Gliederungen und tausend Füßchen

Ab und an merkt man es ganz deutlich: Gedanken zu gliedern, bevor sie sich als Text in die Welt wagen dürfen, ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Und wenn etwas heraus muß, warum auch immer, dann scheiß ich da auch gern mal drauf.

Es ist ja nicht so, daß einem nicht manchmal die Schwächen der eigenen Texte bewußt wären, da murkst hier etwas und dort knarzt es in der Argumentation, aber bevor ich dann gar nichts sage, obwohl es mir doch wichtig ist, mache ich das Durcheinander lieber sichtbar. Böswillig könnte man dann zuweilen auch sagen: Ich gebe meine Gefühle und Gedanken zum Abschuß frei und heule hinterher rum, ich wäre mißverstanden worden, egal.

Mit einer guten Gliederung ist es nämlich wie mit Tausendfüßern, denen man die Schühchen zubinden soll: Es gibt beinah keine größere Kunst, als einen Text mit vielen verschiedenen Aspekten so detailliert auszuführen, daß zwar alles Wichtige beleuchtet wird, dennoch die Spannung erhalten bleibt. Lauter kleine Beinchen, die tanzen, herumzappeln, wuseln, alle irgendwie dazugehören, mit ihrer Gestalt aber keine Reihenfolge erzwingen und so irgendwie alle durcheinanderpurzeln. Dann ist es vielleicht wichtiger, daß sie überhaupt da sind. Leben und so.

August 31, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. word! trotz allem.:)

    Kommentar von westernworld am 31. August 2007 um 22:17 | Link

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