Heimkehrer (auch eine Fortsetzung des “Peral Jam”-Berichtes)

Das Hurricane hinterläßt mindestens drei Grinsebärchen in der Republik (René, die Kleine, mich) und ein Leuchtebärchen: Malcolm, wie geht’s dem Sonnenbrand? Oh, nicht zu vergessen, das Hackebärchen! Dennis, lebst Du noch?

Zurück zur Musik:

Pearl Jam sind immer eine Bank, egal wie mies die Rahmenbedingungen sind, so daß mein Fazit des Konzertes am Donnerstag nur lauten kann: Es hat sich gelohnt! Haltet mich für bekloppt, aber jedes Konzert dieser Band ist so einzigartig und überwältigend toll, daß man geradezu süchtig werden kann nach diesem Gefühl. Die Setlist war großartig, für die Kenner: Sad, Breath, State of Love and Trust, I am Mine, Insignificance … als ich nach dem Konzert mit anderen Fans gesprochen habe (die, so mein Eindruck, irgendwie alle letztes Jahr in Berlin auf dem Konzert waren, ich habe mitgezählt: Mindestens 47 Leute, mit denen ich gesprochen habe, waren letztes Jahr in Berlin!), waren letztlich doch alle begeistert.

Ganz ganz kurz habe ich dann sogar noch die Organisatorin meiner Mitfahrgelegenheit nach Scheeßel getroffen, die Gute war völlig aufgelöst, weil Treffen nach Konzerten eigentlich immer schiefgehen, schade, dabei hätte ich die anderen Buggers und Jammers doch so gern kennengelernt. Das restliche Socialising hat aber ganz gut funktioniert:

Lockenköpfchen aus München und Kumpel (mit Namen hab ich’s nicht so, aber es war sehr nett, euch kennenzulernen!) und ich wollten eigentlich nach dem Konzert auf eine Pearl Jam-Party in Düsseldorf, von der trotz guter Vorbereitung und mieser Nacharbeit (Flyer druckfertig gebastelt, ausgedruckt und dann zuhause liegenlassen) niemand wußte, wo sie stattfinden sollte. Daß die drei Schotten, die irgendwie auf einmal da waren, und von denen natürlich auch alle letztes Jahr in Berlin waren (so eine Art running question gag: Hey, did you see them in Berlin last year? - Yeah, sure!), lieber in einen Pub wollten, machte die Entscheidung leicht, ihrer Idee zu folgen, Pubs findet man schließlich überall, Pretty Vacant-Clubs ohne Adresse eben nicht. Nur: Wie wegkommen von einem Venue, wo man nur mit einem Shuttleservice hingelangt, weil er auf die grüne Wiese gebaut ist, ohne entsprechende Shuttlebusse? Die waren nämlich irgendwie nicht mehr aufzutreiben. Also hieß es, auf ein Taxi zu warten. Das taten wir dann so für eine halbe Stunde. Wie teilt man sechs Leute auf zwei Taxen auf? Drei tatkträftige Schotten schnappen sich das Mädel (meine Wenigkeit), die armen deutschen Jungs gucken hinterher … Gangsterfilme gucken lohnt sich aber doch, in der Altstadt angelangt und aus dem Wagen gekrabbelt waren sie nämlich hinter uns. Ganz aufgeregt erzählten sie, wie sie dem Fahrer ihres Taxis eingeschärft hätten, unserem Taxi zu folgen. Mir war das nur alles inzwischen doch etwas zu anstengend, ich wollte nur noch schlafen, verständlich nach drei Stunden Schlaf und zehn Stunden Busfahrt und 3 Stunden vor der Halle stehen und einem Konzert, bei dem ich so laut mitbrülltesang, daß am Ende meine Stimme völlig weg war.

Was tut man in Düsseldorf in der Altstadt, wenn man zurück zu seiner Pension möchte? Man sucht sich ein Taxi, fragt locker an, wieviel Euro denn einzukalkulieren wären zum Hauptbahnh— Mädel, ham se zuvill Jelld? Später mußte ich von einem sehr plauderfreudigen jungern Herrn, den ich nach dem Weg fragte, erfahren, daß sich Düsseldorfer Taxifahrer für geschätzte zehn Euro nur äußerst ungern auf den Weg machen und dafür lieber Frauen allein durch eine ihnen offensichtlich völlig unbekannte Stadt schicken. Naja, ich muß mich wacker geschlagen haben, denn immerhin sah ich wohl so ortskundig und sicher aus, daß mich auf dem Weg zum Hauptbahnhof vier Grüppchen (wahrscheinlich auch alle Pearl Jam-Konzertgänger) nach dem Weg fragten. Ich glaube auch immer noch, daß für Frauen die beste Methode, in der Nacht heil nach Hause zu kommen die Turnschuh-und-Arroganz-Masche ist: Möglichst bequeme Schuhe, in denen man selbstsicher und zielstrebig und mit erhobenem Kopf voranschreitet mit diesem Wag’s ja nicht, mich aufzuhalten!-Blick.

Zurück in der Pension habe ich kurz überlegt, wie ich denn im Stehen schlafen könnte, da es mich doch anekelte, irgendetwas im Zimmer zu berühren, irgendwie fühlte sich alles so keimig an, iiiiiieh. Aber jede Tussi muß sich mal der Realität stellen, also war ich tapfer und schaffte es tatsächlich, gegen 4 Uhr nachts einzuschlafen, im Liegen, im Bett, in dem … ich will es gar nicht wissen *würg*, begleitet von der Erkenntnis, daß Schöneweide doch nicht das letzte und lauteste Dreckloch zu sein scheint, so wie in Düsseldorf beim Hauptbahnhof nachts rumrandaliert und über die Straße gebrüllt wird.

… Freitags-Fortsetzung folgt …

Juni 26, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

  1. 09.07.2007 - Blogrocking Beats — Pearl Jam @ ISS Dome, Düsseldorf, [...]
  2. 11.07.2007 - Julie Paradise — Naja, stimmt schon, Reisen verändert [...]
  1. DER DENNIS?
    War etwas DER DENNIS mit?

    Kommentar von Hauke am 26. Juni 2007 um 13:02 | Link

  2. Yyyyyyep. War sehr lustig. Dennis, Du Hackebärchen: Bis nächstes Jahr?

    Kommentar von Julie Paradise am 26. Juni 2007 um 15:19 | Link

Rock my Boat!