Gregor Gysi, Posex und der Theaterclub

Ich habe geträumt.

Ich bin bei meiner Freundin daheim, in einer Villa: Riesig groß, schummrige Beleuchtung. Ich weiß, daß sie auf Posex steht. Dieses Wissen wird - obwohl unausgesprochen - die ganze Zeit über mein Ich im Traum begleiten, so, als wäre es ein Duft oder ein Geräusch. Meine Träume sind nicht mit Musik untermalt, aber wenn sie es wären, würde Lounge-Jazz passen. Musik für Leute, die etwas hören wollen, mit dem sie nichts falsch machen können und so alles verlieren, was jemals ihre Jugend ausmachte. Überhaupt Jugend ausmacht.

Ihr Freund tritt hinzu. Er ist deutlich älter als sie und möchte sie nicht heiraten. Drei gescheiterte Ehen machen ihn taub für ihre Wünsche. Er heißt Gregor. Gregor Gysi.

Ich weiß nicht, wie dieser Politiker in meinen Traum geriet, aber er ist da.

Gregor hat Herzprobleme, deshalb ist das Sexleben meiner Freundin wohl etwas unbefriedigend, aber Posex geht. Irgendwie geht sowas ja immer. Sie haben riesige Betten, drei allein im Schlafzimmer, alle mit rotem Samt bezogen. Die Einrichtung im Ganzen ist edel, schlicht, aber mit einem Hauch von Größenwahn und Angeberei behaftet.

Warum ich da bin, weiß ich gar nicht. Es wird nicht darüber gesprochen, aber ich scheine unterschwellige Erregung auszulösen. So als wäre ich das Mietmädchen für den Dreier. Und ich fühle mich merkwürdig unterdrückt. Die Vorhänge sind alle zugezogen. Später werde ich einmal einen Vorhang aufziehen und bemerken, daß die Fenster dahinter vermauert sind, ohne allzu erstaunt zu sein. Die Vorhänge sind auch aus rotem Samt, der sehr gut zu meinem etwas knappen weißen Kleidchen paßt. Ich passe auch sonst gut zur Einrichtung. Vielleicht bin ich ja deshalb hier.

Eine Abendgesellschaft. Plötzlich ist sie da. Etwa zehn Männer in Maßanzügen. Es soll improvisiert werden. Dazu muß die Kulisse aus aufgerolltem Stoff geschnitten werden, aber der Raum, in dem sie hängt, ist nicht gleichmäßig hoch. ich muß also nachmessen und aufpassen, daß ich weder unnötig Verschnitt produziere noch mich damit vertue, daß ich seitenverkehrt schneiden muß. Der Stoff, den ich vor mir habe, knittert im Laufe meiner Vorüberlegungen immer mehr, ich werde verzweifelt und laufe ins Bad. Dort ist das Licht grell, aber ich gelange erst dort hinein, als ich brav gebeten habe, in das Bad gehen zu dürfen. Dafür muß ich in den Theaterraum und erfahre, daß es sich bei den Männern um einen Theaterclub handelt, der seine Abende ganz spontan plant und darauf vertraut, daß immer jemand wie ich da ist, der aushilft.

Nur: Ich helfe nicht. Ich verzweifle an der Aufgabe, auszurechnen wieviel ich wo abschneiden muß, so wie man sonst oft in Träumen nicht vorwärts kommt, obwohl man um sein Leben laufen muß. Je länger ich überlege und mir den Stoff zurechtlege, umso geknautschter und unbrauchbarer wird er. Ich gebe auf und starre aus einem Fenster. Gegen eine unverputzte Wand aus Beton. Gregor tätschelt mir gönnerhaft die Schulter.

Julie 15, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. 15.07.2007 - Ars..f... verboten | vogelmann
  1. KÖSTLICH! :o)

    Kommentar von Ingo Vogelmann am 15. Julie 2007 um 02:17 | Link

  2. posex und poesie. sic!

    Kommentar von westernworld am 15. Julie 2007 um 04:44 | Link

  3. mir is schlecht.schon vom header alleine.
    antidotum csu csu csu .
    und hey…
    der pulli da unten….der is haesslich!
    der fleck muss es wieder einmal ganz alleine rausreissen.
    krank ist dein geschmack allemal.
    sers maadel,
    nath

    Kommentar von nath am 15. Julie 2007 um 05:51 | Link

  4. Nie wurde Lounge-Jazz besser definiert! *verbeuge mich in ehrfurcht*

    Kommentar von Björn Grau am 15. Julie 2007 um 10:40 | Link

  5. @ Ingo Vogelmann, westernworld, Björn Grau: Verlegen verbeuge ich mich und mache einen Knicks, die Herren.
    @ nath: Tstss. *g*

    Kommentar von Julie Paradise am 15. Julie 2007 um 11:05 | Link

  6. … aber wie - um Himmels Willen - kommst du auf POSEX?

    Kommentar von Ingo Vogelmann am 15. Julie 2007 um 12:02 | Link

  7. keine ahnung. war halt ein traum. und funny van dannen ist vielleicht auch nicht ganz unschuldig …

    Kommentar von Julie Paradise am 15. Julie 2007 um 12:07 | Link

  8. Übrigens:

    Im Heimatstaat unseres besten Freundes George Walker (Texas) ist Posex unter Strafe verboten. Wie in einigen anderen Staaten und Ländern weltweit auch noch. Unabhängig von hetero- oder homosexueller Orientierung.

    Kommentar von Ingo Vogelmann am 15. Julie 2007 um 12:14 | Link

  9. @ ingo vogelmann

    es gibt einen lied von funny das heißt ratemal wie- posex und poesie.

    Kommentar von westernworld am 15. Julie 2007 um 12:33 | Link

  10. du träumst sachen…

    Kommentar von sebi am 16. Julie 2007 um 09:59 | Link

Rock my Boat!