu normalem Kaffeegeschirr gehören immer nur drei Teile zu einem Muster. Man muß also die passenden Stücke zusammensuchen und die so viel wertvolleren Kaffeegeschirre sammeln viele (ältere) Menschen gern. Auch für mich bedeutet das ein Stück Kindheitserinnerung an schöne Familienfeste, selbst wenn ich den Kult um das bißchen Porzellan lange Zeit als spießig abtat.

Bis zum Samstag wußte ich nicht einmal, daß meine Mutter selbst noch einige Sets besaß. Die haben wir auch seit 30 Jahren nicht mehr benutzt. Um genau zu sein wohl das letzte Mal an dem Geburtstag meiner Schwester. Ihr Vater war da, und wenn er sich mal blicken ließ, wenigstens bei Geburtstagen und an Weihnachten, wollte er immer aus einer bestimmten Tasse trinken. Dieses eine Set ist daher nicht auf dem Foto unten zu sehen, denn ich werde meine Schwester mit ebenjenem Gedeck überraschen.

Hoffentlich weint sie nicht, der Gedanke an ihren Vater macht sie immer froh und traurig zugleich …

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September 25, 2007 | In Soso | 4 Comments | TrackBack-URL

Was übrigbleibt

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September 25, 2007 | In Mennofaktur | 1 Comment | TrackBack-URL