Ich würde Ihnen ja so gern recht geben,

Herr Winkel

IGNORIERT diese P*sser doch endlich einfach! Mir geht’s prima, seitdem ich mir das nicht mehr antue. Muss doch auch nicht.

… irgendwann muss doch mal gut sein mit dieser “Ein-Unfall-ich-muss-da-hingucken!”-Scheiße.

und auch Ihnen, Herr Nilz

dünnhäutige pseudopolitdeppen. seitdem ich solch einen stuss nicht mehr lese,(irgendwer hatte den “herz am rechten fleck”-müll gequotet, daher kenn ichs) blogge ich wieder viel glücklicher.

man muss sich den ganzen tag nur irgendeine scheisse selber einreden, dann glaubt mans auch. und der text war ja der offensichtliche versuch, auch mal so eine don-alike-polemik zu schreiben. dafür braucht man aber eins: wortschatz. dann wirds auch was mit den verschwörungstheorien.

und eigentlich liegt auch Marcel Weiss nicht falsch

“Aber wenn das sich nicht bald entspannen sollte oder gar noch mehr eskaliert, wird man genötigt sein Stellung zu beziehen und sich für eine Seite zu entscheiden.”

Warum? Wo kommt der Gedanke her, dass man, nur weil man bloggt, sich hier entscheiden muss? Warum muss man dazu eine Meinung haben? Warum muss man immer zu allen Bloginterna eine Meinung haben?
Das Ganze wäre halb so wild, wenn nicht jeder meinen würde, er müsse zu jeder Entscheidung von zB adical etwas sagen. Oder zu den Reaktionen der Entscheidungen. Oder zu den Reaktionen der Reaktionen. Das ist ein bizarres Sichgegenseitighochschaukeln hier (in der ’sphäre), dass es nicht mehr lustig ist.

Wenn man das mal kapieren würde, würde man sich auch nicht mehr persönlich angegriffen fühlen weil jemand anders über etwas schreibt, was nichts mit einem selbst zu tun hat.

[...]

Ich habe oft den Eindruck, dass sobald ein Blogger angegriffen wird, den man liest oder dessen Blog man kennt, viele Blogger sich auch gleich persönlich angegriffen fühlen. Das hat so was von einer vermuteten Sippenhaft gegen die man sich wehren muss. Dabei ist das erstens Quatsch, und zweitens führt das nur zu einer verstärkten Reichweite von fixmbrrr und deren Gedankengut in dem Fall hier. Das nebenbei auch zum Teil darauf beruht, sich bei allem was in Blogs vorgeht persönlich zu nehmen, auch wenn es mit ihnen gar ncihts zu tun hat (aber trotzdem erstmal grundsätzlich rumzuhetzen). Es ist der Gedanke ‘Ich blogge, also weiß ich wie Blogs auszusehen haben und das muss ich jetzt verbreiten’ oft auf beiden Seiten, dass dan wenig nutzenbringende Diskussionen zu Blasen (ha!) aufbläht, weil eben jeder seinen Senf dazu abgeben muss. Und Jeder meint, er hat eine Meinung zu Allem und muss sie kundtun. Ich finde bizarr, wie sich das hochgeschaukelt hat.

[...]

Solidarität find ich natürlich trotzdem gut und richtig, besonders in diesem Fall.

eigentlich.

Wie Alexander schon geschrieben hat:

Erstens weil es einfach Teil eines bestimmten Kreises von Bloggern ist, auf aktuelle Entwicklungen auch in Bloggersdorf einzugehen, und zweitens weil man sich teilweise ja eben persönlich kennt und schätzt und das auch - wie ich das auch im Privaten tun würde, wenn jemand einen Freund verbal angeht, oder auch in den klassischen Medien (dann mit Leserbrief) - kommentieren würde um dem Verfasser zu zeigen, dass er mit seinen Äußerungen auf Widerspruch stößt. Ich denke, das nennt man durchaus auch Solidarität und ist Teil der Meinungsfreiheit.

Hier ist alles gut” war für mich so ein Aufhänger. Wer sagt das nicht gern von sich und seinem Kreis. Leider aber ist nirgendwo “alles gut”, egal, wie man “gut” nun versteht. Im Kern sind sich ja wohl alle erst einmal einig: Die Situation in China ist schlimm. Die Welt ist kompliziert. Es gibt zuviel Übles, als daß man es völlig ignorieren könnte.

Aber: Der Tonfall, in dem momentan an einigen Stellen im Netz herumgepöbelt und die eigene Meinung als allein seligmachend propagiert wird, ist dermaßen unerträglich, daß er eben auch Unbeteiligten sauer aufstößt. In meiner netten kleinen Ecke hier in den Weiten der deutschen Blogosphäre bin ich natürlich weit davon entfernt, mich mit grantigen älteren Herren, geifernden Chrissen oder 100 unsäglichen Kommentaren am Tag herumplagen zu müssen, wenige der Beteiligten kenne ich persönlich und werben will bei mir auch niemand. Der Blogspaß kostet mich 4,95€ im Monat, dafür kann ich mich austoben, (fast) wie es mir gefällt.

Mir gefällt es selten, mich über Politik zu äußern und wenn es doch sein muß, weil ich etwas dazu loswerden will, dann tu ich das auch, aber eben ungern. Ich hatte noch am Montag gehofft, daß nach den Blutbloggern bald wieder Ruhe einkehrt, dann hat sich die ganze Sache aber nur umso mehr hochgeschaukelt, spätestens seit dem Post China und das Internet bei Spreeblick sind wir mitten in einem Gewitter, welches wohl einige Schäden hinterlassen wird.

Die Diskussion, welche losgetreten wurde, geht nämlich nicht nur die etwas an, die hinter adical stehen und die Werbebanner auf ihren Blogs haben. Ich fühle mich nicht persönlich angegriffen, wenn andere Blogger als Alkoholiker dargestellt werden, als Ex-Zäpfchen bezeichnet werden oder die schiere Beteiligung eines Bloggers an einer Diskussion in den Kommentaren ausreicht, um sich demonstrativ zurückzuziehen (ich verlinke hier absichtlich nicht, genauso wie ich hier und hier keine Links gesetzt habe.) - ich fühle mich angeekelt. Ich glaube, viele, die jetzt mitdiskutieren, spüren, daß auch sie sich tagtäglich in diesem Dilemma befinden, wie man ein möglichst sauberes Leben führt. Und niemand kann dieses Dilemma für sich auch nur annähernd lösen. Daher rührt wohl auch die Emotionalität, mit der argumentiert wird.

Daß sich die Sache immer weiter hochschaukelt, hat wohl auch mit den Begriffen zu tun, die in dieser Woche geprägt wurden. Blutblogger war einer davon. Ich habe selbst einmal den Fehler gemacht, eine wirklich fiese Wortkombination zu nutzen. Die war mindestens so dämlich wie die von F!XMBR. Seitdem bin ich vorsichtiger. Oder sorge dafür, daß der Ironiegehalt meiner Texte möglichst schnell deutlich wird. Man kann nicht immer auf höchstem Niveau posten, anständig streiten ist äußerst schwer, aber das Ausmaß an Ernst sollte schon erkennbar sein. Vielleicht ist dies hier nur eine Kleinigkeit, aber: Was mich mit am meisten stört bei all dem Zanken ist wirklich die Stimmung. Manchmal sind es nicht einmal einzelne Worte oder Passagen, die das eigentlich Schlimme sind, es ist der Mißklang aus Sarkasmus und Smileys. Emoticons an Stellen, wo sie definitv nicht hingehören, das ist wie ernst Arschloch sagen und dann ein mieses Grinsen aufsetzen. Nur eine Kleinigkeit, ich weiß.

Juni 15, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

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  1. das dämliche dabei ist ja vielmehr, dass der eigentliche gegenstand der diskussion in den hintergrund rückt, wenn alle nur noch lauter schreien und aufeinander eindreschen. auch streiten ist eine kultur. nur leider scheint sie die blogosphäre noch nicht kennengelernt zu haben.

    (übrigens glaube ich, dass auch diese welle schon wieder am verebben ist. es kommt einem im moment nur noch etwas extrem vor.)

    Kommentar von anne am 15. Juni 2007 um 19:22 | Link

  2. dämlich ist aber eben auch, daß eigentlich alle gar nicht so weit voneinander entfernt sind, was das grundsätzliche problem (menschenrechte vs. globalisierte wirtschaft) angeht.

    Kommentar von Julie Paradise am 15. Juni 2007 um 19:26 | Link

  3. wie ich eben sagte: genau das rückt in den hintergrund.

    Kommentar von anne am 15. Juni 2007 um 19:30 | Link

  4. Das ist alles eine Frage des Tons, in der Tat. Was ich sehe: auf der einen Seite Stimmen, die verstehen wollen (auf beiden Seiten), und jede Menge Menschen, die sich moralisch überlegen fühlen und das mit verbaler Gewalt ausdrücken. „Blutblogger“ ist dafür ein gutes Beispiel, auch wenn dort vorgeschoben wird, es wäre eine Replik auf meinen „Blogfundi“.

    Den Unterschied hört man schon am Sound.

    Kommentar von rene am 15. Juni 2007 um 19:43 | Link

  5. ich kann mich nur gar nicht mehr so richtig darüber aufregen, weil ich immer denke, wie es wäre, stünden sich die entsprechenden parteien nicht nur virtuell gegenüber. dann hätte all das schon weniger geifer ums maul. es ist interessant und erschreckend zugleich, wie schnell die hemmschwelle zu beleidigungen etc. im netz sinkt. umso wichtiger ist, dass wenigstens ein paar ruhe bewahren.

    wie meine mama immer sagt: ruhig blut und warme unterhosen :)

    Kommentar von anne am 15. Juni 2007 um 19:52 | Link

  6. Mich erschreckt das nicht besonders, es ist eine logische Folge der wortwörtlichen Abschirmung. Wenn da ein paar Kilometer Draht zwischen Dir und dem Gegenüber liegen, dann kann man doch mal so richtig die Sau rauslassen, auch wenn man tatsächlich relativ gelassen an der Tastatur hängt.

    Und dessen müssen sich eben manche bewusst werden: es ist eben kein TFT-Screen, dem sie ihren Blödsinn aufdrücken, sondern Menschen.

    Kommentar von rene am 15. Juni 2007 um 19:57 | Link

  7. word.

    (ich finde eher erschreckend, dass so viele genau das vergessen)

    Kommentar von anne am 15. Juni 2007 um 20:06 | Link

  8. >Wenn da ein paar Kilometer Draht zwischen Dir und dem Gegenüber liegen,

    Das ist eine oft fehlgeleitete Annahme, das alleinig der virtuelle Abstand herausfordert den Denkapparat zu nutzen und Meinung zu verkünden bzw. Kritik zu üben. Die Kritik von mir z.B. gabs auch schon vor dieser Blog-Geschichte, man nannte das da noch Foren, Webseiten oder gar in den frühen 90ern noch Newsgroups. Dann steht ich auch noch oft genug draußen, heute nicht mehr derart häufig, aber diesen Aktionismus gibt es auch noch, da gabs gar mal Zeiten in der Gewerkschaft oder in einer Jungpartei. Es hat bei mir Programm, ich denke so, ich sehe Mist und ich nenne Mist auch beim Namen und rede nicht um den heißen Brei herum. Ich bin kein Gutmensch, ich eifere niemandem nach, das Gros der deutschen Blogs ist für mich völlig uninteressant. Mich interessiert die Gesamtsituation, obs nun die Werbung ist, Greueltaten in diversen Staaten, Verletzungen der Demokratie etc. Das Randrauschen da, genannt Adical, interessiert mich in dem Werbezusammenhang nur ganz am Rande.

    >es wäre eine Replik auf meinen „Blogfundi“.

    Der Fundamentalist war und ist zu jeder Zeit, inbesondere heute, über die Maße negativ belegt. Da braucht man sich also wirklich nicht mehr über Begrifflichkeiten zu echauffieren, wenn denn das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist.

    Kommentar von Oliver am 15. Juni 2007 um 20:29 | Link

  9. Blogfundi und negativ belegt, geschenkt. Was Du/Ihr nicht zu begreifen scheint, dass es doch gar nicht um die (berechtigte) Kritik geht, sondern um die Tonalität, in der sie vorgetragen wird.

    Man muss sich nicht wundern, dass man trotz berechtigter Kritik und durchaus korrekten Standpunkten nicht ernstgenommen wird, im Gegensatz zu Holgi, beispielsweise.

    Polemik ist euer Stilmittel, leider lasst ihr einige Stilmittel dabei vermissen:

    Häufig wird in der Polemik mit den Mitteln der Übertreibung, der Ironie und des Sarkasmus gearbeitet…

    Bei Euch klingt jeder Artikel bierernst und auch die zwei Emoticons machen das nicht besser. Nichts anderes wird kritisiert, als allerletztes Eure Haltung zur China/Yahoo-Frage. Ganz im Ernst.

    Wenn Euch die Kritik so wichtig ist, wäre es vielleicht an der Zeit, die Mittel zu überdenken, damit man auch in Zukunft noch ernsthaft wahrgenommen wird. Ich meine mit „euch“ übrigens nicht nur F!XMBR.

    Kommentar von rene am 15. Juni 2007 um 20:37 | Link

  10. Huch, Zitat aus der Wiki: de.wikipedia.org/wiki/Pol...

    Kommentar von rene am 15. Juni 2007 um 20:38 | Link

  11. Julie: Es geht ja nicht um Streit, schon gar nicht um anständigen. Wahrscheinlich geht es einigen nicht einmal um Ideologie. Begriffe wie Unterdrückung und Vernichtung passen auf das, was da gerade passiert, weit besser. Ekel trifft es gut.

    Kommentar von jo am 15. Juni 2007 um 20:39 | Link

  12. nuff said.

    Kommentar von westernworld am 16. Juni 2007 um 01:08 | Link

  13. Es ist schon seltsam, da kommuniziere ich seit Jahren mit so vielen Menschen auf den verschiedensten Wegen und jeder einzelne dieser Menschen hat zu irgendeiner Frage eine andere Meinung als ich und mit jedem dieser Menschen habe ich über solche Themen schon diskutiert, auch heftig gestritten - aber trotzdem: fast alle Diskussionen laufen ohne persönliche (oder gar öffentliche) Beleidigungen ab, ohne den jeweils anderen verächtlich zu machen oder zum Idioten zu erklären… so schwer kann es also gar nicht sein, wenn man nur will.

    Kommentar von Carsten Dobschat am 16. Juni 2007 um 01:40 | Link

  14. @ Carsten: E-ben!

    Kommentar von Julie Paradise am 16. Juni 2007 um 10:51 | Link

  15. Oha, ich werde zitiert. Fühle mich geehrt.
    Herr Winkelsen hat das aber viel kürzer und prägnanter auf den Punkt gebracht. Ich sekundiere, was er da gesagt hat.

    Ansonsten: Nur eine Minderheit der hier beteiligten Blogger scheint schonmal mit Trollen in Newsgroups oder Foren früher(TM) in Kontakt gekommen zu sein.

    Wer ernsthaft glaubt, dass Leute an einer echten Diskussion interessiert sind, die per .htaccess dutzende von Blogs vom eigenen auschliessen und sonst den Rest des Tages damit beschäftigt sind, nicht auf der eigenen Linie liegende Kommentare zu löschen, der ist nicht mehr ganz knäcke im Gebäck.

    Kommentar von marcel weiss am 16. Juni 2007 um 11:53 | Link

  16. diese extra-falsche-emoticon-benutzung ist mir auch äusserst sauer aufgestossen. grundlos herablassend.

    Kommentar von nilz am 16. Juni 2007 um 21:04 | Link

Rock my Boat!