Ich sitze mitnichten den ganzen Tag vorm Rechner, weil ich blogge. Ich mache Hausaufgaben, arbeite den Unterrichtsstoff nach mit zwei bis sechs Wörterbüchern und Grammatiken neben mir auf dem Schreibtisch, je nach Sprache, und tippe meine Mitschriften ab.
Hausaufgaben, das ist für viele ein Wort, mit dem sie seit ihrer Schulzeit nichts mehr zu tun haben. Bei mir ist es umgekehrt: Habe ich mich in meiner Jugend meist erfolgreich davor gedrückt, meine Hausaufgaben zu erledigen, gehört heute der Zwang, etwas für den Unterricht vorzubereiten, zu den belastenden Seiten meines Lebens. Muß wohl sowas wie Ironie des Schicksals sein - oder einfach meine eigene Schuld.
Was studiere ich auch in einem Institut, bei einem Professor, der ständig 3 oder 4 Texte vorbereitet haben will, in Sprachen, die zur Durchdringung eines Satzes durch eine wirklich (wirklich!) fortgeschrittene Studentin schon mal eine halbe Stunde brauchen, weil niemals klar ist, welche der 6 Verbalformen unter-, bei- oder nebengeordnet ist, welche Gerundialform sich nun auf welches Geschehen bezieht und ob das u bei bet-u nun ein Possessivpronom ist oder doch ein Artikel und ob die Wurzel, die man gefunden hat die richtige ist oder doch wieder ein abgeleiteter Stamm übersehen wurde.
Wir paar Studenten (ich würde sagen: 4), die sich besonders intensiv mit der Äthiopistik befassen, sind wirklich gut, aber wenn im Unterricht die Ergebnisse stundenlanger Vorbereitung durch den Professor wenig bis gar nicht gewürdigt werden, er dafür nur mit immer höherem Tempo fortfährt und höchstens seinem Assistenten sagt, daß er zufrieden ist mit uns, dann schlaucht das. Momentan versuchen wir, wenigstens für das nächste Semester das Tempo etwas herunterzufahren, zumal wir dann wohl nur noch zu dritt sind, was für jeden mehr Arbeit bedeutet. Im Unterricht fühlt man sich dann, egal wieviel vorbereitet wurde, stets nur an das erinnert, was man noch nicht oder nicht mehr oder gerade eben nicht weiß. Jede Stunde ist stressig wie eine Prüfung und verlangt höchste Konzentration um nicht “ertappt” zu werden, daß man diese und jene Form nicht erklären kann.
Ich möchte endlich wieder ohne Hausaufgaben leben, nicht weil ich faul wäre, sondern weil der Druck, für die Lerngruppe und mich an dem und dem Tag Ergebnisse abzuliefern, seit längerem eben schön sauber in .doc- und .pdf-Dateien verpackt, mich langsam auffrißt, weil mir langsam der Spaß an den Sprachen abhanden kommt, weil ich einfach nicht mehr kann, nach 4 Semestern Dauerstreß.
Die erste Mahlzeit ist der Sündenfall, jeden Tag.
Fünf kleine Mahlzeiten jeden Tag, schön wär’s! Ich glaube, ich muß wieder vernünftig essen lernen. Vernünftig im Sinne von: Regelmäßig.
Keine Sorge, ich esse nicht zu wenig oder zu viel, gar nicht mal so ungesund, manchmal sogar ausgewogen, aber es gibt Zeiten, wo ich bis mittags oder nachmittags gar kein Hungergefühl habe, gestreßt bin und bis spät in den Tag hinein einfach nichts zu mir nehme außer Wasser oder Apfelschorle. Wenn mir das dann auffällt, horche ich meistens in mich hinein und überlege, ob das, was ich höre, gut ist. Meistens esse ich dann auch bald was, aber nicht soviel, weil mein Magen das gar nicht mag, so überrumpelt zu werden.
Ab dem Moment, wo ich dann tatsächlich etwas gegessen hab, werd ich zur alles verschlingenden Furie. Na, zum Glück nicht wirklich, aber ein stetes Hungergefühl läßt mich nicht mehr los, so daß es manchmal einfacher ist, einfach bis zum Nachmittag zu warten, wenn ich vorher sowieso keine Zeit zum Fratzen habe, als nach dem Frühstück den ganzen Tag dieses fiese Verlangen nach mehr!mehr!mehr! im Bauch zu spüren.
Ein gesundes Hungergefühl zu haben wär schon was Feines!
Je länger es her ist, daß ich den Film “Little Children” sah, desto besser gefällt er mir. Und so langsam bin ich auch mit dem Ende versöhnt, mit dem ja gerade Renington Steele bei den Filmfreunden so ein großes Problem hatte.
Anne hatte dem ja schon etwas entgegnet, jetzt gibt es also von meiner Seite einen weiteren Nachschlag.
Ich fasse die Story noch einmal kurz zusammen: Die gelangweilte und frustrierte Hausfrau und Mutter Sarah (Kate Winslet), einigermaßen unglücklich verheiratet und nicht akzeptiert bei den Müttern der Umgebung, trifft auf dem Spielplatz auf den attraktiven Brad (Patrick Wilson), der von seiner beruflich äußerst erfolgreichen Frau Kathy (Jennifer Conelly) in ein Jurastudium gegängelt wird, welches er nie abschließt, weil er nur vorgibt, Abendkurse zu besuchen, stattdessen aber jungen Skateboardern zuschaut.
Ein weiterer Erzählstrang behandelt das Leiden des Pädophilen Ronald James McGorvey, der, frisch aus dem Gefängnis entlassen, von hysterischen Bürgern wie Brads Bekanntem Larry Hedges gejagt wird.
Pointiert zeigt der Film die große Leere im Leben der Protagonisten, die Dummheit und Ignoranz der Vorstadthausfrauen, die Sehnsüchte und Hoffnungen, die Schuld, die alle, besonders aber Larry und Ronnie in ihrem Leben auf sich laden und das Leid, welches daraus resultiert.
Den Hauptvorwurf Renés an den Film, am Ende unglaubwürdig zu sein, weil Menschen Dinge tun, die gegen ihre bisher im Film aufgebaute Persönlichkeit sprechen, kann ich nicht unerwidert lassen, da ich glaube, daß eigentlich jeder genau das tut, was er meint, tun zu müssen, alle handeln äußerst konsequent!
Der Pädophile Ronny leidet zutiefst unter seinem Zwang, seiner Krankheit, nichts anderes ist seine Neigung zu Kindern, und daß er nach dem Tod seiner Mutter keinen anderen Ausweg zur Erfüllung ihres letzten Wunsches “be a good boy, Ronny” sieht, als sich selbst zu kastrieren, ist gar nicht überraschend (meine Mutter ist als Heilerziehungspflegerin ähnlich gelagerten Fällen begegnet, die natürlich nicht so dramatisch endeten, aber der Leidensdruck in solchen Menschen ist enorm und Selbstverstümmelung durchaus üblich). Letztlich darf er den bereits in der Masturbationsszene nach einer Verabredung und mit dem Fahrrad gestreiften Ort, den Spielplatz, auf dem sich sein Verlangen nach Kindern erfüllen könnte aber nicht darf, ja erst betreten, wenn eben dieser Trieb nicht mehr erfüllt werden kann.
Daß plötzlich Larry auftaucht und ihm hilft, erkärt sich dadurch, daß der Arbeitslose, der einst einen Jungen erschoß, bislang seine Hauptaufgabe darin sah, die Nachbarschaft vor Ronny zu beschützen und ihm daher wie ein Schatten folgt. Nach dem Tod von Ronnys Mutter und einem Gespräch mit Brad hat er allerdings bereits vorher eingesehen, daß er sein eigenes schlechtes Gewissen verdrängt hatte und die Wut auf “das Monster” Ronny projezierte.
Sarah reißt wirklich aus ihrem Leben aus, was sie statt der erhofften Zukunft mit Brad am Ende hat, wird nur angerissen, ich deute allerdings, genau wie Anne, eine kurze Szene, in der sie in einem relativ dunklen, engen Zimmer erwacht, so, als hätte sie ihren Mann verlassen.
Brad ging es nie wirklich um Sarah, sein eigentlicher Traum war es, zu den Jungs, den Skateboardern zu gehören, seine Treffen mit der “Bürgerwehr” (? - ich habe den Film in der Originalfassung geschaut, weiß daher also nicht, wie genau die Vereinigung um Larry bezeichnet wird) sind eher der Versuch, sich irgendwo auszutoben und die Nichtzugehörigkeit zu den Skatern vergessen zu machen sowie der Beweis, wie leicht er sich in Verpflichtungen hineindrängeln läßt, ohne klar seine eigentlichen Wünsche zu formulieren. Daß er am Ende statt zu Sarah zu den Skatern findet, ist daher nur folgerichtig, und die Art und Weise, wie er buchstäblich auf die Fresse fliegt, macht ihn in meinen Augen fast noch sympathisch, denn selbst wenn es noch so dämlich und pubertär ist, ohne Übung halsbrecherisch schnell auf einem Skateboard Stunts zu vollführen, muß man ihn dafür bewundern, daß er es, die eine Sache, die ihm insgeheim am meisten am Herzen lag, einfach tut, ohne Rücksicht auf Verluste.
Das nun ist für mich die eigentliche Botschaft des Films:
“Man kann die Vergangenheit nicht ändern, aber die Zukunft liegt in unserer Hand, man muß sie nur beginnen lassen.”
engagiert sind die Herren (Damen?) der Initiative Analhygiene. Da diesers Blog auch Tabuthemen des menschlichen Lebens ansprechen möchte, wie zum Beispiel die Reinigung des Analbereichs, sei hierauf verwiesen:
Die Ziele der INITIATIVE ANALHYGIENE liegen auf der Hand: Aufklärung der Öffentlichkeit über ein Thema, das (nach wie vor) tabu ist. Ein Beispiel für mangelnde Information in diesem Bereich: Die Reinigung mit Toilettenpapier ist zwar die weitest verbreitete Form der Pflege ,danach’, jedoch bei weitem nicht die optimale.
Denn mit dem Stuhl werden nicht nur unverdaubare Nahrungsbestandteile ausgeschieden, sondern auch große Mengen an Bakterien. Durch die bestenfalls grobe Säuberung mit Papier, das oft auch noch rauh ist und die empfindlichen Hautstellen zusätzlich reizt, bleiben mitunter Stuhlreste zurück, die Entzündungen in der Afterregion auslösen können.
Hilfreich für richtige Analhygiene ist die Verwendung von fließendem Wasser, wie sie das so genannte Dusch-WC ermöglicht. Diese Form der Reinigung ist die gründlichste und gleichzeitig sanftest mögliche Methode.
Der pdf-Folder “Analhygiene” geht sogar noch einen Schritt weiter und empfiehlt folgende Art der Reinigung:
Ein stufenlos temperatur- und stärkeregulierbarer Frischwasserstrahl und - auf Wunsch - die anschließende Trocknung durch einen Warmluftföhn [...]
Hhhm, klingt gut! Da laß ich mir dann auch gleich Zucker in den A…
Ich hab ein Bikini-Höschen, das seitlich Bändel zum Zusammenknoten hat. Nach sieben Jahren wollte ich es vorhin mal wieder aus dem Schrank kramen und tragen, allerdings sind mir doch inzwischen einige Gramm mehr auf die Hüften gekommen. Kein Problem, wozu verstellbare Seiten! So einfach geht das aber nicht, ein Fingernagel hat schon dran glauben müssen und meine gute Laune sowie mein Glaube an das Gute in der Welt verabschieden sich auch schon langsam und außerdem … harrrghhh, ich werd wütend!
Das macht das Ding mit Absicht! Ich laß mich doch nicht von Bikinis verarschen, soweit kommt’s noch! Du bist ab jetzt ein Putzlappen, Schätzchen! HA!!!
Sachen raus und erledigt?
Wie wär’s mit Zettel, Stift, aufschreiben, was einem gerade durch den Kopf geht, ganz umsonst und genauso direkt? (Nachtrag: Direkt für mich! Nicht für andere.) Jaja, ich weiß, am Ende hockt man auf einer Wiese im Park oder läßt einen Bus weiterfahren, weil man so in seinem Notizbuch klebt, daß man die Welt um sich herum vergißt, schreibt Seiten und Seiten und streicht und korrigiert und geht am Ende ein Eis essen, weil man den Termin verpaßt hat. Zuhause ist man dann zu faul, den Text nochmal abzutippen, und schließlich geht er den Weg aller Notizen: Zerknüllt vermüllt zwischen Blätter geschoben, beim nächsten Aufräumen wehmütig angeschaut und doch weggeworfen, und wenn dann davon noch was übrig bleibt - blog ich das?
(hier abgelassen und da bereits verwurstet) - Jetzt fällt mir noch mehr dazu ein:
Ich mag ja die Spontanität beim Bloggen. Genau dies wäre eigentlich auch ein Argument zum Twittern, aber die Begrenzung auf 140 Zeichen stört doch sehr (egal, ob man per Handy oder über den Browser oder sonstwie twittert, Sebas!). Beim Simsen mache ich mich schon lächerlich, wenn ich immer alles ausschreiben will und, ganz förmlich, auch meistens Anrede und Grußformel mitsende. Im Blog-Bistro und im BatzLog wird Twittern als Kunstform mit der Reduktion auf eine knackige Pointe witzig genutzt, aber nicht jeder kann das so gut wie ihr!
Beispiele gefällig? Batz:
Für ein Merkel-Watchblog müsste man erst den Ekel überwinden
Blog-Bistro:
Oh mein Gott. Andrea Kempter war mal Moderations-Talent. Jetzt sagt sie das Wetter auf N24 an. Schlimm.

Sie hatte eine Stunde an der Tür geklopft, hatte geschrien, hatte gebettelt, hatte mich beschimpft und mir geschmeichelt, war in den Hof gegangen, um gegen das Fenster zu klopfen.
Sie war lange meine beste Freundin gewesen, nur leider mochte sie Jessica mehr. Ich hatte sie eigentlich meine gesamte Kindheit hindurch verehrt, geliebt, beneidet.
Und jetzt das.
Eine Begegnung im Knaack, nach einem Jahr ohne Kontakt, in dem ich zu mir selbst zurückgefunden hatte, zumindest glaubte, mich wieder gefunden zu haben. Es folgte eine Verabredung für den nächsten Abend am Brandenburger Tor, ich war wie immer zu früh, sie tauchte nicht auf. Ich wartete, begann zu frieren, unruhig auf und ab zu gehen, aufzufallen. Ein Polizist kam auf mich zu, fragte, ob alles in Ordnung sei. Natürlich.
Dann kam sie.
Sie war mir immer wie ein Lichtwesen erschienen, das schönste Mädchen der Welt, aber dort, nachts in Berlin, sah sie krank aus, zerstört. Sie bat um Zigaretten, noch bevor wir uns begrüßt hatten, sie bettelte um Geld, noch bevor ich etwas sagen konnte. Dann brach sie zusammen, einfach so, mitten auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor, röchelnd und mit Nasenbluten. Die Polizeistreife verständigte einen Krankenwagen, ich machte mich benommen auf den Weg nach Haus. Schlief schlecht, dachte an sie, begann besser zu schlafen, vergaß sie und diese Nacht, genoß den Sommer.
Jemand läutete. Ein schönes, sanftes Läuten, bei dem ich mich jedesmal freute, wenn es erklang, selbst den Postboten begrüßte ich für dieses Läuten besonders nett, nur weil er es erschallen ließ.
Sie stand vor der Tür.
Wütend sah sie aus, wirr, aufgequollen, sie machte einen Schritt hinein, schrie, versuchte, mich an der Kehle zu packen, tobte. Wir kämpften, sie war schwächer, schließlich war die Tür zu, draußen sie, drinnen Angst.
Wütendes Wummern an der Tür, an einem Sommertag gegen 2, Heulen, Schreien, Wummern. Betteln, Klagen, Schmeicheln. Wummern. Ich hab mir die Ohren zugehalten, auf dem Sofa gelegen und geheult.
Punk ist Leidenschaft und Wut und Ehrlichkeit und Mach’s-doch-selber, Punk ist der Wille zum Anders-und-Dagegen-Sein, Punk ist nicht tot, glaube ich, nur hab ich den Verdacht, er riecht anders heutzutage.
Er riecht nach billigem Deo, nach zuviel Puder-Make-Up aus dem Supermarkt und dem Schweiß kleiner Jungfrauen. Die krassesten Punks sind nämlich die lütten Green Day-Fans, die Nachwuchs-Avril-Lavignes und, wenn es schon soweit ist, die Pimkie-gestylten (direkt)-Monroses. Weil die nämlich ihr Ding durchziehen, so völlig sie selber sind und überhaupt gerade ihren Traum leben.
Oder hab ich jetzt was mißverstanden?
Eigentlich interessiere ich mich ja nicht für stussige Sendungen wie “Germany’s Next Topmodel”, der Sendung mit C&A, Opel und irgendeiner Zeitschrift, aber was ich zum dritten Mal hier mitlesen darf (der Wahnsinn läuft derweil im Hintergrund auf dem Rechner via DVB-T), nämlich die Kommentare von Sebas und Lucy und Remark, ist soooo großartig und witzig und fies und toll, daß ich alle darauf hinweisen muß, warum ich gerade mal so richtig viel Spaß habe!
Neun Jahre ist es inzwischen her, daß wir Ostern auf dem Dach von Andreas’ Wohnhaus feierten, aber gerade heute mußte ich dran denken, wie schön das war, damals.

Daran, dass der Kurs eigentlich von 8.30 bis 10.00 geht, man aber gegen 8.00 mit dem Unterrichtsgespräch beginnt und erst um halb elf verabschiedet wird. (Leider weiß ich das nicht immer zu schätzen.)
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