Es hat eine Weile gebraucht, bis ich mich aufraffen konnte, das hier zu schreiben, nachdem ich etwas ganz anderes geschrieben und gelöscht und geschrieben und gelöscht und geschrieben und geändert und gelöscht hatte:
Den besten Sex meines Lebens hatte ich mit einem Mädel, dass kein Hungerhaken war. Wir haben gesungen dabei. „I want your Sex, Baby“. Außerderdem hat es schön geklatscht, wenn Sie verstehen, was ich meine. Dieser Spot jedenfalls haut mich von den Socken, denn er presst den männlichen Zuschauer in die Perspektive der Mädchen. Und in diesem Fall schockt das. Und es hilft, das hoffe ich jedenfalls. Mädchen, tut Euch das nicht an. Bitte!
Ihr seht diesen Werbespot von anorexi bulimi kontakt. Und ihr habt einen Gedanken. Wenn ihr wollt, hinterlasst einen Kommentar.
Tut mir leid, Jungs, aber das finde ich ein wenig scheinheilig. Noch schlimmer sind die Kommentare. Heile Welt und Friede Freude Eierkuchen ich war auch immer lieb und hab nie auf dem Spielplatz mit der dicken Berta gezankt und sie fette Kuh genannt.
Wäre das Mädchen in dem Video eine Schauspielerin, sie liefe unter der Beschreibung pummelig, obwohl sie eigentlich eine ganz normale Figur hat. Natürlich gibt es einen riesigen Unterschied zwischen Medien und wirklichem Leben. Models, die wir auf Fotos als ganz hübsch empfinden, rufen im echten Leben eher Mitleid hervor, wenn sie neben einem stehen und man geneigt ist, ihnen eine dicke Pizza zu kaufen. Es mag ja sein, daß viele Männer etwas fülligere Frauen attraktiv finden, jedenfalls attraktiver als die krankhaft dünnen Bohnenstangen, die heutzutage als Laufstegmodels ihre Brötchen verdienen. Aber:
Wenn eine kleine Prinzessin magersüchtig wird, berichtet jeder darüber, vordergründig natürlich, um zu zeigen wie schlimm schlimm schlimm das ist, letztlich denken aber doch viele: Die war vorher ganz schön mollig, jetzt sieht sie aus wie ein Model. (Das Gleiche gilt für die kleine Freundin einer Hotelerbin und zweitklassige Schauspielerinnen, die als It-Girls berühmt werden.) Es hagelt Aufmerksamkeit und leider auch Anerkennung, solange bis der feine Grat zwischen ziemlich dünn und krankhaft abgemagert sichtbar überschritten ist.
Die Dicke wird in jeder Klasse gehänselt und jede Stunde Schulsport zur Qual. Das war so und ist so und wird wohl auch noch lange so bleiben. Kinder sind fies.
Frau wird bei Mango und ähnlichen Läden mitleidig angeschaut, wenn sie eine Hose in Größe 38 bzw. Bundweite 30 ordert.
Kate Winslet gilt als eine Schauspielerin, die trotz einiger Pfunde mehr noch sehr attraktiv ist (hatte sie bei Little Children ein Bodydouble?)
Am Ende schaut man doch zuerst auf das Aussehen, weil man den Charakter eben nicht sieht.
Ich weiß nicht, wie soll man das ändern? Ich selbst urteile ja über Leute, Frauen, die ich sehe und bin einigermaßen gnadenlos, mich selbst genauso kritisch zu betrachten ist da leider nur konsequent. Das Schönheitsideal und damit das Wunschaussehen vieler liegt momentan bei etwa 2-3kg unter dem, was aus medizinischer Sicht als Idealgewicht gilt. Wenn frau versucht, dem zu folgen — dann ist sie schnell in der Situation des Mädchens in dem Video. Vielleicht eher des Mädchens im Spiegel, aber wenn eine Frau, die so eine Figur hat, die doch eigentlich ganz nett ist, damit nicht zufrieden ist, stimmt bereits etwas nicht. Es muß nicht einmal soweit kommen, daß sie magersüchtig wird, hier und da nicht frühstücken, das Abendbrot weglassen, einmal die Woche einen Safttag zum Entschlacken (übliche Tipps von Schauspielerinnen in Frauenmagazinen), 1500 kcal am Tag, lieber eine Eisentablette statt des Steaks … 20% aller jungen Frauen leiden unter einer Eßstörung, dazu zählen unregelmäßiges und ungenügendes Essen bis hin zur Bulimie. Und warum?
Macht mal den Test und bittet Jungen zu zeigen, wie breit ihre Hüfte ist, dann fragt Mädchen: Die Jungs werden sich etwas schlanker einschätzen als sie sind, die Mädels werden sich im Schnitt 30% breiter machen. Selbstwahrnehmung.
Ich habe mir soeben eine Digicam geleistet. Für sagenhafte 49 Euro ja, bei Ebay, blaba, ich bin aber mehr so der gucken-kaufen-Typ, anfassen, mitnehmen, wenn es dann ein paar Euro mehr kostet, auch egal. Inklusive 1GB SD-Karte. Und ich hab auch schon Fotos damit gemacht. Von Tiffy. Da –>
Tiffy ist kein geduldiges Modell, daher war das das schärfste Bild, das ich von ihm machen konnte.
Die Bekloppten (O-Ton Karpate) und Frau Paradise trafen am Freitag am Flughafen Düsseldorf aufeinander. Die Bekloppten haben sich ihren Namen dadurch verdient, daß die meisten von ihnen einer US-Kapelle mit Marmelade und Perlen im Namen bereits seit Wochen durch Europa hinterherreisen. Die Bekloppten sind übrigens auch alle (bis auf Curly, aber Ausnahmen bestätigen die Regel) äußerst liebenswerte Zeitgenossen.
Neun Gefährten auf dem Weg vom Pearl Jam-Konzert in Düsseldorf zum Hurricane, ein Bus, eine Italienerin am Steuer und die sechs Jungs völlig außer Rand und Band bei der Aussicht, gleich auf die famous doitschä Autobahn zu fahren. Von wegen kein Speedlimit und so.
Von der ersten Sekunde an Bootlegs unserer Helden im CD-Player haben wir uns warmgesungen und gelernt, daß Musik Menschen zusammenbringt, mal ganz kitschig gesagt. Wir waren: Marit aus Köln, Robert aus Norwich, Aiya (?) aus Lettland, Pablo und Curly aus Argentinien, John aus New York, noch jemand, Barbara aus Italien und ich. Alle waren einigermaßen heiser, aber Pearl Jam-Fans kann nichts aufhalten, Stimmausfälle, so sie denn nicht bei Eddie Vedder auftreten, schon gar nicht.
Busfahren selber ist nicht so spannend, aber ich möchte an dieser Stelle doch erwähnen, daß Marit und ich Orientierungstalent irgendwann beschlossen, die Streckenvorbereitung zu ignorieren und einfach über Bremen Richtung Hamburg zu fahren und von dort aus zu schauen, wie wir weiterkommen. Angekommen sind wir schließlich, nicht ohne Barbara, die sehr temperamentvoll fuhr, mit den Feinheiten deutscher Autobahnabzocke vertraut zu machen. Unterwegs mit 150 km/h nach einem Hinweisschild, welches eher eine Geschwindigkeit um 120 km/h empfahl, entfuhr ihr nämlich ganz erstaunt
What’s about the flashlight up there?
Sie hat geschimpft wie ein Rohrspatz, als wir ihr erklärten, daß man in Deutschland nicht vor Blitzern gewarnt wird. Kann sein, daß das noch teuer wird …
Das Hurricane hinterläßt mindestens drei Grinsebärchen in der Republik (René, die Kleine, mich) und ein Leuchtebärchen: Malcolm, wie geht’s dem Sonnenbrand? Oh, nicht zu vergessen, das Hackebärchen! Dennis, lebst Du noch?
Zurück zur Musik:
Pearl Jam sind immer eine Bank, egal wie mies die Rahmenbedingungen sind, so daß mein Fazit des Konzertes am Donnerstag nur lauten kann: Es hat sich gelohnt! Haltet mich für bekloppt, aber jedes Konzert dieser Band ist so einzigartig und überwältigend toll, daß man geradezu süchtig werden kann nach diesem Gefühl. Die Setlist war großartig, für die Kenner: Sad, Breath, State of Love and Trust, I am Mine, Insignificance … als ich nach dem Konzert mit anderen Fans gesprochen habe (die, so mein Eindruck, irgendwie alle letztes Jahr in Berlin auf dem Konzert waren, ich habe mitgezählt: Mindestens 47 Leute, mit denen ich gesprochen habe, waren letztes Jahr in Berlin!), waren letztlich doch alle begeistert.
Ganz ganz kurz habe ich dann sogar noch die Organisatorin meiner Mitfahrgelegenheit nach Scheeßel getroffen, die Gute war völlig aufgelöst, weil Treffen nach Konzerten eigentlich immer schiefgehen, schade, dabei hätte ich die anderen Buggers und Jammers doch so gern kennengelernt. Das restliche Socialising hat aber ganz gut funktioniert:
Lockenköpfchen aus München und Kumpel (mit Namen hab ich’s nicht so, aber es war sehr nett, euch kennenzulernen!) und ich wollten eigentlich nach dem Konzert auf eine Pearl Jam-Party in Düsseldorf, von der trotz guter Vorbereitung und mieser Nacharbeit (Flyer druckfertig gebastelt, ausgedruckt und dann zuhause liegenlassen) niemand wußte, wo sie stattfinden sollte. Daß die drei Schotten, die irgendwie auf einmal da waren, und von denen natürlich auch alle letztes Jahr in Berlin waren (so eine Art running question gag: Hey, did you see them in Berlin last year? - Yeah, sure!), lieber in einen Pub wollten, machte die Entscheidung leicht, ihrer Idee zu folgen, Pubs findet man schließlich überall, Pretty Vacant-Clubs ohne Adresse eben nicht. Nur: Wie wegkommen von einem Venue, wo man nur mit einem Shuttleservice hingelangt, weil er auf die grüne Wiese gebaut ist, ohne entsprechende Shuttlebusse? Die waren nämlich irgendwie nicht mehr aufzutreiben. Also hieß es, auf ein Taxi zu warten. Das taten wir dann so für eine halbe Stunde. Wie teilt man sechs Leute auf zwei Taxen auf? Drei tatkträftige Schotten schnappen sich das Mädel (meine Wenigkeit), die armen deutschen Jungs gucken hinterher … Gangsterfilme gucken lohnt sich aber doch, in der Altstadt angelangt und aus dem Wagen gekrabbelt waren sie nämlich hinter uns. Ganz aufgeregt erzählten sie, wie sie dem Fahrer ihres Taxis eingeschärft hätten, unserem Taxi zu folgen. Mir war das nur alles inzwischen doch etwas zu anstengend, ich wollte nur noch schlafen, verständlich nach drei Stunden Schlaf und zehn Stunden Busfahrt und 3 Stunden vor der Halle stehen und einem Konzert, bei dem ich so laut mitbrülltesang, daß am Ende meine Stimme völlig weg war.
Was tut man in Düsseldorf in der Altstadt, wenn man zurück zu seiner Pension möchte? Man sucht sich ein Taxi, fragt locker an, wieviel Euro denn einzukalkulieren wären zum Hauptbahnh— Mädel, ham se zuvill Jelld? Später mußte ich von einem sehr plauderfreudigen jungern Herrn, den ich nach dem Weg fragte, erfahren, daß sich Düsseldorfer Taxifahrer für geschätzte zehn Euro nur äußerst ungern auf den Weg machen und dafür lieber Frauen allein durch eine ihnen offensichtlich völlig unbekannte Stadt schicken. Naja, ich muß mich wacker geschlagen haben, denn immerhin sah ich wohl so ortskundig und sicher aus, daß mich auf dem Weg zum Hauptbahnhof vier Grüppchen (wahrscheinlich auch alle Pearl Jam-Konzertgänger) nach dem Weg fragten. Ich glaube auch immer noch, daß für Frauen die beste Methode, in der Nacht heil nach Hause zu kommen die Turnschuh-und-Arroganz-Masche ist: Möglichst bequeme Schuhe, in denen man selbstsicher und zielstrebig und mit erhobenem Kopf voranschreitet mit diesem Wag’s ja nicht, mich aufzuhalten!-Blick.
Zurück in der Pension habe ich kurz überlegt, wie ich denn im Stehen schlafen könnte, da es mich doch anekelte, irgendetwas im Zimmer zu berühren, irgendwie fühlte sich alles so keimig an, iiiiiieh. Aber jede Tussi muß sich mal der Realität stellen, also war ich tapfer und schaffte es tatsächlich, gegen 4 Uhr nachts einzuschlafen, im Liegen, im Bett, in dem … ich will es gar nicht wissen *würg*, begleitet von der Erkenntnis, daß Schöneweide doch nicht das letzte und lauteste Dreckloch zu sein scheint, so wie in Düsseldorf beim Hauptbahnhof nachts rumrandaliert und über die Straße gebrüllt wird.
Humor in Magdeburg: Deutsche!!! Kauft deutsche Bananen!
Beim Busfahren sieht man so einiges:
Ein grauer Ritter raucht unter einer Brücke - oh, doch nur ein Motorradfahrer, der Schutz vor dem Regen sucht.
Können Kühe kuscheln? - Oh my love, oh, it was a funny little thing.
Vogel im Wind: Schneller Flügelschlag, schnell, schnell - er kommt trotzdem nicht voran, taumelt, wird herumgewirbelt und muß in einem Baum notlanden. Armes Vögelchen.
Ich bin eine Mentalitäts-Amerikanerin: Die Welt hört am Rand von Berlin auf. Naja, ein bißchen Welt gibt es woanders auch noch, hab ich gelernt. Gibt es eigentlich schon Strom und fließendes Wasser in Mecklenburg-Vorpommern?
Hauke und Bernhard aus Magdeburg sehen aus wie Malcolm und jemand anders. Bernhard sieht jedenfalls aus wie Bernhard. Und Hauke (Hab ich das schon erwähnt?) sieht Malcolm so ähnlich, daß sogar René, der den Malcolm vorher schon kannte, nicht sicher war, ob nicht doch … Liebe Grüße!
Auf einem Zettel irgendwo an der Halle stand „Peral Jam“ – nur ein Tippfehler, aber so bezeichnend für den ganzen Abend.
Ich war gegen dreiviertel fünf in Düsseldorf angekommen, hatte vom Bus aus nach billig aussehenden Pensionen geschaut und bin gleich am Haptbahnhof in der ersten abgestiegen. 25 Euro für ein Einzelzimmer, welches sich dann doch als Doppelzimmer entpuppte. Toilette und Dusche für fünf Zimmer eine halbe Treppe tiefer, egal. Nicht egal war mir der Geruch, aber mit konsquenter Lüftung, das heißt: Fenster weit auf, um fünf zum Konzert losfahren und nach der Rückkehr gegen drei Uhr nachts wieder anklappen, ging es dann. Immerhin war das Waschbecken tief genug, um sich darin die Haare zu waschen und der Spiegel so angebracht, daß ich doch glatt noch meine Augen und die Stirn naaaa, Zehenspitzen, ja, Nase, aua, Zehenspitzen, so groß bin ich nicht – was soll denn bitte sowas? Nur geeignet für Menschen ab einem Meter achtzig Körpergröße. Aber: Egal.
Der Düsseldorfer ÖPNV ist sehr übersichtlich organisiert und gut ausgeschildert, die Anschlüsse haben alle funktioniert und wann immer ich eine Frage hatte, wurde mir nett und zuvorkommend geholfen. Zum ISS-Dome gelangt man, wenn man mit den Öffentlichen bis Rath fährt, ab da gibt es einen Shuttle-Bus zur Halle, die ich gegen dreiviertel sechs erreichte.
Halle? Hölle dachte ich, als ich aus dem Bus ausstieg und die Schlange vor dem Einlaß sah. Ich weiß genau, wie lang ein Kilometer ist, denn einer unserer Lehrer hat immer wieder wie einen schlechten Witz erzählt, daß die Wilhelminenhofstraße in Schöneweide genau einen Kilometer lang ist. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Die Schlange war zwei Kilometer lang. Man kann sich kaum vorstellen, wie frustrierend es ist, ziemlich am Anfang der Schlange aus dem Bus zu steigen und den Faltwellen (mehr Schlange auf weniger Fläche) folgend ans Ende zu gelangen, wo man sich dann brav anstellt. Immerhin, Pearl Jam-Fans sind sehr brav, denn eigentlich haben sich alle dort angestellt, nur wenige haben den Ey, kennen wir uns nicht?-Trick angewendet, um gleich etwas weiter vorn zu sein.
Die Vorbands The Futureheads und Interpol spielten wohl unter Ausschluß der zahlenden (! – 62 Euro für das Ticket sind ja kein Pappenstiel) Öffentlichkeit, denn soweit wir es mitbekommen haben, kam erst gegen sieben überhaupt Bewegung in die Schlange. Zum Glück bin ich ja nicht schüchtern und Pearl Jam-Fans größtenteils nett und kommunikativ, so daß recht schnell eine lose Quatsch- und Spaßgemeinschaft entstand. Die vier Jungs hinter mir kamen alle aus der Gegend und hießen Seppo (?) und Marcel und … sorry, ich hab eure Namen nicht mitbekommen, Jungs!. Seppo (ich nenn Dich jetzt einfach so, wenn Dir das nicht paßt, dann komm Dich beschweren) sah aus wie entweder die kleinere, hübschere Variante von Xavier Naidoo (ja, der geht auch in ansehnlich) oder wie Aydo, der Sänger von Blackmail. Sehr nette Gesellschaft. Irgendwann hängten sich dann Subjekte an uns ran, die wir zunächst für Drogendealer hielten, weil sie sehr Rock’n’Roll-mäßig abgebrannt und verlebt aussahen, uns dann aber verklickerten, daß sie doch bitte, bitte unsere Freunde sein wollten, damit sie nicht noch 500m weiter hinten stehen müßten. Die Band, wegen der Cowboy (weißer Strohhut und ein wettergegerbtes Gesicht, um das ihn mancher Hollywood-Haudegen beneiden würde) angereist war, die Futureheads, sollten sie trotzdem verpassen.
Zwischendurch nieselte es, was die Jungs auf die Idee brachte, uns, als Ende der Schlange, neu zu organisieren, also die Deppen, die lieber fünf Meter entfernt vom überstehenden Dach der Halle, wo man sich unterstellen könnte, warteten, weiter im Regen warten zu lassen und uns dann bei Gelegenheit wieder an dem Punkt anzuschließen, wo sie regengeschützt an der Hallenwand entlang steht, Solche Vorhaben scheitern gern daran, daß irgendwer den Witz nicht kapiert und man dann doch den Schafen folgt, um nicht bei den Wölfen zu sein. Das Scheitern unserer Aktion wurde von Marcel mit donnerrrrrnderrrrr Füüüührrrerrrr-Stimme kommentiert, was wiederum für Erheiterung bei den umstehenden Deutschen und eingeschüchterten Blicken bei ausländischen Fans sorgte. Die Ordner sahen auch aus, als hegten sie Befürchtungen, die Invasion – egal was für eine, aber schrecklich würde sie sein, das sagten ihre Blicke – stünde kurz bevor. Bei dem ganzen Gewarte und Gestehe und Geschiebe kann man schon mal laut werden, das Lachen und die fröhlichen Mienen hätte die Ordner aber doch beruhigen sollen, nur irgendwie, tut mir leid es so sagen zu müssen, hatten wir den Eindruck, nur Quotendeppen in Ordnerwesten zu sehen.
Stunden später, gegen halb neun, waren wir endlich am Einlaß, wo mir freundlicherweise mein Capri-Sonne-Paket abgenommen wurde, obwohl bei Pearl Jam Getränke in TetraPacks oder Ähnlichem immer mit rein durften, oookay, bei Peral Jam ist das wohl anders, mein Ticket wude gescannt und ich war drin!
Nicht da drin, wo ich eigentlich, laut Ticket, hingehörte, aber in der Halle. Ein Ordner schickte mich auf die Frage hin, wo ich denn meinen Sitzplatz (man bleibt ja in Deutschland sowieso nur sitzen, wenn man Schimpfwort für faule, fette, uncoole Säcke nach Wahl einsetzen ist, also dachte ich mir nichts dabei.
Viele Leute waren noch auf der Suche nach einem Platz und standen auf den Treppen und Gängen herum, als die Lichter ausgingen und das Intro von der Ten erklang. Jeder blieb wo er war, denn im Dunkeln findet man ja sowieso keinen Platz mehr. Konzert Konzert, Peral Jam und dann irgendwann Pearl Jam, der Sound wurde nach und nach besser, die Leute lockerer oder leiser, wenn es sich denn um dämliche Fußball-Fans handelte, die ihre bekloppten Lieder (es gibt auch tolle Stadiongesänge) im Hooliganstyle zum Besten gaben, ich kam langsam in Konzertlaune, als ich die Idee bekam, bei dem Song Come Back, den ich nicht leiden kann, mal zu versuchen, zu meinem eigentlichen, besseren Platz zu gelangen. Das Verlassen der Halle wurde mir verwehrt. Was? Ja, ich durfte nicht raus aus der Halle, da stand ein Zweimeterkloß vor mir und ließ mich nicht vorbei. Noch unbedarft und fröhlich fragte ich, was er denn gedenke zu tun, wenn ich doch vorbeigehe, weil ich zum Beispiel auf die Toilette muß? Dann pack ich Dich und führ Dich janz raus, dann kannste sehen, watte davon hast. Klare Ansage, mit Dir leg ich nicht an, Arsch! Also bin ich zurück zu meinem Platz marschiert, was will man tun, und die Stimmung wollte ich mir auch nicht noch weiter vermiesen lassen. Nach einigen weiteren Songs begannen die Ordner in meinem Block, die Wege zu räumen, das heißt, wer nicht mehr in eine Sitzreihe gepreßt werden konnte, wo ja sowieso alle standen oder das Pech hatte, daß die Sitzreihenleute ihren Platz verteidigten, der wurde abgeführt und rausgedrängelt von den Ordnern. Ich weiß nicht, wohin diese Leute geschickt wurden, aber Unmut machte sich breit.
Was soll denn sowas? Erst den Einlaß verschlampen, dann die Leute in die Halle quetschen, irgendwohin schicken, ohne Vorwarnung die Lichter ausmachen und dann, wenn sich alles halbwegs beruhigt hat und man anfängt, das bißchen Atmosphäre in der riesigen, teilweise leeren Halle zu genießen, herumzugehen und alle herauszugängeln, die es sich eben da, wo sie stehen, gemütlich gemacht hatten. Sicherheit hin oder her, aber das forsche Schubsen und Schieben vonseiten der Ordner war absolut unnötig.
… bald geht’s weiter …
Nachtrag: Das sehe ich zwar immer noch anders, aber eine Stellungnahme versöhnt doch etwas.
Na, und jetzt ratet mal, wer für mich allein schon ein Grund gewesen wäre, dieses Festival zu besuchen? - Rrrrrrichtig!
Ich tät mir ja von denen mindestens alle ihre Songs außer Bugs, Small Town, Arc und wünschen, am schönsten finde ich aber immer noch diese Version von Daughter/ It’s ok (hab ich schon mal gepostet, ich weiß):
Ich weiß ja gar nicht, wann ich ankomme in Scheeßel, aber eines der ersten Konzerte wird wohl von 23.-0.30 das Beastie Boys-Konzert sein. Videos von der Homepage der Band: da lang!
Danach, wenn alles glatt läuft, die Queens of the Stone Age!!! Mir ist eigentlich egal,welchen der Songs sie spielen, ich liebe sie alle.
Schade, daß Mark Lanegan nicht mehr dabei ist: Hanging Tree (live) mit Mark Lanegan (youtube)
Zum Thema Penisneid ist mir nicht allzuviel eingefallen, zugegeben. Weil: Was soll ich mit einem Penis? Ich bin ein Mädchen, verdammt! Früher wäre ich gern ein Junge gewesen, geb ich zu, aber da sah ich auch aus wie einer.
Aber ist ein gutes Stichwort: In der Schule hieß ich jahrelang But, den Namen hat mir der Englischlehrer gegeben, weil ich in Diskussionen - was haben wir diskutiert! … zu dritt - immer die Argumente meiner Mitschüler mit der Entgegnung but entkräftete und als strahlende Verteidigerin der angewandten Dialektik bla sülz bla ich mag einfach das Wort aber, Punkt
Wieso also sollte ich neidisch auf Männer sein, die Penanten besitzen, oder, noch unverständlicher, auf Penisse selber? Kleine Würstchen die in den unpassendsten Momenten groß werden oder nicht mal groß werden, die sich völlig einer Kontrolle entziehen und nicht einmal durch Erfindungen wie Büstenhalter (in dem Fall dann Eiersäcke oder Chockringe oder was auch immer) aufgewertet werden können?
Will ich das? Brauch ich das? - Nein!
Aber lustige Wörter kann man aus Penisneid basteln (lassen): Penisneid - dein Penis? - SPD? Nein Ei! - speiend in.die Spinne - … Pein indes … - End-Ei-Spin - Eidspinne - send Pinie . des Pinien - dein Ei spin … - DNS-Ei-Pein … Sowas nennt sich dann A - na - gramm und ist ganz lustig, siehe Herman Stein und Björn Grau.