versuche

westkreuz - gar nicht meine gegend. jetzt sitze ich hier und warte. ich weiß nicht ganz, worauf. darauf, daß mein leben neu beginnt? darauf, daß etwas passiert und alles anders wird? ich weiß es nicht. wo bin ich?

gedankenfasern, lose, aufgeweicht
man sagte mal von mir, ich wär klug. ist lange her, daß es stimmte - naja, eigener anspruch und wirklichkeit.

eine ameise hat das bein geentert. kein junges bein mehr, kein straffes, schlankes, sondern unbestimmt formlos um die knie herum, als könnte es sich nicht entscheiden, dick oder dünn. erste besenreiser, links außen, sind da zu sehen, die ameise aber interessiert das nicht. natürlich, warum sollte es auch. man sieht dem bein an, daß es einer einigermaßen faulen frau gehören muß. was man nicht sieht: wie es früher einmal aussah, der ganze stolz dieser frau, beide beine, oberschenkel, knie, waden, fesseln und dann erst der po dazu - ausnehmend schön und schlank. wie lange ist das her? fünfzehn jahre? die ameise krabbelt unmotiviert auf den dem fußrücken herum, mäandert. die fesseln sind leicht geschwollen, den ganzen tag auf den beinen bei gut 30°, das geht an diesen beinen nicht mehr spurlos vorbei. ein leichtes kribbeln stört die faszination, der ameise bei ihrem gang zuzuschauen. ein wischen mit der hand und fort ist sie.

ein käfer erklimmt meinen laptop, quält sich am eben entstaubten monitor hoch, heldenhaft, denn er muß sich gegen mein pusten wehren.

Juni 11, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

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