CAT POWER - Cross Bones Style (youtube)
Gerümpelkammer Archiv. So mit Arbeit. Habt Mitleid mit mir, ich werde in dieser Ecke verkrüppeln und siechen und eine Menge Gift vom Readerprinter (Mikrofilmrückvergrößerungsgerät) einatmen, das dann in mein Gehirn wandert, meine Synapsen verklebt und dann, ja, spätestens dann bin ich so bekloppt, wie einige mich schon seit Jahren finden.

Björn G.: Selbstreferenzialität interessiert mich nicht mehr.
Ich: Aber Beschimpfen ist cool!
BIOHAZARD - Urban Discipline (youtube)
Erklären, daß eine Arbeit erst sinnvoll ist, wenn eine dazugehörige Vorarbeit geleistet wurde. — Nicht verstanden werden.
Die Arbeit ausführen, obwohl sie ohne die Vorarbeit sinnlos ist. — Gelobt werden.
Die dazugehörige Vorarbeit, die nicht in meinen Aufgabenbereich fällt, mit übernehmen, um danach die Anschlußarbeit auszuführen. — Nicht verstanden werden.
Einfach gar nichts mehr tun und nochmals die eigentlich sinnlose Arbeit abgeben. — Gelobt werden.
Wochenlang gar nichts in der Sache tun, weil mir sonst der Hals platzt. — Nicht verstanden werden.
Einfach gar nichts mehr tun und nochmals die eigentlich sinnlose Arbeit abgeben. — Gelobt werden.
Wenn man das vorher Gesagte noch zweimal wiederholt, hat man ungefähr eine Ahnung von meiner Kommunikation mit dem Arbeitgeber.
zum Beispiel würde ein Junge zum Beispiel nie nie sagen. Es heißt Elefant und deutsche Eiche, Monstertruck und Stealth, Blume statt Rote Herbstaster oder Pfingstrose oder Sommerjasmin, Vaddern statt Papi oder Vati oder wasauchimmer, ja, wat so’n echter Junge is’, äh - Moment, da muß ich mich jetzt erstmal mit dem Ellifant beraten.

Nilz ruft die Mädchenwoche aus, also gibt es hier die Jungswoche. Da kenne ich mich halbwegs aus, besser jedenfalls als bei Mädchen. Jaaa!
Moving to the country … I’m gonna eat a lot of peaches … lalalalaa. Gute Laune am Morgen. Geht doch!
Herm, daß Frau Anne und ich das Schicksal der Soßenmaler teilen sollten? Das kann kein Zufal sein … Aber mit der reizenden Skandinavistin an der Seite ist selbst Warten schön.

Sommerferien, sechste Klasse. Sören radelt zehnmal am Tag an mir vorbei, wenn ich durch die Wuhlheide ins Freibad laufe. Ich habe Schluß gemacht, sagt er, mit zwölf, und ist furchtbar beleidigt und verfolgt mich. Na wenn er meint. Statt Liebeskummer gibt es Beschimpfungen von Sebastian, der später ein guter Freund wurde: Eine Nutte sei ich, hätte ihm das Herz gebrochen. Dafür fliege ich täglich vom Beckenrand und muß mir dumme Sprüche anhören. Meine Brüste wollen kaum in den Badeanzug passen. Der ist nämlich in Kindergröße, meine Möpse nicht mehr.
Jeden Tag sind wir dort, treffen uns, kommen uns so toll vor. Eisessen, Pommes mit Mayo, Mädchen- und Jungsdecken, iiieh, geht weg. Die Mädchen himmeln die “richtigen Jungs” an, fühlen sich unbeholfen sexy und wären gern wie Nadine.
Blaue Sommertage, oben und unten, Himmel und Wasser und Knie, von der Rutsche. Im Rucksack finde ich beinah jeden Tag ein, zwei Mark, die Mutti dort versenkt hat. Viel Geld, das immer gereicht hat.
Damals wollte ich erwachsen sein, wie die Mädchen, die wir bewunderten. Und heute - heute fahre ich nachts um halb zwölf am Freibad vorbei und bin froh, daß es ist, wie es ist. Daß ich nicht mit Guido gegangen bin, mich nicht wie Nadine im Gebüsch habe befummeln lassen von Andreas, der Christian für’s Fotografieren bezahlt hat und die Bilder dann auf der Drachenwiese vergaß. Daneben eine beschmierte Coupé.
Ich komme aus dem Kino, Prinzessinenbad: Klar, wir waren auch Großstadtkinder, haben gesoffen und heimlich geraucht, haben uns um Dinge gesorgt, die zum Glück erst Jahre später Wirklichkeit wurden, waren lieb und fies, altklug und naiv und sind es heute noch. Aber: Die Dimensionen waren doch anders. Mal hier eine Flasche Bier, schwer zu beschaffen mit zwölf, dreizehn, dort Wodka, bei dem wir uns schüttelten und kichernde Gespräche übers Fummeln. Mehr Illusionen und weniger Erfahrung, mehr Kindheit und weniger Verdruß, Langeweile nie. Die Träume die wir hatten, scheiterten nicht schon in der sechsten Klasse mit der Hauptschulempfehlung.
Vielleicht war ich doch glücklicher, als ich bisher dachte.
Ach, mir ist heute so … (Habe ich mal erwähnt, daß ich von den Herrschaften Fu Manchu einen Kasten Bier gewonnen habe? Es ging um die Wette, daß alle Leute mit Dreadlocks stinken. Da aber weder ich noch meine frisch mit Apfelshampoo gewaschenen Dreads gemüffelt haben, bekam ich einen Kasten Becks ausgehändigt, der natürlich sofort seiner Bestimmung - Hopp, hopp, rin in’ Kopp! - zugeführt wurde.)