Vom Glück ein Blogger zu sein

Wenn man ein Blogger ist, hat man in Berlin immer Spaß. Und wenn niemand in Berlin ist, hat man eben in Berlin oder sonstwo Spaß mit Menschen aus sonstwo, vielleicht in Berlin. Man weiß ja manchmal nicht, wo die so alle sitzen. Ist auch egal, denn außer wenn sie in Timbuktu sind (da soll die Internetanbindung ganz schlecht sein, hab ich gehört), macht es kaum einen Unterschied. Höchstens dann, wenn die Zeitverschiebung ins Gehirn funkt und die Mitnetzer irgendwann nur noch Stuß von sich geben, weil sie so müde sind. Das stört meine Freunde im Internet aber auch nicht wirklich, denn ich bin eigentlich immer müde.

Wenn man Blogger ist, kann man auch mit anderen Bloggern zusammen seine Freizeit verbringen, schwimmen, reiten, fahrradfahren zum Beispiel.

Wenn man unter Bloggern ist, ist saufen auch immer gut. Vom Ficken würde ich abraten, man weiß ja nie, was für Geschichten dabei rauskommen und ob nicht eine Digicam im Spiel ist. Wer will schon enden wie Paris Hilton? Bergwandern ist vielleicht auch nicht die beste Freizeitbeschäftigung für Blogger, Laptop und Natur, das verträgt sich nicht immer.

Wenn man Blogger ist, kann man auf ein gewisses Niveau bauen, zur Not kopiert man einfach Wikipediaartikel, das schindet Eindruck. Man muß nicht einmal wissen, was was bedeutet, Hauptsache, man benutzt merkwürdige, gelehrt klingende Wörter. Prokrastination ist eine Ausnahme. Dieses Wort wird nur von wirklich schlauen Bloggern genutzt.

Wenn man Blogger ist und sich von Chatrooms fernhält, ist man eigentlich immer schlauer als der Rest der Welt. Das allein wäre schon ein Grund, Blogger sein zu wollen, aber das weiß eben nicht jeder. Habe ich erwähnt, daß ich vielleicht doch kein Blogger bin?

Wenn fünf Menschen beieinander stehen und vier davon sind Blogger, kommt es manchmal vor, daß der fünfte sich etwas einsam fühlt, aber selbst das macht nichts, weil die Blogger sich dann freuen, daß sie wieder etwas zu schreiben haben, nämlich, daß sie sich nicht einsam fühlen.

Wenn dieser Post raus ist und man sonst keine guten Ideen für Texte hat, könnte man als Blogger sogar noch darüber schreiben, wie herzzerreißend es ist, daß der fünfte Nichtblogger ja so doof daneben stand, als die Blogger sich über das Bloggen unterhalten haben. Man muß dabei aufpassen, nicht zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken, sonst wird es unglaubwürdig. Und es empfiehlt sich wohl den Zeitstempel bei Wordpress zu bearbeiten, damit es nicht so sehr auffällt, daß man zwei Themen aus einem Anlaß bezogen hat. Auch das ist nämlich nicht gut für das Image. Image ist alles, wer weiß das nicht.

Wenn man all dies beachtet, ist es ein großes Glück, ein Blogger zu sein.

Julie 12, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

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  1. Glückwunsch!

    Kommentar von Alex am 12. Julie 2007 um 09:08 | Link

  2. :)

    gruß an den nichtblogger!

    Kommentar von anne am 12. Julie 2007 um 09:38 | Link

  3. wie sang doch der fantastische bernd begemann so schön in seinem song “kein glück im osten”:

    sie sagten: “wir haben hier unsere eigenen gruppen!”
    ich sagte: “ich bin keine gruppe!”

    Kommentar von nilz am 12. Julie 2007 um 10:09 | Link

  4. ich glaub ich muß zum kieferorthopäden
    ich hab so ein 360° grinsen im gesicht, die müden witze wahren gut bis prächtig und hans harz reime ziehn weiter.

    Kommentar von westernworld am 12. Julie 2007 um 11:25 | Link

  5. Ich bin weiterhin der Meinung, dass Blogger die hübscheren Menschen sind, außerdem besseren Sex haben und dass Rock´n´roll für sie gemacht wurde!

    Kommentar von SirParker am 12. Julie 2007 um 12:29 | Link

Rock my Boat!