Bei mir ist nie Schluß

Im Gegensatz zu Frau Anne habe ich zwar auch meinen Start in die vorlesungsfreie Zeit bereits hinter mir, nur: ich habe schon wieder Verpflichtungen für das nächste Semester, ach, ich habe sogar SCHON WIEDER NEUE HAUSAUFGABEN! UND DAS SOGAR SCHON SEIT MONTAG! UND DAS FÜR DREI KURSE/SPRACHEN!!!

Merkt man eigentlich, so ganz beiläufig, daß mich das etwas aufregt? NEIN!?!

Wie kommt’s? mag sich da der geneigte Leser fragen. Nun, man besuche Sprachkurse in einem auch gern als Orchideenfach bezeichneten Studiengang, die anfangs von sage und schreibe acht Menschen besucht werden. Nach und nach schmilzt das Grüppchen der Aufrechten immer mehr zusammen, klar, wer schlau ist, sucht zu entrinnen, bevor es zu spät ist. Nach zwei Semestern finden sich in den genannten drei Kursen nurmehr vier Hanseln, die gleichen vier übrigens in jedem der Seminare. Nachdem am Ende des ersten Semesters bereits in der letzten Stunde vor den Ferien neue Texte mit der Ansage ausgeteilt wurden, man könne ja schonmal was für das nächste Semester vorbereiten, hätte ich gewarnt sein müssen. Aber ach, ich bin naiv und reinen Herzens, ich konnte ja nicht ahnen …

Inzwischen sind vier Semester vergangen, alles lief wie gehabt: Die letzte Stunde vor den Ferien wurde dazu genutzt, Texte zu lesen, neue Texte auszuteilen und neben dem kurzen Dank für unsere Teilnahme auch noch anzubringen, daß wir dann ja im nächsten Semester weitermachen.

Man kommt da nicht mehr raus. Die äthiosemitische Tretmühle - Hamsterrad Horn von Afrika - Sklavenhaus Semitistik. Ich möchte nach zwei(einhalb) Jahren auch mal wieder etwas anderes machen, andere Kurse besuchen, aber auf die leiseste Andeutung reagiert der feine Herr beleidigt. Wie wir es wagen könnten, ihn zurückzuweisen. - So reagiert ein abgewiesener Verehrer, aber doch bitte kein Hochschullehrer. Aus Angst um das weitere Schicksal in einem Lehrstuhl, der nur einen Prüfungsberechtigten hat, lachen wir bereits bei Witzen, die, gelinde gesagt, grenzwertig sind. Man kann es sich nicht leisten, ihn zu vergrätzen. Und so werde ich auch im nächsten Semester brav in Oromo und Tigrinisch und Amharisch sitzen, die Zeit verfluchen, die für die Vorbereitungen draufgeht, ganz viel lernen und noch weniger schlafen, weil ich neben dem Lernen und den Hausaufgaben gern auch noch ein wenig leben würde, wenn das nicht zuviel verlangt ist.

Und weil ich so gut abschalten kann (gequältes Lächeln - hallo Sarkasmus!) habe ich jetzt auch die wunderbare Aussicht auf eine vorlesungsfreie Zeit mit ganz viel Hausaufgaben, pi mal Daumen sitze ich zwei Wochen an den jetzt ausgegebenen Texten. Nur gut, daß der Sommer schon wieder vorbei ist.

Julie 19, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. das hört sich nach akuter verschnaufpause für die lebensfreude an.

    gute ratschläge sind zum glück gerade alle, du bleibst also verschont.

    vielleicht kannst du dich ja auf den 13. verfassungszusatz berufen oder darauf das daß empire schon 1807 den sklavenhandel verbot und preußen sowieso die sklaverei 1713 per dekret beendete.

    ansonsten vielleicht öfter mal “spartakus” raunen.

    ansonsten beileid, hamsteräder bringen einen nie vorwärts, so richtig jedenfalls.

    Kommentar von westernworld am 19. Julie 2007 um 16:24 | Link

  2. tonight we die in dahlem!

    Kommentar von Julie Paradise am 19. Julie 2007 um 16:34 | Link

  3. “tonight we die in dahlem!”

    das wäre ein guter name für eine band oder ein album.

    eine veranstaltungsreihe abfolge wüster exzeße mit musikalischer untermalung käme auch in frage..

    Kommentar von westernworld am 19. Julie 2007 um 18:17 | Link

  4. ein prima motto für die nächsten 1.mai krawalle.

    Kommentar von westernworld am 19. Julie 2007 um 18:18 | Link

Rock my Boat!